... und was Du auf unseren Discoveries nicht erwarten darfst

 

Inhalt

Das "aufblasbare Abenteuer": KD

Was macht KD eigentlich wirklich?

Nur ein paar Reisen - kein ganzer Katalog!

Nicht im Reisebüro

Turbotourismus

Terminwünsche, Linienflüge, Familienanschluß, Reisekosten

Das Reisewetter in den bevorzugten Regionen

"ORIENT-ierung"

Die „Sieben Punkte Erklärung“

001.gif Reisehinweise : Visum, Reisehinweise des Auswärtigen Amtes, Taschengeldbedarf, KD-Spielregeln (AGB), Gesundheits-Hinweise u.v.a.m

FAQ – die meistgestellten Fragen

Der KERALA(ver)FÜHRER Bernds Reise-ABC - nicht nur für Kerala

 

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Foto rechts:
Der Mukteshwara-Tempel
(Bhubaneswar, Orissa)

Diese Rubrik wurde am 9. Oktober 2010 aktualisiert

 

Das "aufblasbare Abenteuer": KD

„Ich habe mir Deine Reisepläne angesehen - sind 21 Tage nicht zu kurz für den von Dir gesetzten hohen Anspruch ‚Eintauchen in eine fremde Kultur’?“

Diese Frage habe ich besonders von Interessenten immer wieder gehört, die gewöhnlich ihre Reisen auf eigene Faust organisieren. Vor 15 Jahren hätte ich das bedingungslos bejaht - mehr noch: Wer nicht mindestens 4 Wochen Zeit hatte, durfte nicht mit.

Später bin ich in der Mindestdauer in dem Maße zurückgegangen, in dem sich die Verkehrs-Infrastruktur in den Zielgebieten verbesserte. Zunächst waren es 3 Wochen – bis zum Jahr 2000 dann 17 Tage, was auch nicht viel weniger ist. Du kannst Dir aber vorstellen, daß ich sofort begeistert reagiert habe, als die Statistiken zeigten, daß besonders bei Indienreisen der Trend zur Kurzreise ins Stocken geraten ist.

Ab 2001 ist die Basisreisedauer bei allen vier Discoveries 21 Tage, und die nächste Steigerung beträgt eine Zusatzwoche auf 28 Tage. Weiterhin heißt es aber „Ende offen“.

Natürlich kannst Du auch heute nicht die volle Erlebnisqualität in 21 Tagen erreichen, die wir 1990 in 4 Wochen hatten - aber fast. Was damals an Anfahrtszeit draufging, ist heute bei verbesserten Flugverbindungen und Straßen erheblich schneller zu bewältigen - andererseits hatten wir bei den gezwungenermaßen langsameren Fahrten damals viele schöne Erlebnisse, die zufällig passieren wenn man eben länger unterwegs ist. Dafür legen wir auf längeren Strecken heute absichtlich mehr Teepausen in den Dörfern ein.

Ein altes indischen Sprichwort sagt nicht von ungefähr: „Der Mensch soll nicht schneller reisen, als ein Kamel laufen kann...“

Aber - das Abenteuer ist ja aufblasbar, und nicht selten gehen besonders Glückliche weit über die „2. Stufe“ hinaus und zünden gar eine dritte. Am besten hatten es in den letzten Jahren die, die sich nicht entscheiden konnten zwischen Indiens schönsten Regionen. Sie machten einfach beides mit - Regenwald und 1001 Grüntöne im tropischen Kerala und gleich anschließend in die kargen, burgenbewehrten Wüstenregionen Rajasthans.

Wie gesagt: 21 Tage sind nur die Basis, die 7-Tageverlängerung nur mein Vorschlag - genau wie der Reiseplan. Alles kann beliebig verändert werden - nur: ich muss eine Vorgabe machen, damit Ihr seht, was in welcher Zeit stressfrei zu welchem Preis möglich ist.

Einzige Bedingung: Ihr müsst für ganz individuelle Reiseplanung eine noch freie Reiseperiode wählen (anhand der Termintabelle bei KD-online unter „Termine & Preise“).

Überschneidungen mit bereits gebuchten Reisen sind im ersten 21-Tage-Zeitraum bei der Kerala Discovery nicht möglich, weil unsere Gastgeber alle unsere Reisen persönlich begleiten. Ein ständiges Kommen und Gehen wie im Hotel ist also kaum möglich, wenn unsere Freunde gerade mit anderen Gästen unterwegs sind. Es ist auch auf beiden Seiten nicht erwünscht. Bei der Rajputana Discovery und Gujarat Discovery sind Überschneidungen ehermöglich: Dort haben wir mehr Gastgeberfamilien zur Auswahl.

Also: Einen eigenen Zeitraum wählen und beliebig gestalten - oder sich einer bereits gebuchten Reise anschließen - dann allerdings sind die Planungswünsche mit den bereits angemeldeten Gästen abzustimmen, denn wer zuerst bucht, hat die älteren Rechte.

 

 

Was macht KD eigentlich wirklich?

Das KD-Onlinemagazin ist so umfangreich, daß manche auch nach mehreren Besuchen noch nicht genau wissen, was meine Kerala Discovery eigentlich wirklich bietet.

Nur ein paar Reisen - kein ganzer Katalog!

Zusammen mit den Gastgeberfamilien habe ich Programme erarbeitet, die Du bei KD-Online im Internet ausführlich kennen lernen solltest:

Kerala Discovery Kerala und Umgebung – Farmurlaub mit Rundreisen

Rajputana Discovery Rajasthan und Umgebung mit Fürsten erleben

Kalinga Discovery Orissa Tribes & Temples plus Varanasi

Gujarat Discovery Stammesgruppen, Wildbeobachtung, fürstliche Gastgeber

Hillstations - für Indienfreunde, die in der heißen Jahreszeit (März-Juli) reisen

Da nur für wenige Individualreisende bzw. Mini-Teams konzipiert, kannst Du durchaus Einfluss auf die Reiseroute und -dauer nehmen. Die veröffentlichten Routenpläne zeigen Dir, was in der vorgegebenen Zeit stressfrei möglich ist - darauf kannst Du mit meiner Hilfe aufbauen und Deine Traumreise zusammenstellen.

Schau also zuerst hier bei www.Kerala-Discovery.de vorbei und prüfe, ob Du Indien lieber privat und authentisch abseits der Touristenzentren erleben möchtest - oder "sicherheitshalber" auf bewährten Pfaden unter der Leitung von Touristikprofis. Letztere sind auf die Spezies "Tourist" spezialisiert und oft nicht die unverdorbenen Repräsentanten ihrer Kultur.

Nicht im Reisebüro

Zugegeben - das ist sehr subjektiv. Doch wer von den Reisenden kennt schon wie ich beide Möglichkeiten? Deshalb mein grundsätzlicher Rat - auch wenn wir nicht zusammenfinden, denn KD ist nichts für jedermann und spricht erkanntermaßen nur einen winzigen Prozentsatz der reiselustigen Europäer an:

Lasse Dich vor einer ersten Reise nach Indien niemals vom Reisebüro beraten! Meine Kerala Discovery wird nicht ohne Grund über Reisebüros nicht vermittelt. Indien zeigt sich dem Neuling immer noch als schwieriges Reiseland. Tausche Dich deshalb aus mit Menschen, die wie ich regelmäßig persönlich auf unseren Routen in Indien unterwegs sind! Du erhöhst damit Deine Reisesicherheit und Erlebnisqualität und fällst nicht dem "Turbotourismus von der Stange" zum Opfer. Deshalb möchte ich auch mit jedem potentiellen Gast selbst reden, ihn zumindest telefonisch kennen lernen und seine Reiseeinstellung prüfen - das haben auch die Gastgeberfamilien sich verdient!

Turbotourismus

So nenne ich die Programme deutscher Veranstalter, die in Zusammenarbeit mit indischen Travel Agents einem gnadenlosen Wettbewerb nachgeben und für möglichst wenig Geld in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Highlights zeigen wollen. In Deutschland sieht das beim Angebotsvergleich ja auch gut aus. In Indien begegnen wir den Turbotouristen oft, und jedes Mal ist es Stress. Wir haben schon eine Menge spannender Erlebnisse in unseren Reiseplänen - aber die Turbotouris überbieten uns locker mit „Bombay-Madras - die große Indienrundreise in 15 Tagen“ - um dann zu Hause später anhand der Dias herausfinden müssen, wo sie eigentlich überall gewesen sind. Für Kontakte mit den Einheimischen ist jedenfalls auf solchen Reisen kein Raum.

Überlassen wir das den Angebertouris, die es nicht lassen können, im Charterflieger von Kontinent zu Kontinent hetzen, um daheim am Stammtisch großspurig sagen zu können: „Afrika, Indien? Neuseeland? Kenn ich! Ich sag’ Dir - Kakerlaken, so groß wie mein Dackel! Und dieses Elend! Grauenhaft, sag ich - grauenhaft!!“

Ein Gutes haben sie immerhin, diese Botschafter. Indem sie mit Schauermärchen ihre Belastbarkeit dokumentieren, sorgen sie dafür, daß unsere Paradiese nicht überrannt werden....

Terminwünsche, Linienflüge, Familienanschluß, Reisekosten

TERMINPLANUNG- Deine eigenen Urlaubstermine werden berücksichtigt - die Reisezeit darf sich oft nicht mit den Terminen der bereits gebuchten Teams laut Tabelle überschneiden. Immerhin sind die Gastgeber mit den Gästen viel unterwegs und können daher nicht jede Woche neue Gäste aufnehmen. Bei abweichender Reisedauer werden die Erlebnistourenpläne entsprechend angepasst.

LINIENFLÜGE- kannst Du mit guten Beziehungen vielleicht preiswerter bekommen als ich. Für diesen Fall haben wir die enthaltenen Flugkosten vom Reisepreis getrennt gelistet! Selbstverständlich ist der Flug mit KD ebenfalls Linie und kein Charter. Für die Langstrecke bevorzugen wir EMIRATES (ab Frankfurt, München, Düsseldorf oder Hamburg), LUFTHANSA oder TURKISH AIR, innerindisch fliegen wir möglichst mit JET Airways.

FAMILIENANSCHLUSSAm Anfang eines jeden Jahres prüfe ich, ob den Gastgebern die Bewirtung von Gästen immer noch Spaß macht oder ob sie es nur noch wegen des Geldes tun und ob sich die Unterbringungsqualität verändert hat. Auch die Kostenrechnung muss überprüft werden, denn in Indien ändern sich die Preise schnell. Ich bin alljährlich auf Veränderungen vorbereitet und werde im Einzelfall Gastgeber für eine Saison oder generell aus dem Programm nehmen. Insofern sind vor meiner Rückkehr aus Indien für die Folgesaison lediglich Optionen möglich – erst danach können daraus verbindliche Buchungen werden.

REISEPREISE - „...den Reisepreis, den ich bezahle, sehe ich als Preis dafür, daß ich die Möglichkeit habe, in und mit einer indischen Familie zu leben, was bei anderen Veranstaltern nicht möglich ist und nicht dafür, daß ich als Leistung einen bestimmten Standard in Sachen Zimmer und Unterkunft erwarten kann. Wie in vielen anderen asiatischen Ländern mit einfachen Unterkünften, nehme ich einen Schwamm und eine kleine Flasche Essigreiniger mit, um den Dreck, der mich stört, zu entfernen. Ich sehe die Familienmitglieder nicht als meine Putzfrauen.“ (Marion aus Ravensburg) Verstehe dieses Statement bitte nicht so, als ob alle unsere Unterkünfte völlig verdreckt wären – Marion will hier nur auf den Unterschied aufmerksam machen: Wenn wir im Hotel das Zimmer ein paar Tage bewohnt haben, hängen wir einfach das Schild „Please, clean my room“ an die Tür – andererseits gibt es auch bei den Gastgeberfamilien jederzeit auf Wunsch frische Bettwäsche und Handtücher, und wenn wir auf Ausflügen sind, werden auch die Zimmer gereinigt.

 

Das Reisewetter in den bevorzugten Regionen

Natürlich kann man ganzjährig den Subkontinent bereisen - aber in manchen Regionen sollte man den Winter (Himalaya-Trekking) und den Monsun (vornehmlich Südindien) meiden. Generell gelten für die Gebiete Rajasthan über Orissa bis tief in den Süden nach Kerala die Monate Oktober bis April als ideal. Vielleicht sollte man in Kerala sogar erst Ende Oktober eintreffen, da die Monsun-Regenzeit dort immer etwas länger dauert. Ausnahmen sind Ayurveda-Kuren, die auch die Inder bevorzugt in den Regenmonaten Juni-Oktober vornehmen - am besten da, wo die Wurzeln der 5000jährigen Heilkunde liegen - in Kerala.

Von Okt. bis April dauert die Trockenperiode mit milden 30 Grad (Durchschnitt) an. Ab Mitte Februar steigen die Temperaturen, bis sie im Mai/Juni 36 Grad (Kerala, feucht) und gar 48 Grad (Rajasthan, trocken) erreichen.

Doch Vorsicht - diese Prognosen können von der Realität in den letzten Jahren vermehrt ad absurdum geführt werden. Noch vor 10 Jahren konnten mir die Passanten in Mumbai bei meiner Ankunft auf den Tag genau vorhersagen, wann der große Monsunregen beginnt - in den letzten Jahren aber ist das Klima kaum noch so genau vorauszuberechnen. Du hast sicher davon gelesen: Während in manchen Regionen regelrechte Flutkatastrophen zur Evakuierung von Zehntausenden von Menschen zwingen, verdorrt auf der anderen Seite das Land, Tausende von Rindern verdursten und die letzten Löwen Indiens sind bedroht.

Hier im KD-Onlinemagazin kannst Du die aktuelle Wetterlage jederzeit abrufen. Der Service von Wunderground wird alle paar Stunden aktualisiert. Hier schon mal die aktuellen Temperaturen für die Heizkostenumlage - durch Klick auf den Namen der jew. Stadt bekommst Du alle Details und auch die Wochenvorschau - noch mehr findest Du auf der KD-online-Wetterseite:

Kozhikode

für die Kerala-Discovery liegt der Hauptstützpunkt auf Vettikavumgal - etwa 45 km von der Küstenstadt Kozhikode (Calicut) landeinwärts

Jodhpur

Auf der Rajputana Discovery ist Jodhpur erste Station - und die Residenz von Maharaj Chandrashekhar Singh

Agra

Und wie ist das Wetter am Taj Mahal - wer die Verlängerung der Rajputana Discovery mitmacht, wird es erleben

Bhubaneswar

Die Kalinga Discovery führt durch das wilde Orissa - und Bhubaneswar ist die Hauptstadt dieser Provinz am Golf von Bengalen

Varanasi

Letzte Station und weiterer Höhepunkt der Kalinga Discovery - das ewig heilige Benares

"ORIENT-ierung"

"Du" kannst es halten, wie "Sie" wollen . . .

... aber ich schreibe dies und alle meine KERALA DISCOVERY-Infos in der "Du"-Form. Sofern Du zu denen gehörst, die sie zum ersten Mal lesen - es ist keinesfalls plumpe Vertraulichkeit. Bedenke, daß meine Schriften in erster Linie als Infopost für alte Freunde der Vettikavumgal-Farm ins Leben gerufen wurden. Denke also einfach, das Lesen ist ein Stück Urlaub - dann wird das "Du" gleich legitim.

Indien hat tausend Gesichter. Ebenso vielschichtig sind die Erwartungen europäischer Reisender. Also brauchen wir neben einem klar gegliederten Programm und ausführlichen Vorinformationen auch den offenen Hinweis auf all das, was Du nicht erwarten darfst.

Auf keinen Fall "vollklimatisierten Fünfsterne-Tourismus"!

Wer nach dieser Vorinfo und den KD-InderNettNews die Mitreise beantragt, liegt zweifellos auf einer gemeinsamen "Wellenlänge" und hat schon recht genaue Vorstellungen, was sie/ihn erwartet.

Wenn Du Dich mit den folgenden 10 Punkten nicht befreunden kannst, dann sehe ich möglicherweise Probleme:

1. Man wird Dich umringen, bestaunen und manchmal berühren - vielleicht eine ganze Dorfgemeinschaft. Mit natürlicher Neugier, ohne Argwohn oder List starrt man Dich an und fragt immer wieder "What is your name?", "Where do you come from?" und "Do you have one Pen?" - Du solltest Dich hier auch nach drei Wochen nicht unwohl oder gar belästigt fühlen.

­Du solltest nicht murren, wenn ein Allrad-Jeep uns in unwegsamer Wildnis 'mal durchbeutelt - die vielfältigen Eindrücke der Tropen- und Wüstenwelt sollten Dich dafür entschädigen.

2. Erwarte nicht, daß wir die 3,3 Millionen Quadratkilometer des indischen Subkontinentes in 4 Wochen "im Luftkampf" erobern. Wir benutzen nicht das Flugzeug, sondern bereisen Rajasthan, Kerala und seine Nachbarregionen mit Pkw, Jeep & Boot und Eisenbahn. Dies bringt engeren Kontakt zu den Menschen und ihrer Kultur und erspart den Frust beim verwestlichten "Jetset-Tourismus" indischer Machart.

3. Wie in den Gästezimmern der indischen Familien wählen wir prinzipiell auch unterwegs Unterkünfte, wie sie auch der mittelständische Inder auf Reisen bevorzugt. Dort ist der Komfort zwar besser, als bei unseren Privatgastgebern - aber wir meiden Luxusherbergen. Zwar lässt sich die touristische Entwicklung hierdurch nicht verhindern - das KD-Team kann sich jedoch nicht dem Vorwurf aussetzen, sie zu fördern. Schimpfe also nicht, wenn 'mal die Matratze zu hart, das Bad nicht gekachelt oder der "Meister-Proper-Glanz" fehlt.

Ausnahmen sind die Heritage-Häuser der indischen Fürsten im Norden - die bieten stets einen gehobenen Standard.

4. Auch die Hoffnung auf einen romantischen Urlaubsflirt mit den oft ebenso attraktiven wie exotischen Inderinnen und Indern wirst Du aus Respekt vor den strengen Moralbegriffen schnell aufgeben müssen. Wer den "engeren Kontakt" zu den Einheimischen zu den Hauptmotiven seiner Asienreise zählt, ist in anderen Regionen besser bedient.

5. Du solltest auch nicht fluchen, wenn ab und an die Spannung in die Knie geht oder der Strom ganz ausfällt - wir machen "Urlaub von der High-Tech-Welt" und müssen derlei "Mängel" in Kauf nehmen. Die Inder wollen Dich mit derlei Unzulänglichkeiten keinesfalls "auf die Palme bringen" - sie selbst können das viel besser! (Siehe Foto)

6. Keinesfalls solltest Du zusagen, wenn Du zur Finanzierung der Reise die letzten Reserven angreifen und später in Indien jede Rupie dreimal umdrehen musst. Wir wollen auch bei spontanen Extratouren nicht kleinlich sein müssen.

Ich beschränke die Kosten meiner "Feierabendorganisation" auf ein Minimum, um den Anteil für die Inder um ein Vielfaches höher zu halten als bei anderen Reiseveranstaltern. Dein Reisepreis bleibt dennoch günstig, wenn Du berücksichtigst, daß unsere "Stützpunktreise" etwas teurer ist als eine Rundreise (Es entstehen bei Ausflügen ab und zu doppelte Hotelkosten, weil das Zimmer 'zu Hause' beim Gastgeber ebenfalls belegt ist.) Vergleiche mit anderen Veranstaltern, die auch nicht umhin kommen, auf teilweise "sehr schlichten Unterbringungskomfort" hinzuweisen. Das ist in Indien gar nicht anders möglich.

7. Unser Ziel liegt glücklicherweise sehr weit abseits der Hauptstraßen dieser Welt. Dass die Anreise somit immer noch umständlich, Umsteigen und Anschlusswartezeiten unumgänglich sind, musst Du dann akzeptieren können.

8. Nicht in Kerala, aber auf Expeditionen in die Nachbarstaaten Karnataka und Tamil-Nadu sowie in Rajasthan wird sich der Blick auf Elend, Hunger und bittere Armut nicht vermeiden lassen. Immerhin lernst Du auf dieser Reise, echte Not von Bedürfnislosigkeit zu unterscheiden. Du solltest die Stärke haben, damit fertig zu werden und insbesondere wissen, daß gerade in Indien das Betteln eine besondere Dimension hat.

Kaum eine andere Kultur hat so viele Menschen, die von Almosen leben. Mitleid erregen ist hohe Kunst und der unerfahrene Reisende gibt somit meist dem Falschen. So musst Du oft hart gegen Dein eigenes Herz sein können und Dich darauf besinnen, daß Du auf dieser Reise durch ganz normalen Konsum der indischen Wirtschaft Devisen bringst - die an die richtigen Stellen fließen, sei es durch Regierungsprogramme, oder auch durch den Händler (den Du eben bezahlt hast), an den "Stammbettler", der täglich seine Runde macht.

9. Als letzter Punkt eine Anmerkung in eigener Sache: Auf der Reise solltest Du mich als einfaches Teammitglied betrachten - keinesfalls aber als "Animateur" oder "Reiseleiter mit Führungsanspruch"! Ich will ebenso wie Du Indien erleben und tue alles um das Teamerlebnis zum Erfolg zu bringen - erwarte dies aber auch von jedem anderen Teilnehmer im Rahmen seiner Möglichkeiten. Für die Organisation habe ich in Deutschland alles Notwendige getan - vor Ort überlasse ich die Führung den Gastgebern.

Wenn diese Punkte Dich nicht abschrecken, bin ich sicher, daß Du nach Deiner Discovery viele neue Eindrücke zu verarbeiten hast. Du wirst es kaum bedauern, daß wir in 28 Tagen nicht ebenso viele indische Traumziele besuchen. Manchmal ist weniger eben mehr....

 

 

Die „Sieben Punkte Erklärung“

... die Du mit dem  KD-Reiseantrags akzeptierst: Was Du dort in komprimierter Form unterschreibst, habe ich hier mal etwas ausführlicher geschildert.

Touristisch unerschlossene Regionen - was bedeutet das? Keine Hotelghettos, keine Pools, keine Tenniscourts, kein Discorummel, keine Animateure - das weißt Du schon. Holprige Wege, die nur der Jeep schafft, unberührte Wildnis und Menschen, die in Kultur, Religion und Rasse völlig verschieden von uns sind - das erwartest Du.

Sozusagen als spannende Gegenleistung für Deinen Verzicht auf den gewohnten Komfort zu Hause.

Wenn Du aber tatsächlich diese Motivation hast, dann denke nochmals darüber nach. Ich meine nämlich, daß Du mit der falschen Erwartungshaltung losfährst, wenn Du wirklich glaubst, "Verzicht" üben zu müssen.

Dann können fremdartige Speisen und Getränke frustrieren und Leidensdruck erzeugen, weil Du ja auf die gute Küche bei Muttern, auf Currywurst, Hamburger und Fritten verzichten musst. Für mich ist die indische Küche ein wesentlicher Teil des Indienerlebnisses.

Denn Indien ist eine Attacke auf sämtliche Sinne. Nicht nur Augen und Ohren erleben - auch Nase, Haut und Geschmackssinn werden täglich, ja, stündlich neue Überraschungen erleben.

Du wirst merken, daß die Menschen in Indien sich Zeit für all diese Dinge nehmen. Zeit für Dinge, die Leben bedeuten, und die bei vielen von uns dem Alltagsstress schon lange zum Opfer gefallen sind. Natürlich bringt jeder von uns etwas von diesem Zeitverständnis aus Europa mit nach Indien. Wir schmieden Reisepläne und möchten die allzu kurze Ferienzeit optimal nutzen.

Keine Kerala Discovery unter Zeitdruck! Weniger ist mehr - hier wirst Du schnell merken, wie wahr das ist. "Ich gebe dir 10 Minuten Zeit!", habe ich einmal zu Jaison aus Kerala gesagt. Und er hat nur gelacht: "Behalte Deine Zeit - ich habe selbst genug davon!"

Andersartigkeit als Hauptmotiv einer solchen Reise - ich höre Deine Zustimmung. Doch kannst Du auch damit umgehen, daß Ordnung und Hygiene hier eine völlig andere Dimension haben? Oder schüttelt Dich der Abscheu jenseits Deiner gewohnten Meister-Proper-Welt? Möglicherweise schleppst Du einen Sicherheitsvorrat an Desinfektionsmitteln mit in unsere unberührte Natur?

Dann die Begegnung mit der Moral. Da denken die meisten Europäer sogleich an Sex. Vielleicht sollte man sich aber einmal ansehen, daß hier auch andere moralische Werte noch selbstverständlich sind. Der Respekt für die Mitmenschen, soziale Verantwortung, Ehrgefühl - bei uns inzwischen durch Verordnungen und Gesetze geregelt - bei den Naturvölkern jedoch noch elementare Werte des kollektiven Lebens. Als Amachi von der Vettikavumgal-Farm 1996 erstmals in Deutschland war, entsetzte sie sich über das niedrige Unrechtsbewusstsein der Deutschen: "Hier tut oder unterlässt man höchstens aus Angst vor Strafe!"

Natürlich stehen die moralischen Werte auch im zwischengeschlechtlichen Umgang auf einer anderen Stufe:

Es gibt keinen.

Du wirst es angesichts der Geburtenrate in Indien für übertrieben halten - aber das ist etwas anderes. In der Öffentlichkeit werden zumindest auf dem Lande zwischen Mann und Frau jegliche Kontakte vermieden. Kannst Du hiermit umgehen? Unter dem Adrenalinstoß ausgelassener Urlaubsstimmung? Unter der stimulierenden Einwirkung von Sonne, Chili und Pfeffer auf den Orga(ni)smus?

"Tolerant" kommt von "Tellerrand" habe ich in meinem Reise-ABC gesagt. Man muss 'mal rübergeschaut haben. Glücklicherweise haben wir meist weitgereiste Teilnehmer zu Gast bei unseren indischen Familien. Die können Wertvorstellungen, Verhaltensweisen und Gefühle anderer Kulturen auch dann tolerieren, wenn sie von den eigenen Prinzipien abweichen.

Wenn wir abseits der Touristenrouten Urlaub machen, dann ist es selbstverständlich, daß unsere Gastgeber keine Touristikfachleute sind. Dass wir sie nicht als Hoteliers, Kellner, Taxifahrer und Kulis verschleißen und auch nicht den professionellen Durchblick in Geschichte, Religionen und Natur erwarten. (Übrigens: Für fundierte Hintergrundinfo gibt’s bei Tempeln, Palästen und anderen Sehenswürdigkeiten lizenzierte Guides für ein paar Rupien.)

Natürlich haben die Familienmitglieder, die sich schon öfter um europäische Gäste kümmerten, schon eine Menge gelernt - ich fördere jedoch diese "Ausbildung" nicht. Sie würde zu einer Wandlung führen, die Du weniger begrüßt. Zumindest wenn Du Wert auf die Teilnahme am trad. Alltag der indischen Familien legst.

Die Bremse, die ich hinsichtlich der touristischen Infrastruktur immer wieder angezogen habe, hat allerdings auch ihren Nachteil für die Gastgeber selbst. Restaurants & Hotels in Touristenorten können für weniger Geld oft weit mehr Komfort bieten. Für die simple Bewirtung einer 5- bis 8köpfigen Gruppe fehlt unseren Gastgebern die Beschaffungssituation einer fundierten Touristikstruktur und eine gut ausgestattete Großküche mit dem entsprechenden Personal gibt's auch nicht. Von Anfang an habe ich diese Nachteile durch eine entsprechend höhere Aufwandsentschädigung ausgeglichen. Das geht unter Verzicht auf eine kostspielige Organisation bei Kerala Discovery Deutschland (Farbprospekte, Ladenlokal, Service, Personal) auch ohne die Wettbewerbsfähigkeit Deines Reisekostenanteils zu beeinträchtigen.

Allerdings musst Du wissen, das der größere Anteil Deines Geldes nach Indien wandert, und auch, warum und wie das zusammenhängt. Andernfalls gerät die KD-Preisgestaltung beim Rechnen und Vergleichen in Indien ins schiefe Licht.

Was die Gastgeber leisten, tun sie vornehmlich aus traditioneller Gastfreundschaft. Natürlich freuen sie sich auch über das viele Geld. Niemand wird aber dafür Bücklinge machen. In Indien respektieren sich Gast und Gastgeber in vollendeter Weise und versuchen, sich gegenseitig die Sache so leicht wie möglich zu machen.

Ganz schlimm wäre es, wenn Du für Deinen Beitrag Dankbarkeit erwartest und dies auch erkennen lässt. Das "Danke" haben die Inder von den Europäern bereits gelernt - wissen aber bis heute nicht genau, warum wir uns bei jeder Gelegenheit für völlig selbstverständliche Sachen bedanken.

Sich zur Dankbarkeit verpflichtet zu sehen, ist für den indischen Gastgeber demütigend. Beherzige das auch dann, wenn Deinem Gastgeschenk vielleicht einmal nicht die überschwängliche Reaktion folgt, die Du als "Botschafter eines hochentwickelten, reichen Landes von den Eingeborenen eines Drittweltlandes" vielleicht erwartest. (Wenn Du's so siehst, bist Du sowieso auf der falschen Reise!)

Ich muss immer wieder bewundern, mit welcher Toleranz die Inder unserer Andersartigkeit, unseren verrückten Wünschen, unserem seltsamen Erscheinungsbild und unserem Reiseverhalten begegnen. Und ich erwarte die gleiche Toleranz auch von Dir.

Eine gute Einstimmung auf eine Begegnung ist in diesem Zusammenhang der traditionelle Begrüßungsbrief. Beim Verfassen eines solchen "KD-Dear-Family-Letters" sieht sich besonders die- oder derjenige vor ein Problem gestellt, die/der sich diese Reise ja eigentlich als Konsument eines exotischen Urlaubs gekauft hat.

Hier kommt er schon im Vorwege dahinter, daß ihm eine Begegnung mit Menschen bevorsteht. Er muss sich fragen, wie man Menschen aus einer völlig anderen Welt schreibt, wie man sich vorstellt und was diese Menschen wohl am meisten interessiert.

Ein Brief an einen anonymen Hotelbesitzer auf Gran Canaria, bei dem die TUI für mich die schönsten Tage des Jahres reserviert hat? Kaum vorstellbar.

Genau deshalb gehört Dein Einverständnis mit dem Begrüßungsbrief auch als wesentlicher Bestandteil zur "Sieben-Punkte-Erklärung", die jeder Kerala Discovery-Gast mit der Abmeldung unterschreibt.

Und diese "7-Punkte-Erklärung" ist Deine Zustimmung zu den Inhalten dieses Kapitels in komprimierter Form.

Na - willst Du Dir das wirklich antun? 

 

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