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Inhalt
- Stand: 22.07.11 00:44 Uhr o
22.07.11:
Der Spendentopf brachte insgesamt: o
Kerala-Reisen
finden statt ! 22.07.10
Kerala-Farm: Raju schwer verletzt ! o
Einzige
Schnellstraße im Distrikt 06.08.10 -
Raju: "Ich werde bald wieder
laufen!" 13.08.10: Schon
fast 2.000 Euro für Raju ! 20.08.10:
Rajus Verkehrsunfall o
Lovely
schläft im Krankenhaus o
Ein
Anwalt ist eingeschaltet 22.08.10:
Rajus Unfall - es geht aufwärts! o
Geschätzte
Kosten doch niedriger o
Ein
herzliches Danksagungs-Foto 26.08.10:
Raju freut sich auf Gäste im Winter ! o
Reisen
ab November wieder möglich o
Hoffentlich
ist das bald überstanden! 01.09.10:
Heute sind 3.000,- Euro im Topf ! 04.09.10:
Alpträume & Halluzinationen 07.09.10:
Gestern durfte Raju nach Hause 11.09.10:
Mutter Teresas Ruf wurde gehört 13.09.10:
Raju schreibt von daheim! o
8
Lakh sind schon fällig geworden! 14.09.10:
"Es könnte mehr sein!" 17.09.10:
Hilfe für Raju: "Ein Leihkoffer tut's auch!" 17.09.10:
Telefonat mit Raju:
"Dementi" 19.09.10:
Ruft doch mal Eure Reisepartner an! 20.09.10:
Sammlung überschreitet 5.000er
Schwelle! 23.09.10
Raju schreibt: "Immer noch neben
der Spur" 26.09.10:
Angela: "Rückkehr zur Mitte" 01.10.10 -
Mail von Raju: Blick nach vorn! 05.10.10
Raju: "Mit den Gästen kehrt das Leben zurück!" o
Endspurt:
Am 18. Oktober sende ich den Spendentopf nach Kerala! 12.10.10:
Whow - fast 6.000,00 Euro 15.10.10:
Neue Fotos - guter Fortschritt 20.10.10:
Neue Bilder - Geldtransport gestartet 01.11.10:
Muss Rajus Bein erneut operiert werden ? 13.11.10:
Geld gut angekommen - OP ungewiss 16.11.10:
Gäste als Farmhelfer? o
Gäste
auf die Palme bringen? 02.12.10:
Kein Netz im Busch - aber neue Spenden o
Spendensaldo
erneut auf 500,00 EUR ! 11.12.10:
Raju wird erneut operiert 16.12.10:
Raju wieder online: Es geht besser ! 26.12.10:
Nun doch neue OP: Raju muss wieder ins Krankenhaus 10.01.11:
Es sieht nicht gut aus 13.01.11:
Wieder 40.000 Rupien für die OP
fällig ! 20.01.11:
Reisegutscheine für die Kerala
Discovery? 02.02.11:
Keine besonderen Vorkommnisse o
Tabelle: Hospital- & Apotheken-Kosten Raju 07.02.11:
Raju: "Behandlungskosten steigen ins Endlose!" 27.02.11:
Raju: "Es gibt viel schlimmere Behinderungen!" 28.04.2011: "Maundy
Thursday" auf der Vettikavumgal
Farm 26.05.11:
Schnee von gestern ? 11.06.11:
Raju: "Vettikavumgal Hospital"
22.07.11:
Jahrestag Rajus Unfall 22.07.10 Kerala-Farm:
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Zumindest den Umständen entsprechend geht es Raju nach seinem schweren Verkehrsunfall langsam besser. Diese Woche hat man bereits eine Gefäß- und Gewebetransplantation für den verletzten Fuß vorgenommen. Viele gute Wünsche erreichten unseren Keralafarmer inzwischen. Nicht nur von den ehemaligen Keralagästen - auch aus dem INN-Leserkreis haben sich viel erschüttert gezeigt.
Hauptsächlich haben wir die Genesungswünsche telefonisch über die Familie weitergeleitet - ob die vielen eMails schon gelesen wurden, bezweifle ich. Im Monsun sind die dörflichen Leitungen oft tagelang gestört.
Auf die Bedenken der Familie, wann Raju wohl wieder laufen könne, soll er grimmig gesagt haben: "Ich werde bald wieder gehen können, glaubt mir!" - Er ist also keineswegs entmutigt oder gar depressiv nach diesem schweren Unfall. Und ich halte das für ein gutes Zeichen: Raju kämpft - und das mobilisiert die Selbstheilungskräfte zusätzlich.
Es macht das Unglück zwar nicht kleiner - aber auch die Schuld am Unfall scheint nach neuesten Erkenntnissen nicht bei Raju zu liegen. Der Fahrer des entgegenkommenden Wagens sei aus der Spur geraten und habe den Frontalzusammenstoß verursacht.
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Aus dem Emailberg ziehe ich stellvertretend zwei, weil sie den Tenor Eurer Zuschriften treffen und zudem noch eine gute Idee aufwerfen:
Hallo Bernd, Ich habe eine Karte für Raju und die Familie vorbereitet, die ich heute nach der Arbeit zur Post bringe. Gibt es etwas, was wir von hier aus tun können? Hast Du evtl. schon an einen Spendenfond gedacht, in den Menschen, die auf der Farm die Gastfreundschaft genießen durften, etwas geben können und der ggf. eine kleine finanzielle Unterstützung für Lovely und die Kinder darstellen könnte. Hältst Du uns bitte per INN auf dem Laufenden? Ich habe am Wochenende auch Ute am Telefon von Rajus Unfall erzählt und ihr die Nachricht aus den INN per Mail geschickt. Sie war auch ganz erschüttert und besorgt. Liebe Grüße, Anneli
Natürlich halte ich Euch auf dem laufenden, ist doch klar! Ich bin sehr froh, dass Ihr die Idee mit dem Spendenkonto aufbringt. Denn vorsichtigen Schätzungen zufolge wird die Familie für Rajus OPs, Krankenhaus und Reha wohl mit 10 Lakh rechnen müssen. Das ist eine Million Rupien, umgerechnet fast 17.000 Euro, die weder von einer Kranken- noch Unfallversicherung gedeckt sind. Und es geht über die Ersparnisse der Vettikavumgal-Geschwister weit hinaus.
Hallo Bernd! Da melde ich mich wieder einmal. Was meinst Du, solltest Du nicht eine Kontonummer bekannt geben, damit wir der bedauernswerten Familie von Raju ein bisschen helfen können? EUR 3000,-- sind ja auch für uns schon viel, aber erst für eine Familie in Indien! Das ist wohl nur mit Kredit gegangen und ich befürchte, dass sich irgendein Kredithai nun sein Sümmchen dazu verdient wird. Für uns sind doch ein paar Euro wirklich zu verkraften, und ich glaube, alle die schon einmal auf der Farm zu Gast waren, wären damit einverstanden. Ich war zwar noch nicht dort, hoffe aber in den nächsten Jahren doch einmal deren Bekanntschaft zu machen. Einen Versuch wäre es doch wert? Noch dazu sind wir sicher, dass das Geld durch Dich dort auch ankommen wird. Wir profitieren ja alle, die wir den „Indernetter“ wöchentlich ins Haus bekommen – gratis noch dazu! Ich hoffe, es hatten schon mehrere Deiner Leser diese Idee. Ganz liebe Grüße - Erika, Bad Ischl - Österreich
Wie gesagt - es ist eine sehr nette Geste von Euch, zumal wir mit den 3.000 Euro noch lange nicht auskommen. Das war nur für die erste schwere 16-Stunden-Operation.
Natürlich sind Eure Spenden sehr willkommen, und ich nehme sie gern entgegen. Damit ich diese "Einnahmen" nicht versteuern muss, bitte unbedingt "Spende für Raju" im Verwendungszweck der Überweisung angeben. Eure Spenden werden spätestens Ende Oktober nach Indien mitgenommen.
Am Dienstag habe ich mit Raju telefonieren können. Ich sagte ihm "Was machst Du für Sachen!" und er nahm es wörtlich und antwortete lachend: "Ich liege!" Dann aber sagt er, dass die Ärzte sehr zufrieden mit ihm sind. Er habe kaum Schmerzen und könne das verletzte Bein bereits wieder etwas bewegen.
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Inzwischen ist Raju in Kozhikode weiterhin in der Intensivstation. Eine dritte OP (weitere Gefäß- und Gewebetransplantation aus dem Arm) hat er gut überstanden, und alle sind optimistisch: Wahrscheinlich werden keine ernsteren Spätfolgen auftreten, wenn alles sich weiterhin so gut entwickelt. Die staatliche Wasserversorgung, Rajus Arbeitgeber, hat ein Attest mit Kostenprognose angefordert. Daher wissen wir nun, dass die Privatklinik ca. 700.000 Rupien (ca. 11.500 Euro) kosten wird. Wir werden also weiter sammeln und das Beste für Raju hoffen
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Raju kann bei allem Unglück
nicht klagen: Er liegt in der besten Privatklinik Keralas und sein behandelnder
Arzt ist der Chirurg Dr. Krishnakumar K.S., dem Chefarzt der plastischen
Chirurgie. Spezialisten mit seiner Qualifikation gibt es nur eine Handvoll in
Indien.
Das Krankenhaus mit dem (für
unsere Ohren) seltsamen Namen "Baby Memorial Hospital" befindet sich auf der
Indira Gandhi Road in Kozhikode (Calicut) trägt seine Namen als Erinnerung an
den verstorbenen K.C. Varghese, den Vater des derzeitigen Chief Physician Dr.
K.G. Alexander. Sein Vater war sein Leben lang von allen aus Liebe und
Respekt "Baby" genannt worden, ein Rufname, der auch für Erwachsene
in Kerala nicht ungewöhnlich ist.
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Raju selbst konnte sich
tagelang an den Unfallhergang nicht erinnern. Eine typische kongrade Amnesie
nach dem traumatischen Erlebnis. Erst im Krankenhaus setzte sein Bewusstsein
wieder ein. An alles konnte er sich wieder erinnern - nur nicht an den Unfall
und wie er ins Hospital gekommen war.
In der Folge bekam ich mehrere
Schilderungen über den Unfallhergang und die schweren Verletzungen Rajus.
Wenn ich zunächst von einem zerschmetterten rechten Fuß ausgehen musste,
zeigen die Bilder vom Mittwoch zwei intakte Füße - es war der rechte
Unterschenkel, der so gequetscht und zersplittert worden war, dass im
Government Medical College die Ärzte zunächst keine andere Möglichkeit sahen,
als das Bein unter dem rechten Knie zu amputieren.
Das können wir aus einem
detaillierten Bericht entnehmen, den ich zusammen mit Fotos am Mittwochabend
von Rajus Freund Cyriac erhalten habe. Der schreibt mir in gutem Englisch,
und ich übersetze mal:
Lieber Mr. Bernd Symons, mein Name ist Cyriac, ein guter Freund von Raju. Weil Raju nicht in der Lage ist, selbst zu schreiben, übernehme ich das gern.
Wie Du sicher gehört hast, ist ein Toyota Qualis mit Rajus neuem Motorrad zusammen gestoßen. Das war am 22. Juli 2010 gegen 20:30 Uhr, als er vom Büro nach Hause fuhr. Der Unfallgegner brauchte seinen Qualis 50 Meter nach dem Zusammenstoß zum Stehen. Zeugen sagten, der rechte Vorderreifen des Qualis sei geplatzt gewesen. Das mag der Grund sein, warum der Fahrer in die Gegenfahrbahn geriet.
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Durch den Unfall wurde das lange Seiten-Trittbrett des Qualis abgerissen. Wir vermuten, dass dieses Teil Rajus rechten Unterschenkel zerfetzt und fast abgetrennt hat. Im rechten Arm/Hand hat Raju zwei weitere Frakturen.
Der Besitzer des Unfallfahrzeugs mietete sofort ein anderes Auto und brachte Raju ins Government Medical College Hospital. Dort sagten die Ärzte, dass sie keine andere Möglichkeit sähen, als Rajus Bein unter dem Knie zu amputieren. Jedoch vermuteten sie, dass das Bein eventuell durch Mikro-Gefäßchirurgie gerettet werden könne.
Inzwischen hatte Raju Lovely benachrichtigt, die zusammen mit seinem Bruder Gilson und einigen Freunden fast gleichzeitig mit ihm im Krankenhaus eintrafen. Alle zusammen überführten den Verletzten ins Baby Memorial Hospital, wo sich ein sehr guter Gefäßchirurg, Dr. Krishnakumar, des Patienten annahm. Zu diesem Zeitpunkt traf auch ich dort ein.
Dr. Krishnakumar und sein Team begannen gegen 23:15 Uhr mit der Operation, die dann über 12 Stunden dauerte. Gleichzeitig richteten orthopädische Chirurgen auch Rajus Arm und rechte Hand.
Bereits am nächsten Tag sah ich, dass Raju seine Zehen bewegen konnte! Am meisten aber bewundere ich Rajus ungebrochene Willenskraft und seinen klaren Verstand.
Bislang hat sich Raju zwei weiteren langen Operationen unterziehen müssen. Man hat seinem linken Bein und aus dem Rücken Muskeln, Blutgefäße und Haut entnommen und in den rechten Unterschenkel transplantiert.
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Mit lieben Grüßen von Raju und Lovely füge ich einige Fotos bei, die ich heute gemacht habe.
Ich hoffe, dass Raju mit Gottes Hilfe wieder laufen wird - vielleicht schon in ein paar Monaten.
Regards Cyriac
Ein guter Freund, der Cyriac,
und ich hoffe, wir alle dürfen seinen Optimismus teilen. Durch ihn wissen wir
nun die näheren Details und können das bisher Geschriebene etwas korrigieren.
Aus dem Malayalam übers Englische ins Deutsche - da kommt schon mal etwas
falsch rüber. So hat Malayalam ein Wort, das 'Bein' und 'Fuß' zugleich
bedeuten kann. Auch gibt es nur ein Wort für Finger und Zehen. Deshalb war
ich am Mittwochmittag verwirrt, als Raju sagte "I can move my
fingers" - er meinte die Zehen. Und auf den Bildern sehe ich erstmals,
dass der rechte Fuß unversehrt aus dem dicken Verband heraus ragt.
Ich habe dann von der großen Sympathie und Anteilnahme
erzählt, die ihm aus Europa entgegen gebracht wird. Ich erzählte ihm, dass
wir begonnen haben, für seine medizinische Behandlung zu sammeln und bereits
2.000 Euro zusammen gekommen sind, da
zitterte seine Stimme. Mehr als ein "Thank you very much!" brachte
er nicht heraus.
In Indien einen Unfall haben, ist auch bei eindeutig geklärter Schuldfrage nicht so einfach. Zwar räumt Rajus Unfallgegner die Schuld ein - Schadenersatz wird seine Versicherung jedoch nur nach Gerichtsentscheid für eine Versorgung im Regierungs-Krankenhaus leisten. Über deutsche Selbstverständlichkeiten wie Schmerzensgeld können indische Versicherungen nur lachen.
Raju bekommt alle 3 Stunden schwere Schmerzmittel. Es ist weniger das operierte rechte Bein, sondern der Rücken und das linke Bein, die ihm starker Schmerzen bereiten. Hier sind für die Transplantationen Haut, Muskelgewebe und Blutgefäße entnommen worden. Der tägliche Verbandwechsel ist eine Tortur für unseren Gastgeber von der Kerala-Farm. Zumindest das wird von Ärzten und Schwestern der Privatklinik fachgerecht erledigt - die gesamte übrige Versorgung obliegt der Familie des Verletzten.
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Anneli aus Düsseldorf macht sich Sorgen, wie es nun auf der Farm weitergeht. Wer einmal Gast auf Vettikavumgal war wie sie, fragt sicher ähnlich:
Nach den Bildern von einem fest eingegipsten oder eingewickelten Raju und einer sehr traurig und müde ausschauenden Lovely in der letzten INN habe ich mich gefragt, wie Lovely denn jetzt immer ins Krankenhaus kommt. Sie kann doch kein Auto fahren und mit dem Bus ist es bestimmt ein langer Weg; ich habe die Entfernung nicht mehr im Kopf. Wie haben wir uns Raju's Versorgung im Krankenhaus vorzustellen? Lovely's wunderbare Kochkünste tragen sicher einiges zur Genesung bei.
Wie ist es für die Kinder, dass Raju gar nicht und Lovely den Tag über nicht auf der Farm ist. Wer kümmert sich um sie und wie geht es ihnen in dieser schwierigen Situation? Muli ist ja auch wohl noch auf der Farm - oder nur wenn Gäste da sind?
In wieweit helfen Nachbarn und Familie und Freunde?
Vielleicht haben sich andere Leser, die schon einmal vor Ort waren oder eben auch nicht, solche Fragen ebenfalls gestellt. Das wäre doch in diesem Zusammenhang ein interessanter Beitrag für die INN, damit wir und andere ein Bild davon bekommen, was es heißt, in Indien schwer verletzt im Krankenhaus zu liegen.
Mit dem Bus dauert es von der Farm im Busch etwa 3 Stunden bis zur ca. 40 km entfernten Distriktshauptstadt Calicut. Rajus Ehefrau Lovely ist deshalb seit dem Unfall nicht zu Hause auf der Vettikavumgal-Farm gewesen. Sie schläft bei Raju im Krankenzimmer und versorgt ihn rund um die Uhr. Eine Pflegekraft kostet pro Tag 500 Rupien - also beschränkt man sich auf die Phasen, in denen Raju auf die Intensivstation muss. Doch auch dann steht das Krankenzimmer auf der Normalstation zur Verfügung, und Lovely kann dort schlafen. Wenn sie dazu kommt.
Auf der Farm schaut inzwischen Amachi (die Großmutter) nach den Kleinen. Auch Rajus Bruder Gilson lebt mit seiner Frau Anci und den Kindern in seinem Haus auf dem Farmland - es ist nur einen Steinwurf weit entfernt, und man hilft sich selbstverständlich. Es ist also Lovely's geringste Sorge, dass zu Hause alles drunter und drüber geht.
Amachi hat für Rajus Verdauung Tamarinden zubereitet, denn sein Stoffwechsel ist völlig durcheinander. Schonkost nach Anweisung des Arztes holt Lovely aus der Krankenhausküche. Alle anderen Dinge des täglichen Bedarfs von ihrer eigenen Nahrung bis hin zur Tageszeitung für Raju geht sie in der Stadt einkaufen. Doch auf die gute Vettikavumgal-Küche muss Raju zur Zeit leider verzichten.
Raju leidet unter dieser Situation. Manchmal ist er nahe am Krankenhauskoller. Er möchte heim - aber daran ist nicht zu denken. Noch nicht.
Am Samstag ist Rajus Anwalt im Krankenhaus erschienen und die erforderlichen Vollmachten wurden unterschrieben. Viel Hoffnung machte er nicht. Zwar war der Unfallgegner versichert (was bei ca. 50% der indischen Fahrzeuge trotz Versicherungspflicht nicht der Fall ist), aber die gegnerische Versicherung wird nur nach langwierigen Prozessen zahlen.
Dann wird Raju wohl das kaputte Motorrad bezahlt bekommen - Krankenhauskosten werden vom Gericht jedoch höchstens im Umfang einer Versorgung im Government Hospital festgesetzt. Ihr wisst inzwischen, was das bedeutet hätte: Dort hätte man Raju lediglich vor die Wahl gestellt: Willst Du dein Leben behalten oder Dein Bein?
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Raju wird also nur einen winzigen Teil der medizinischen Versorgung in der Privatklinik erstattet bekommen. Natürlich weiß man das dort, und so musste Rajus Bruder Gilson jede OP und die anschließende Intensivpflege innerhalb von jeweils 24 Stunden in bar bezahlen.
Am 16. August meldete sich noch einmal Rajus Freund Cyriac aus Kozhikode:
"Die Gesundheit unseres Freundes Raju bessert sich beträchtlich. Gestern wurden seine Verbände und Bandagen erneuert und die Infusionsflaschen entfernt - er braucht sie nicht mehr. Dr. Krishnakumar kam mit seinem Team zur Visite, und unter der Aufsicht des Arztes konnte Raju sein linkes Knie ohne Schwierigkeiten beugen. Dort waren Blutgefäße und Gewebe für das verletzte rechte Bein entnommen worden. Laut Dr. Krishnakumar (der große Herr auf dem Foto) entwickelt sich Raju ausgezeichnet. Er beginnt bereits mit der Physiotherapie. Wenn die Heilung weiter so schnell und ohne Komplikationen verläuft, wird Raju schon in etwa zwei Wochen nach Hause entlassen.
Auch ein Team aus Orthopäden, Algemeinmedizinern, plastischen Chirurgen und Gastroenterologen hat ihn gründlich untersucht. Raju schläft zur Zeit sehr schlecht. Die Wundschmerzen wecken ihn immer wieder. Doch Lovely ist ständig an seiner Seite. Sie hat auch die neuen Fotos gemacht.
Raju hat ein klares Bild seiner Situation und ist sehr optimistisch. Er diskutierte sogar mit Dr. Krishnakumar über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich Medizin-Tourismus. Dr. Krishnakumar war sehr interessiert - er behandelt sehr viele ausländische Patienten aus aller Welt."
Immerhin richtet Raju den Blick nach vorn - aber Medizintouristen werde ich wohl vorerst kaum nach Kerala einladen. Im Moment sind die sowieso durch die Berichte über den angeblich so gefährlichen neuen Krankenhauskeim verunsichert.
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Ich kann verstehen, dass Raju so schnell wie möglich nach Hause entlassen werden will. Während es in der Intensivstation ausgezeichnete Betten gab, ist seine Matratze in der Pflegestation anscheinend unter aller Kritik. Nachdem er sich schon ziemlich wundgelegen hat, bekam er diese Woche eine spezielle Luftmatratze. Damit geht es schon etwas besser.
Dass aus Euren Reihen bereits großzügig gespendet wurde, findet die Vettikavumgal-Familie natürlich großartig, und sie bedanken sich herzlichst für das Engagement. Das sagte sein Bruder Johnson am Telefon. Derweil gehen Eure eMails an Raju noch ins Leere, weil niemand an die Mailbox kann. Deswegen haben einige von Euch sogar Ihre Anteilnahme per Brief und Grußkarte ausgedrückt. Die Post kommt immer noch mit ca. 10 Tagen Verspätung im Dorf an - oder gar nicht, sollte jemand einen Geldschein beigefügt haben. Bedient Euch daher lieber des Spendenkontos. Das ist in jedem Fall sicherer.
Da wir inzwischen nur etwa ein Fünftel der vom Krankenhaus geschätzten Kosten beisammen haben, sind weitere Spenden dringend notwendig. Das ist in diesen Tagen nicht einfach, wo Millionen Flutopfer aus Pakistan und Indien um Hilfe rufen. Anneli ist allerdings optimistisch. Sie schrieb:
Hallo Bernd, Unabhängig von meiner bereits getätigten Spende, habe ich mal eine ganz einfache Rechnung aufgemacht: Wenn jede/r der 4.049 email-Empfänger der INN nur 1 Euro spendet, als kleines Dankeschön für das kostenlose ABO, dann ist schon ein Drittel der Kosten für die Familie von Raju gedeckt. Entsprechend bei 2 Euro und bei einem Betrag von 3 Euro sind es zwei Drittel oder fast die gesamte Summe von ca. 17.000 Euro. Und wenn es sogar 5 Euro sind, die wir sonst mal so eben - ich z.B. für ein Päckchen Tabak - ausgeben, bleibt sogar ein kleiner Puffer für weitere Kosten übrig. Wenn man es so betrachtet, zeigt sich, dass auch mit Kleinstbeträgen großartige Hilfe geleistet werden kann. Liebe Grüße, Anneli
Klingt gut, nicht wahr? Doch ich denke, dass wir eine Menge sog. Gelegenheitsleser/innen unter den Abos haben. Die bekommen die INN zwar - lesen sie aber nur sporadisch. Manche sind sogar etliche Wochen mit dem Lesen im Rückstand. Schlimmstenfalls müsste man Annelis Rechnung mit den ca. 200 Lesern machen, die ich zum sog. engagierten "Harten Kern" rechne. Doch selbst dann summieren sich gespendete Fünfer zu ordentlichen 1.000 Euros.
Also rufe ich spenderingend: Bitte nicht nachlassen! Die anderen tun's auch nicht - siehe Anja aus Hannover:
Hallo Bernd, lieben Dank für die Info noch einmal außerhalb der InderNettNews. Susanne hatte mich allerdings schon über Rajus Unfall informiert... Ich bin so froh, daß er noch so "gut" davon gekommen ist und hoffe aus ganzem Herzen, daß seine Genesung weiterhin so gut voranschreitet. Ein tapferer Mann, dieser Raju! Aber nicht nur ihm gelten meine guten Wünsche, sondern auch der Familie, die ja momentan mit Sicherheit auch einiges an Mehrbelastung aushalten muss, emotional, finanziell und organisatorisch - nehme ich an, wenn ich mir die arme Lovely auf dem Foto so ansehe... Momentan sehe ich davon ab, eine Mail direkt an Raju & Family zu schreiben, weil ich davon ausgehe, dass dort sowieso keiner Zeit hat, sie zu lesen - oder wie ist Deine Einschätzung? Eine Spende werde ich noch heute auf den Weg schicken. Herzliche Grüße, Anja (aus Hannover)
Danke auch Dir, liebe Anja, für Deine Anteilnahme! Wie schon gesagt - eMails werden tatsächlich im Moment nicht abgerufen. Sie gehen aber nicht verloren. Sobald Raju aus dem Krankenhaus nach Hause darf, wird er sich darum kümmern, dass sein PC wieder ins Netz kommt. Im Moment sind wie so oft im Monsun viele Leitungen in ländlichen Gebieten gestört.
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Die ersten Meldungen im Juli waren verwirrend. Es waren Panikberichte von aufgeregten Familienmitgliedern, die sich erst nach einigen Wochen zu einem klaren Bild der Ereignisse zusammenfügen ließen. Die teils widersprüchlichen Berichte aus den InderNettNews ab Ausgabe 567 habe ich nun unverändert in die "Sondermeldungen" übertragen und berichte dort weiter.
Hier kannst Du den Neuigkeiten
aus Kerala tagesaktuell folgen. Auch der jeweilige Stand unserer
Spendensammlung ist dort immer sofort abzulesen. Du brauchst nun nicht mehr
eine ganze Woche bis zur neuesten INN-Ausgabe warten.
Die Verwirrung formt
inzwischen ein klareres Bild. Zuerst mussten wir uns nach dem Unfall vom 22.
Juli ernste Sorgen um Rajus Leben machen. Sein rechter Unterschenkel war
knapp unter dem Knie fast abgerissen, und er hatte viel zu viel Blut
verloren. Dann sprachen die Ärzte im Government Hospital von der Amputation
des zerquetschten Beins - nur das könne sein Leben retten.
Die Verlegung des Verletzten in eine private Spezialklinik von internationalem Ruf brachte neue Hoffnung. Rajus zersplittertes Bein wurde in einer 16-stündigen OP von einem Spezialistenteam wieder gerichtet und angenäht.
Zwei weitere Operationen in
der plastischen Chirurgie folgten in der nächsten Woche. Haut, Gewebe und
Gefäße wurden im linken Bein und im Rücken entnommen und in den verletzten
Unterschenkel transplantiert. Weitere Transplantationen konnten erforderlich
werden, falls Komplikationen auftreten.
Nach Schätzungen der
Privatklinik waren zu diesem Zeitpunkt Behandlungskosten von umgerechnet bis
zu 17.000 Euro zu erwarten. Dies hätte die Familie ins Nichts gestürzt:
Jegliche Rücklagen, Haus und Farmland wären verloren. Gleichzeitig hätte das
nach über 25 Jahren auch das Ende der Kerala Discovery Reisen bedeutet.
Doch es gab bisher keine Komplikationen, keine Entzündungen und ein starker, positiv denkender Kämpfer wie Raju konnte mit einer schnelleren Genesung rechnen.
So sind auch die neuesten
Kostenvoranschläge mit bis zu 10.000 Euro deutlich niedriger ausgefallen.
Glück im Unglück - aber auch diese Summe ist für die Vettikavumgal-Familie
immer noch existenzgefährdend.
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Mit unserer Sammlung können wir dazu beitragen, dass Raju das zwischenzeitlich beliehene Haus nebst Grund und Boden nicht verliert. Denn eine gute Versorgung sollte er weiterhin bekommen, sonst wird er für den Rest seines Lebens an Krücken gehen - eine Gefahr, die immer noch besteht und nur mit aufwendiger Physiotherapie verringert werden kann.
Heute war wieder eine Nachricht von Rajus Freund Cyriac in meiner Mailbox. Er berichtet kurz das Neueste, zeigt Fotos von heute und richtet liebe Grüße an alle Freundinnen und Freunde in Europa.
Natürlich hat er Lovely & Raju auch vom derzeitigen Stand unserer Sammlung berichtet.
Und beide waren überwältigt von Eurer Spendenbereitschaft!
Raju erinnert sich noch sehr gut an unseren letzten Spendentopf zu Gunsten der armen Seilerfamilie in Quilandi, der die Monsunstürme das Haus unbewohnbar gemacht hatten.
Damals habe ich monatelang getrommelt, und dennoch haben wir nur ca. 1.800 Euro zusammen bekommen.
Und nun haben wir für Raju bereits nach wenigen Tagen fast 3.000 Euro beisammen - niemals hätten Lovely & Raju mit einer derartigen Hilfsbereitschaft gerechnet. Es ist wohl richtig, was Marion aus Ravensburg am Telefon sagte: Es ist etwas völlig anderes, ob man fremde Leute unterstützt - oder jemanden wie Raju, den man persönlich kennen und schätzen gelernt hat, und der uns mit seiner Familie so schöne Ferientage in Kerala bereitet hat.
Weil Raju immer noch nicht in der Lage ist, persönlich zu schreiben, haben er und Lovely spontan Papier und Filzstift genommen und Cyriac dieses Foto machen lassen:
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Und es zeigt nach 4 Wochen und etlichen Fotos zum ersten Mal wieder dieses optimistische Lächeln, das wir alle kennen!
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Inzwischen regnet es draußen vor dem Fenster wieder reichlich im Kerala-Monsun. Für Raju angenehm, denn die Temperaturen im Krankenzimmer sind nun zwischen 23 und 28 Grad.
Heute hat Dr. Krishnakumar zur Visite alle Verbände entfernen lassen, um den Heilungsprozess zu kontrollieren. Die Oberschenkelpartien des linken Beins heilen schnell. Dort hatte der Chirurg Hautpartien für den rechten Unterschenkel entnommen. Es verheilt nicht nur sehr gut - es werden auch keine Narben oder helle Pigmentstörungen zurück bleiben.
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Das hört sich gut an. Doch dann wurden die dicken Bandagen entfernt, und Cyriac hat ein paar schonungslose Fotos gemacht. Das drastischste Bild zeige ich hier nur stark verkleinert und überlasse es den Medizinern unter Euch und den ganz Starken, auf das Foto zu klicken und sich die Vergrößerung anzuschauen.
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Es ist tatsächlich etwas anderes, von solchen Verletzungen zu lesen oder sie in ihrer ungeschönten Schrecklichkeit ansehen zu müssen! Deshalb überlasse ich Euch die Entscheidung. Die Fotos vom "geschälten" linken Bein waren schon schwer zu ertragen.
Roswitha aus Ronnenberg
erinnert sich gern an die liebevolle Aufnahme auf der Vettikavumgal-Farm. Sie
möchte mehr tun als sie im Moment kann - und sie hat eine Idee, die Schule
machen könnte:
Hallo Bernd, ich bin sehr schockiert über die Verletzungen, die Raju bei seinem Unfall davongetragen hat. Er wird die nächsten Monate viel Geduld und Mut benötigen. Bitte richte ihm meine besten Genesungswünsche aus. Ich möchte ihm und seiner Familie gern helfen. Da wir aber mitten in der Renovierung unserer Wohnungen stecken, muss ich ein wenig auf unsere Liquidität schauen. Bitte wundere dich nicht, wenn ich bis Jahresende jeden Monat einen kleineren Betrag überweise. Viele Grüße (auch an Raju + Familie) Roswitha
Hallo Roswitha, es ist so nett von Dir, trotz knapper Kassen dennoch
etwas für Raju zu tun! Eben habe ich mit ihm telefoniert, und er war ganz
aufgeregt über die große Resonanz aus den Reihen der ehemaligen Gäste. Er hat
Euch alle eingeladen, im Winter die Farm zu besuchen und mit eigenen Augen zu
sehen, wie er mit Eurer Hilfe wieder auf eigenen Beinen stehen kann und nicht
einbeinig an Krücken gehen muss.
Das "Spenden in
Raten" ist eine gute Idee, die auch schon andere aus dem Freundeskreis
der Kerala-Familie hatten. Zwar werden wir den Spendentopf Anfang Oktober
erst einmal leeren und das Geld nach Indien bringen - aber wer danach noch
etwas für Raju & Family übrig hat, kann sicher sein, dass auch seine Gabe ankommt. Die nächsten Gäste werden es
mitnehmen.
Raju hat es am Telefon heute
noch einmal deutlich gemacht: Er wird im Winter dafür sorgen, dass unsere
Gäste keinerlei Einschränkungen aufgrund seiner Verletzung erwarten sollen.
Sollte er selbst keine längeren Strecken laufen können, so gibt es andere
Jungs mit guten Englischkenntnissen, die unsere Teams begleiten können.
Und Gäste, die etwas zusätzlich in die Familienkasse bringen, kann die Familie gerade in dieser schweren Zeit sehr gut gebrauchen.
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Rajus Leiden hat noch lange kein Ende. Diese Woche ist er wahrhaftig der Inkarnation des Doktor Eisenbarth begegnet. Das Neueste aus den letzten Tagen im Hospital haben mir Rajus Schwester Jessy und sein Freund Cyriac berichtet - mit neuen Bildern, die Lovely machte
Wir hatten uns schon gewundert, dass auf den Bildern beim Verbandwechsel keine Schienen und kein Gips zu sehen waren. Tatsächlich sind nicht nur die Knochenbrüche im rechten Arm, sondern auch die Splitterbrüche im rechten Unterschenkel innerlich mit Stahlnägeln, Schrauben und Schienen gerichtet worden. "Die letzten Röntgenbilder zeigten, dass alle Frakturen gut ausgerichtet waren, sagen die Orthopäden", schreibt Cyriac heute.
Raju hat in den 4 Wochen Klinikaufenthalt stark abgenommen. Außer "Choore" (Plain Rice) bekommt er nur wenig leichte Kost nebenbei. Zudem sind Rajus Muskeln bereits schlaff und degeneriert.
Ganz richtig scheint die Röntgendiagnose nicht gewesen zu sein. Das sieht man auf den ersten Bildern oben: Rajus rechter Fuß ragt rechtwinklig verdreht aus den dicken Bandagen. Ich versuchte zuerst, das mit der Gelenkigkeit der Inder zu erklären. Die sind nicht so steif wie mancher von uns und können tatsächlich mit ost-west gewinkelten Füßen ganz entspannt auf dem Boden sitzen oder liegen. Ich kann das nicht.
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Anscheinend war das bei Raju aber doch verdreht. Der Orthopäde, der das bei der Visite am Mittwoch entdeckte, erwähnte es mit keinem Wort. Heimlich rief er 2 starke Pfleger, die Raju festhielten. Und ehe Raju wusste, was geschah, hat der Orthopäde den rechten Fuß in die richtige Lage gedreht!
Ohne Morphium! Das Schmerzgebrüll unseres armen Raju sei noch am anderen Ende der Klinik zu hören gewesen, berichtete seine Schwester Jessymole. Sie war gerade aus Wyanad zu Besuch und musste alles mit ansehen. Raju sei für den Rest des Tages nicht mehr ansprechbar gewesen, anscheinend sogar zeitweilig vor Schmerzen bewusstlos gewesen. Seither schreit er schon, wenn sich jemand nur in die Nähe seines Fußes wagt.
Cyriacs Kommentar dazu: "Stell Dir das mal vor! Diese Ortho-Docs sind die reinen Metzger!!! Aber wir haben ja unsere Ayurveda, die wieder richtet, was diese englische Schulmedizin nicht kann. Wir hoffen das Beste. Denn ansonsten schreitet die Besserung gut fort, und wahrscheinlich kann Raju nächste Woche tatsächlich die Klinik verlassen."
Hoffentlich! Dann kann sich auf der Farm unser Ayurveda-Therapeut Babu an die Arbeit machen und Rajus Muskeln wieder aufbauen. Das scheint auch mir neben der notwendigen Physiotherapie die erfolgversprechende Alternative.
Ich will Euch was sagen: Ich hatte mein Leben lang Angst vorm Zahnarzt - aber jetzt hat sich das gewandelt. Ich bin am Donnerstag mit einem munteren Liedchen bei meinem Zahnklempner gewesen - jetzt habe ich Angst vor indischen Knochenbrechern!
Und so was nennt sich Privatklinik mit Niveau. Jetzt wissen wir es besser: "Es tut Nivea als beim indischen Orthopäden!"
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Hille aus Kaarst ist Indien- und speziell Kerala-Stammgast. Mit ihrer Spende haben wir heute im Spendentopf die 3.000er Schwelle überschritten.
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Damit haben wir bereits ein Drittel der zu erwartenden Behandlungskosten beisammen. Das ist viel Geld für die indische Familie und eine große Hilfe, die die Vettikavumgals sich nie hätten träumen lassen. Immerhin erreicht unser Spendenaufruf nur verhältnismäßig wenige Menschen. Zumindest im Vergleich zu den großen Hilfsorganisationen, deren Aufrufe in allen Medien veröffentlicht werden.
Der schnelle Erfolg lässt mich hoffen, dass wir im Laufe der nächsten 4 Wochen noch einen ordentlichen Betrag dazu bekommen, bevor ich Anfang Oktober das gesammelte Geld nach Indien sende. Das tue ich wie gesagt in bar, da unsere Euroscheine in Indien einen besseren Wechselkurs bringen - besser noch als der Bankweg, der unserer Kerala-Familie zusätzlich noch Steuerprobleme machen würde.
In den letzten Tagen habe ich keine neuen Nachrichten aus dem Baby Memorial Hospital bekommen. Ich warte jeden Tag darauf, dass Raju entlassen wird.
Das bekannte "Nuschel-Englisch" von Raju in Tateinheit mit schlechter Mobilfunkqualität ist der Grund, warum ich unseren armen Kochattan am Telefon nicht verstehe. Was mir bleibt, um auf dem Laufenden zu bleiben, ist sein guter Freund und Arbeitskollege Cyriac, der mir in den letzten Wochen regelmäßig eMails und Bilder geschickt hat. Leider ist der studierte Geologe aber beruflich viel unterwegs, so dass wir eine Woche nichts aus Kerala gehört haben. Doch heute kam wieder Post
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Doch ich bin glücklich, über Cyriac einen regelmäßigen Draht zu Rajus Krankenzimmer im Baby Memorial Hospital zu haben. Obwohl wir uns persönlich noch gar nicht kennen, gibt sich Cyriac große Mühe, uns auf dem Laufenden zu halten. Wie er Raju sehr schätzt, denn ihm verdankt Cyriac seine große Liebe.
"He introduced the best thing in my life - my wife Romy", sagt Cyriac. Das ist nun 20 Jahre her, seit Raju sich bei seiner damaligen Kommilitonin Romy als Brautwerber betätigt hat. Was wir hier oft abfällig als "Kuppler" bezeichnen, ist im ländlichen Indien eine ehrbare Tradition im Rahmen der Heiratssitten. Hier ist es noch tabu, eine attraktive junge Dame selbst "anzubaggern". Das geht alles seinen ordentlichen Gang über die Familien. Da kommen Brautwerber ins Haus, zeigen den Eltern Fotos und verkünden, dass da ein heiratsfähiger junger Mann aus guter Familie ist. So finden zwei Familie zusammen, stimmen die Mitgift der Braut auf die Güter ab, die der Bräutigam mit in die Ehe bringt, und zuletzt werden die potentiellen Ehekandidaten einander vorgestellt. Dabei haben Braut & Bräutigam das Recht, Nei zu sagen. Doch bei Cyriac war es Liebe auf den ersten Blick. Heute ist Romy Mathematik-Dozentin an einem College in Calicut.
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"Leider war ich beruflich sehr eingespannt und es gab eine große Lücke in unserer Korrespondenz", schreibt Cyriac heute. "Die letzten Tage waren sehr hektisch. Inzwischen hat aber Lovely ein paar neue Bilder gemacht, und Raju hat mir die Speicherkarte gegeben. Seit 3 Tagen ist Rajus Diät etwas gelockert worden, und er darf wieder fast alles essen. Bisher war ihm eine strenge diabetische Diät verordnet. Insulin-Injektionen bekommt er weiterhin.
Ganz allmählich nimmt Raju wieder zu. Die Operationswunden am rechten Bein eitern immer noch stark. Dr. Krishnakumar ist aber nicht besorgt. Das sei normal, sagt er und sticht bei der Visite mit einer langen Schere in die Wunden, damit die Flüssigkeiten ablaufen können.
Raju spürt davon nichts, denn der Wundbereich am Unterschenkel ist noch ziemlich gefühllos. Laut Dr. Krishnakumar ist der Heilungsprozess gut. Gestern hat er Raju erneut bestätigt, dass er ihn am kommenden Montag nach Hause entlassen könne.
Sorgen machen mir aber Rajus Schlaflosigkeit und die Halluzinationen, die er hatte. Wenn er kurz einschläft, wacht er durch Alpträume wieder auf. Zweimal hat er mich geweckt, weil er mitten in der Nacht angerufen hat. Er fühle sich schlecht und habe unbestimmte Angstzustände, klagte er.
Deshalb habe ich den Reverend Fr. Ephrem Thomas kontaktiert, der psychologische und geistliche Familienberatungen durchführt. Raju fand die Idee sehr gut, und Bruder Ephrem hatte bereits eine einstündige Sitzung mit Raju und Lovely. das tat gut, und weitere Sitzungen werden folgen.
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Inzwischen lässt der Monsun langsam nach. Doch der Regen hat noch nicht ganz aufgehört. Wenn Du mehr über das Klima erfahren möchtest, besuche die Seite des IMD (India Meteorological Department) mit Satellitenbildern und detaillierten Wetter-Reports."
Natürlich nett gemeint - aber die detaillierten Reports aus dem Krankenzimmer interessieren uns im Moment mehr als der Kerala-Wetterbericht (Da hält uns auch die KD-Wetterseite auf dem Laufenden).
Alles in allem scheint für Raju das Schlimmste überstanden - hoffen wir, dass seine Schlafstörungen auf den Hospitalkoller zurückzuführen sind.
Dann wird er im eigenen Bett auf der Vettikavumgal-Farm nächste Woche sehr schnell besser schlafen.
Derweil ist die Anteilnahme der Freundinnen und Freunde unserer Kerala-Farm ungebrochen. Ute aus Bissendorf schreibt:
Hallo Bernd, Ich bin sehr betroffen über diesen Unfall und werde morgen 50,00 Euro auf Dein Konto für Raju überweisen. Ich finde diese Aktion sehr gut und hoffe, dass damit wenigstens finanziell die Familie etwas besser da steht. Ich war im Dezember 2008 in Kerala dort zu Gast und es war ein unvergesslich schöner und ungewöhnlicher Urlaub. Liebe Grüße - Ute
Am 9. August habe ich auf Anregung der ehemaligen Farmgäste den Spendentopf eröffnet, und seither sind 22 Spenden von 30,00 bis 1.000,00 Euro eingegangen! Es ist ein großes Kompliment an Raju und seine Familie, an die man sich noch nach langen Jahren gern erinnert. Denn bei manchen Spendern ist es bereits mehr als 10 Jahre her, seit sie auf Vettikavumgal zu Gast waren. Danke Euch allen!!
Dr. Krishnakumar hat sein Versprechen gehalten und Raju am gestrigen Montag auf freien Fuß gesetzt. Auf den Linken nämlich, denn der Leidensweg des rechten Beins ist noch lange nicht beendet.
Raju wird nun im Kreise der Familie sehr schnell aufblühen. Die "Internierung" im Hospital war zuletzt ja sehr deprimierend für ihn. Aber leichter wird die Behandlung nun nicht, denn zweimal in der Woche muss Raju zu Dr. Krishnakumar ins 2 Stunden entfernte Calicut zum Verbandwechsel.
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Das schrieb sein Freund Cyriac mir gestern und meinte, nun könne Raju ja von zu Hause selbst wieder eMails schreiben. Ob er da nicht etwas zu optimistisch war? Immerhin kann Raju noch nicht vor dem PC sitzen und tippen.
Auch die zwei Fahrten wöchentlich ins Baby Memorial stelle ich mir schmerzhaft vor. Aus Kerala höre ich, dass die Straßen im Monsun sehr gelitten haben. Liegend im Pkw 4 Stunden auf Marterstrecken hin und zurück zur Farm - das wird hart!
Aber für den Kochattan Raju ist das das kleinere Übel. Er ist froh, wieder daheim zu sein. Und für uns alle ist es ein Signal, dass das Schlimmste nun überstanden ist.
Ich hoffe, das mobilisiert seine Kampfkraft wieder. Denn die ist wesentliche Voraussetzung für eine schnelle Heilung.
Immerhin habt Ihr ihn mit guten Wünschen und weiteren Spenden aufgerichtet, und wir haben nun - wie die Inder sagen - 2,2 Lakh gesammelt. Ich kann nur immer wieder Danke sagen!
Auch Anneli aus Düsseldorf schaut täglich auf dieser Seite nach, was es Neues über Rajus Genesung zu berichten gibt. Die Nachricht von der Krankenhausentlassung hat sie sofort gelesen:
Hallo Bernd! Das DANKE möchte ich heute an Dich zurückgeben: "Schlage" seit letzten Freitag täglich die INN auf, um Neuigkeiten über Raju zu erfahren... und heute Abend finde ich tatsächlich die wirklich gute Nachricht, dass Raju nach Hause auf die Farm durfte. Das ist so toll; ich glaube, dass ihm das bei seinem weiteren Genesungsprozess sehr helfen wird, im Kreis seiner Familie und umsorgt von allen und v.a. Lovely.
In diesem Moment will ich dann gar nicht so sehr an die Strapazen rund um die Verbandwechsel denken.
DANKE an Dich, dass Du uns so intensiv auf dem Laufenden gehalten hast! Wenn Du Raju oder Cyriac sprichst, danke auch ihnen ganz herzlich für die geschriebenen und bebilderten Schilderungen aus dem Krankenhaus. Liebe Grüße an Lovely und die Kinder, Amachi - ein Dank an sie, dass sie sich in der ganzen Zeit um die Kids gekümmert hat.
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Das klingt wie ein Happy End. Wie ein Abschlussbericht sogar. Richtig ist, dass Raju sich unheimlich freute, wieder zu Hause zu sein. Besonders Amachis & Lovelis Küche hat er sehr entbehrt. Gestern Nachmittag hat er in die Küche gerufen, was es denn zum Dinner gäbe.
"Joghurt-Curry", rief Amachi zurück, und Raju fragte sofort nach einer Tasse Joghurt vorweg. "Aber der Yoghurt ist noch nicht ganz dick", sagte seine Mutter (selbstverständlich macht sie den Yoghurt selbst). "Oh bitte, dann mach mir doch ein Lassie!"
Und dann nuckelte er eine Stunde lang mit verklärten Augen an seinem Chili-Lassie.
Das hat mir heute Abend Mercy erzählt, die mit Amachi telefoniert hatte. Bis jetzt hatte Raju "nur" Lovely um sich, die ihn im Krankenhaus versorgt hat - jetzt freut sich die ganze Familie über die Heimkehr des Familienvorstands, und alle wollen ihm seine Wünsche erfüllen. Außerdem waren wegen Dr. Krishnakumar's strenger Diät alle Leckerbissen aus Mutters Küche tabu gewesen.
Ich erzähle Euch das, um das Gewicht zu verdeutlichen, das die Heimkehr für Raju hat. Denn auf der anderen Seite muss er dafür viele Schmerzen und Mühen auf sich nehmen, die es im Hospital nicht gab.
Zu Hause gibt es für ihn noch keine bequeme Luftmatratze. Auch das Krankenbett mit verstellbarem Kopfteil wird Raju vermissen. Und das Schlimmste wird - wie schon erwähnt - die Fahrt nach Calicut sein, die er mindestens noch weitere 4 Wochen lang jeden zweiten Tag durchstehen muss. Während er vergleichsweise bequem im Ambulanzwagen nach Hause gebracht worden war, wird die Familie für die Fahrten für Nachschau und Verbandwechsel ein ausreichend großes Fahrzeug mieten müssen. Egal wie groß - so bequem wie ein Krankentransporter wird das nicht sein können.
Ob das nicht das Pflegepersonal aus Dr. Augusty's Holy Cross Hospital im Dorf machen könne, hat Mercy gefragt. Nein, das ist unmöglich, hat Raju geantwortet. Sein Bein ist noch lange nicht so weit, als dass Dr. Krishnakumar es aus den Augen lassen möchte. Und der plastische Chirurg hat nun mal eine andere Qualifikation als ein Dorfdoktor - bei allem Respekt vor Dr. Augusty.
Vor allem aber hat Dr. Krishnakumar Rajus Vertrauen. Auch wichtig.
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Heute war der erste Verbandwechsel in Calicut fällig. Das entpuppte sich schwieriger als befürchtet. Ein geeignetes Fahrzeug gibt es nicht - also kam wieder der Krankenwagen, und Raju wurde von Bruder Gilson und den Söhnen unter schweren Schmerzen vom Bett auf die Bahre geladen. An den ersten beiden Tagen zu Hause zeigte sich unser Patient höchst unleidlich
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Wenn wir gehofft hatten, zu Hause würde es schneller besser, so müssen wir unsere Erwartungen doch etwas zurückschrauben und Geduld haben. Besonders die Familie. Raju ist gereizt, weil er nachts immer noch nicht schlafen kann. Den ganzen Tag hält er die Familie auf Trab und nörgelt über dies und jenes. Man hat ihm Rollen unter die Bettpfosten geschraubt, und nun lässt sich unser Patient ständig durchs Haus fahren.
Der Pflegesatz in der Klinik beträgt ca. 500 Rupien täglich - der Ambulanzwagen nach Calicut kostet 900 Rupien. Es stehen also 3.500 Rupien wöchentlich 1.800 Rupien für den Krankenwagen gegenüber. Das hat Raju vorgerechnet - aber nicht mit den Transportschmerzen gerechnet. Vielleicht war das an der falschen Stelle gespart und Raju zu früh entlassen worden? Beim Verladen in den Ambulanzwagen waren die Schmerzen jedenfalls höllisch - auf der holprigen Fahrt wird es nicht besser gewesen sein.
Aber Raju muss das selbst entscheiden. Noch jammert er, er würde vom langen Rumliegen noch sterben.
Ein Arzt habe gesagt, eine solche Verletzung müsse man zwei Jahre lang ruhig stellen. Sonst wird das nichts. Aber Raju beruft sich auf Dr. Krishnakumar, der optimistischer Prognosen gestellt und ihm schließlich auch erlaubt habe, nach Hause zu fahren.
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"Wir müssen geben, bis es wehtut. Ich hoffe, Sie geben nicht nur aus dem Überfluss heraus. Sie müssen etwas geben, das Sie etwas kostet." Mutter Teresa hat das gesagt. So mancher von Euch hat diesen Ruf gehört und nicht aus den Rücklagen gespendet, sondern unter Verzicht.
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Wie sonst ist es zu erklären, dass wir innerhalb nur eines Monats fast 4.000 Euro von nur 24 Spendern(innen) bekamen? Das sind im Durchschnitt über 165,- Euro pro Spende - das 33-fache dessen, was sonst üblicherweise an Hilfsorganisationen gespendet wird.
Dass Ihr "etwas gebt, das Euch etwas kostet" lese ich auch zwischen den Zeilen Eurer eMails. Zum Beispiel schreibt eine Spenderin:
"Eigentlich war ich erst etwas geizig, aber nach 3 Stunden jäten kam die Einsicht, auf die neuen Vorhänge, zu Gunsten eines Familienvaters zu verzichten doch in meinen Kopf. Deswegen 2 Überweisungen."
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Das macht mich neuerlich stolz auf Raju. Denn er hat nachweislich einen guten Eindruck bei seinen Gästen hinterlassen. Denn die überdurchschnittlich hohe Spendenbereitschaft belohnt die Gastfreundschaft unserer indischen Familie.
...steht in wichtigen Dokumenten, um Zahlenmanipulationen vorzubeugen. Die Wichtigkeit Eurer Hilfe symbolisiert die WordCloud, die ich aus den Spendenbeträgen gemacht habe. Dabei sind die Beträge am größten gedruckt, die am häufigsten gespendet wurden. So ist die Tausend und die Fünfzehn je einmal gespendet, die Fünfzig aber 6x eingegangen. Achtet also auf das Kleingedruckte - und lasst es wachsen!
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Seit Raju zu Hause ist, kamen keine Foto-eMails mehr aus Kerala. Gern würde ich Euch Raju im Kreise der Familie zeigen - aber die Leitungen sind tot. Heute habe ich lange mit Rajus Bruder Johnson telefoniert, und wir sprachen über den Widerstreit in unseren Herzen. Auf der einen Seite hassen wir den Katastrophenjournalismus mit seinen drastischen Bildern - auf der anderen Seite steht aber auch hier der Informationsanspruch aller, die sich für die Heilung des Verunglückten engagieren.
Daher wird Johnson am Wochenende mit der Familie telefonieren und die Situation erklären. Ich will keinesfalls, dass Raju diese Seite "Sondermeldungen" in den falschen Hals bekommt. Er hat schon vor einiger Zeit anklingen lassen, dass ihm diese Zurschaustellung seines Leids peinlich ist. Mit Hilfe des eMailkontakts zu seinem Freund Cyriac habe ich ihm klar gemacht, wie das zu verstehen ist. Lovely und Raju haben das auch eingesehen und spontan das "Thank-You-Foto" für Euch alle aufgenommen.
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Nun wohnt Cyriac leider in Calicut und kann nun nicht weiter fotografieren und berichten, seit Raju wieder zu Hause auf der 45 km entfernten Vettikavumgal-Farm ist. Ich hoffe, dass ich bald vom hauseigenen Computer neue Nachrichten bekomme.
Die Funkstille ist beendet! Heute habe ich mich riesig gefreut, denn Raju hat zum ersten Mal nach dem Unfall selbst geschrieben! Als er heim kam, war sein PC lange nicht benutzt und funktionierte nicht - sogar der Internetprovider hatte ihn abgeschaltet. Doch er hat ein kleines Netbook besorgt und müht sich nun im Bett liegend ab, uns zu schreiben. Gleichzeitig ist meine schöne, selbst gebastelte WordCloud heute nach zwei generösen Spenden von 100 und 500 Euro wieder ungültig geworden. Zum Glück!
Einige von Euch werden fragen, wer oder was denn "Kochattan" ist. Das ist Rajus "Nickname" aus Kindertagen und bedeutet so viel wie "kleiner Bruder" - das ändert aber nichts daran, dass er der älteste unter den Vettikavumgal-Geschwistern ist. Es ist eben sein Rufname, und so nennt man ihn lebenslänglich im Kreis der Familie und engen Freunde. Es ist eine Form der Höflichkeit in Kerala, dass man sich nicht direkt mit Namen anredet.
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Aber lest Rajus erste eMail selbst - im Original:
Dear
Bernd, dear friends all over Europe!
Greetings
from Kochattan.
Now I
am writing this letter from home. 2 weeks back doctor said most probably you
can go home in the end of this week or the first week of next week. Then I
planned to go home on fourth September and the doctor came on Thursday. I
asked to the doctor 'sir I am planning to go home on the forth of this month,
is that possible' Then the doctor said 'oh sorry o the fourth of this month I
am going to Mangalore for a seminar and I will be back only on Sunday so you
can go home on Monday after checking the legs once more'.
The
Monday doctor came and removed the dressing and cleaned and redressed. And
said to come twice in every week i.e., on Wednesday and Saturday.
There
is a big problem with my friend Cyriac who is living in Calicut near by my
office is now very busy in his office. His jurisdiction is from Thrissur to
Kasargod. He is a hydro geologist. He is in a very high position in service
and he is one of my best friends also. Now I went home from Calicut and it is
very difficult for him to take photos and reports from me.
So now
I got a new camera before discharging from the hospital and me, Paul, Martin
and Jaimon are taking the photos. This photos may not be as clear as that of
Cyriac's and I thought I can work with my normal PC from my home and for few
months I was not using the PC and connection.
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It was
disconnected from the department, so I got a mini laptop which can be used by
myself. I can use this laptop by laying in the bed and check the mails and
sent mails to you. But the problem is that internet connection for the laptop
will get only on Monday or Tuesday. So I am sending the mails and photos from
outside.
I am
sending some photos as attachment. The photos are those taken from hospital
and home along with that I am also sending some photos from last year when I
was on a tour with my family and Jessy and children. We visit our auntie's
place in Bangalore. We also visited Minni aunty who is staying in Bangalore.
You can see me and Amachi and all children enjoying the holidays. In between
that 3 girls are sitting, the girl in the middle is the daughter of Joy uncle
and the girls with her are the daughters of late Baby uncle.
I hope
I can have all this enjoyments in future with my healthy legs.
I
don't know whether the photos are good or not. It is not edited. All this
work is done by Paul and Martin.
Best
wishes from Kochattan to all who are helping us. I hope it will be a great
thing for me.
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At
present I paid rupees 8 hundred thousand as the hospital bill. I don't know
how much will be the further expenses. Anyhow I hope desperately to walk a little
bit in the end of October or in the first week of November.
Yours loving Kochattan
800.000 Rupien hat das Krankenhaus schon kassiert? Das sind ja schon über 13.000 Euro! Und was jetzt in den nächsten Monaten für die Untersuchungen, Verbandwechsel, Physiotherapie und Massagen anfällt, wird noch ein paar Tausende mehr kosten. Wo oben im Spendentopf bisher 10.000 Euro stand, habe ich nun vorsorglich ca. 15.000 Euro eintragen müssen.
Und dann hat Paul, sein Sohn, die Fotos angehängt und selbst auch noch etwas dazu geschrieben:
Dear
Bernd uncle this letter is drafted by me , Paul Sebastian. The letter may not
be up to the standard. Please forgive me if any spellings are wrong. I wish
you are fine. Please convey my wishes to all.
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We all
are praying to the god almighty for pappa’s recovery. May god give him all
the strength to overcome all the challenges. I and Martin is studying in
twelfth class now. Our studies are going well. Jaimon studying in eight and
Diana is in fifth, they are doing well.
Amachi
and Lovely are very busy with caring and fulfilling the needs of pappa. Pappa
is a little tensed about his leg.
The
climate is normal here. Temperature between 25-28 degree Celsius. Amachi is
looking the cows, giving food, cleaning the cow shed and so and so. Amachi is
healthy. Mummy is always with pappa from dawn to dusk and dusk to dawn.
Farms
are all uncared due to Pappas absence. For long time we were not doing the
works in the field, now as Pappa is ill and our exams are approaching we
don't have time to spent in the fields. We don't have time even to put the
fertilisers for bananas.
I hope
we boys can take the guest to the near by places and farms. Pappa is planning
to send his manager with the guests to the outside places. Our schools will
be closed by the end of march 2011.
Priyapetta Bernd uncle ella vitha bayungalum. Best wishes and regards from Vettikavumgal family. Amachi, Pappa, Martin, Paul, Jaimon and Diana.
Dass sich niemand um die Pflanzungen kümmern kann, seit Raju den Unfall hatte, habe ich nicht bedacht. Wenn der einzige Ernährer krank ist, kann er nicht wie sonst rechtzeitig Tagelöhner für die Plantagenarbeit anheuern und beaufsichtigen. Eigentlich klar. Auch diese Ausfälle belasten nun zusätzlich die Familienkasse.
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...meint Silvia aus Freiburg. Sie darf das sagen. Sie ist Mitglied der Spenderriege.
Ich hingegen bin einfach nur dankbar, denn ich weiß, wie schwer es heutzutage ist, Spendengelder zusammen zu bekommen - ohne prominente Paten, teure Anzeigen und Benefizveranstaltungen unter den Augen des Fernsehens.
Urteilt Silvia zu hart, wenn sie schreibt:
"...ich hoffe sehr, das die Spendensammlung für Raju noch anzieht, das ist ja jämmerlich. Wie ich schon sagte, wenn nur 2000 INN Leser je 10 € geben würde, dann wären wir doch wohl schon in wesentlich besserer Situation. Oh Mann, 10 €, das sind 2 Schachteln Zigaretten, oder eine Pizza u. Bier vom Pizzabringdienst - da kann man doch mal drauf verzichten, oder? Manche Sachen verstehe ich einfach nicht..."
Wie gesagt - ich verstehe es schon. Wenn sich schon hauptsächlich die Leser engagieren, die Raju persönlich kennen, dann kommen wir selbstverständlich nicht auf 2.000 Spender. Bei den ehemaligen Gästen war ich besonders dankbar für die überdurchschnittlich hohen Beträge - zum Teil von Vettikavumgal-Freundinnen und Freunden, bei denen der Besuch auf unserer Farm schon mehr als 12 Jahre zurück liegt.
Insofern möchte ich die INN-Leser(innen) besonders hervorheben, die bis zu 600 Euro gespendet haben, obwohl sie unsere Farmerfamilie überhaupt nicht kennen. Silvia gehört auch zu ihnen ... Danke Euch allen!
Inzwischen habe ich die neuen Fotos eingefügt, die Raju mit seiner ersten eMail geschickt hat - diese Fotostrecke beginnt bereits im Bericht vom 7. September
Tatsächlich
waren einige Links dieser Sonderseite bei KD-online letzte Woche gestört.
Doch einige haben ihn nicht einmal gefunden. Warum sonst wurde ich mehrfach
gefragt: "Wie geht's dem armen Raju denn - ich vermisse die Berichte in
den InderNettNews?". Deshalb veröffentlichte ich diese neueste Mail von
Angela auch in der aktuellen INN-Ausgabe und verweise gleichzeitig nochmals
auf die -> Sondermeldungen.
Angela aus Wien möchte ich insofern hervorheben, weil sie sich mehr als überdurchschnittlich für Raju engagiert hat und ihre Begleitmails um so berührender sind, als ihre gebuchte KD-Reise ihre erste Begegnung mit Indien sein wird - und mit der Rajputana Discovery nach Nordindien führen wird - weit weg von Kerala und Raju, den sie gar nicht kennen lernen wird.
Vor diesem Hintergrund ist Angelas Engagement für einen einzigen Menschen inmitten von Millionen Flutopfern des diesjährigen Monsuns absolut bemerkenswert. Angela schreibt dazu:
Der Unfall von Raju geht mir sehr nahe, meiner Tochter ist mit 16 Jahren ähnliches passiert. Nur wir leben in einem Land des Wohlstandes, der Versicherungen und Rechtanwälte. Das körperliche Wohl wurde in einem Jahr wieder hergestellt und die Versicherungen haben ihren Teil geleistet.
Da schaut es bei Raju und Familie anders aus. Auch wenn er rührend umsorgt wird, drückt das fehlende Geld aufs Gemüt.
Für meine Indienreise hatte ich ein gewisses Kapital zusammen gespart.
Unter anderem ist ein neuer Koffer, neue gute Schuhe, Geschenke für die daheim Gebliebenen, und nicht zu vergessen, meine Vorstellungen von schönen Dingen die ich in Indien kaufen möchte, einkalkuliert worden.
Wäre ich wirklich zufriedener wenn ich es mir erfüllen würde?
Ich denke, Indien wird mich auch mit einen ausgeliehenen Koffer, mit den alten guten Schuhen willkommen heißen.
Und Geschenke müssen ja nicht groß ausfallen.
Ja, ja, da bleibt doch etwas von dem Geld über, das Raju und Familie mehr braucht als ich.
Es ist nicht wichtig, was andere Menschen tun oder nicht tun, wichtig ist das es immer Menschen geben wird, die aus dem Herzen heraus das Richtige tun. Auch wenn ich mir manchmal wünsche, dass es mehr davon geben könnte.
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Natürlich
dürfen sich alle, die wortlos gespendet haben, nicht zurückgesetzt fühlen.
Ich kann schließlich nur Zuschriften hervorheben, die auch geschrieben werden
- die meisten haben allerdings kommentarlos gespendet. Ist ja schön, wenn man
nicht viel Aufhebens davon machen möchte. In der Spenderliste sind sogar
zwei, die nicht einmal mit dem Vornamen erwähnt werden möchten. Allen sind
wir dankbar!
Mercy hat gestern mit Raju telefonieren können und mir ein paar Neuigkeiten übersetzt
So haben wir beispielsweise die arme Jessy zu Unrecht beschukdigt, denn Rajus kahle Stellen sind nicht beim Haare schneiden entstanden. Sie sind bereits im Krankenhaus aufgetreten - ob vom langen Liegen oder von der zunehmenden Diabetes, weiß man nicht. Sie sollen aber wieder zuwachsen.
Auch die Fahrten mit dem alten Krankenwagen seien nicht so dramatisch, sagt Raju. Die Fahrer sind erfahren, fahren ganz langsam und vermeiden jedes Schlagloch - so hatte Raju keine schweren Schmerzen auf der Fahrt. Dafür dauert aber eine Strecke fast 3 Stunden und Raju ist an diesen Tagen praktisch den ganzen Tag unterwegs und erst spät abends wieder zu Hause.
Ich finde, das ist trotzdem zweimal wöchentlich eine arge Tortur.
Rajus Schlaflosigkeit ist unverändert. Lovely, die er die ganze Nacht auf Trab hält, kann nur tagsüber ein wenig schlafen, wenn sich der Rest der Familie um den Kranken kümmert.
Die sehr gläubige Vettikavumgal-Familie setzt auf den Allmächtigen: Am 23. September wird der Priester aus der Mary's Forane Church des Dorfes im Vettikavumgal-Haus eine Messe für Raju lesen. Alle Verwandten und Nachbarn werden dabei sein und für Rajus baldige, folgenfreie Genesung beten.
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Um noch einen Zuwachs im Spendentopf zu erzielen, bevor der Inhalt im Oktober nach Kerala getragen wird, habe ich heute eine Bitte an alle ehemaligen Gäste: Ruft doch Eure damaligen Reisegefährtinnen und -gefährten einmal an und fragt, ob sie von Rajus Unfall und unserer Sammlung bereits wissen. Das ist nämlich gar nicht so selbstverständlich.
Sie ist eine der enthusiastischsten Indienfreundinnen, war mit Schwester Sonja und Freundin Anja mehrfach in ganz Indien unterwegs und Anfang 2007 auch auf Vettikavumgal zu Gast, und das nicht zum letzten Mal. Sie studiert klassischen indischen Tanz und in ihrem Heim sieht man Indien in jedem Winkel. Trotzdem ist es Zufall, dass sie noch rechtzeitig für eine Spende von Rajus Unfall erfahren hat:
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Gebt allen Freunden/innen diese Adresse, damit sie direkt hierher finden: http://www.kerala-discovery.de/KD_Web/?Sondermeldungen.htm Am Telefon geht es mit diesem Kurzlink leichter: http://tinyurl.com/Raju-Unfall Er führt zur gleichen Adresse. |
"...ja, stell Dir vor, mich gibt es auch noch... Lange Zeit habe ich mich nicht gemeldet. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich schon in der letzten Mail (ist schon gaaaaaaanz laaaaange her) Besserung gelobt habe. Soviel zu den guten Vorsätzen....
Zwar bin ich immer noch arbeitstechnisch sehr eingespannt und mit Deinen InderNettNews hoffnungslos ins Hintertreffen geraten, aber für ein paar Zeilen werd´ ich mir jetzt endlich mal die Zeit nehmen. In den letzten Monaten habe ich Deine News immer nur kurz überflogen und in einen extra Ordner verschoben, damit ich sie nicht aus Versehen lösche, aber zu einem aufmerksamen Lesen bin ich noch nicht gekommen (mea culpa).
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Das stand in ihrer eMail von gestern. Und das gab den Anstoß, diese Telefonaktion anzuregen. Es ist ja völlig normal, dass diejenigen, die ihre Indienreise bereits hinter sich haben, auf langen Strecken vom grauen Alltag übermannt/überfraut werden und mit den INN in Rückstand geraten. So habe ich von etlichen seit Rajus Unfall nichts gehört, obwohl sie zum harten Kern der Indienfreunde zählen.
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Das kann nur daran liegen, dass sie die INN der letzten Wochen wie unsere Susanne aus Hannover aus Zeitgründen in die Warteschleife geschickt haben. Also ruft bitte Eure netten Reisegefährten wieder mal an und fragt, ob sie überhaupt schon vom tragischen Schicksalsschlag des 6-köpfigen Familienvaters Raju erfahren haben. Hinsichtlich des Spendentopfes kann ein Wink mit dem Zaunpfahl nicht schaden. Weiter schreibt Susanne das, was wir alle denken und fühlen:
Aufgeschreckt hat mich natürlich die Nachricht von Rajus schwerem Unfall. Diesen lebensfrohen, freundlichen und agilen Menschen so abgemagert, apathisch und leidend zu sehen ist absolut schrecklich. Ich hoffe, dass seine Genesung schnell Fortschritte macht und seine Hoffnung, bald wieder gehen zu können, nicht enttäuscht wird.
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Aber machen wir uns nichts vor: Wer die Bilder gesehen hat wird wissen, dass er noch viel Kraft brauchen wird und ich denke auch mehr Zeit, als er selbst wahrhaben möchte. Schön ist natürlich, dass er wieder im Kreise der Familie ist und dank Lovely's wunderbarem Essen wird er sicherlich auch bald wieder etwas zunehmen und zu Kräften kommen. Hoffentlich macht der Heilungsprozess weiter gute Fortschritte!
Und sie hat das mit ihrer Spende auch sogleich unterstrichen. Ganz im Verborgenen, denn ich habe sie gar nicht erkannt:
Etwas schmunzeln musste ich, als ich die Spenderliste sah. Meist die Vornamen mit Ortsangabe und mitten drin: Susanne E. Susanne E.? Da fiel mir ein: Wahrscheinlich weißt Du ja noch gar nicht, dass ich meinen Mädchennamen wieder angenommen habe... Also: Du darfst ruhig auch schreiben ´Susanne aus Hannover´.
...was ich auch sofort getan habe. Wenn zig indische Städte die Namen der Kolonialherren abschütteln und sozusagen ihren Mädchennamen wieder annehmen, warum sollte Susanne nicht das gleiche Recht haben?
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Dass dann entfernt bekannte Greise sie nicht in die richtige Schublade kriegen, ist das kleinere Übel. Ich habe zwar vermutet, dass es "die" Susanne sein könnte - aber es gibt für eine zweifelsfreie Identifikation einfach zu viele Susen in meinem Nest. Und die alle zu fragen, wäre der einen oder anderen sicher peinlich. Lustig, wenn mehrere Susannes sich zu Deiner Spende bekennen würden ;-)
Wie dem auch sein - wir müssen mal einen Rundruf starten, damit wirklich alle noch erreichbaren Vettikavumgal-Freunde informiert sind.
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Die Sonne scheint in mein Bürofenster, als ich heute Morgen die Zahlungseingänge auf dem Spendenkonto prüfe. Was soll ich sagen? Heute sind noch mal 600 Euro aus Österreich eingegangen! Damit schießt die Spendensumme mit der 30. Spende auf 5.280,00 Euro! Was für ein schöner Spätsommertag!!
Wäre es nicht pervers - ich könnte glatt eifersüchtig werden: Etliche von Euch lesen statt der InderNettNews nur noch diese Raju-News. Wenn das zu einem gut gefütterten Spendentopf führt, ist das natürlich völlig in Ordnung.
Barbara aus Bern war im
Februar auf der Vettikavumgal-Farm, und sie liest seither natürlich beides:
"Lieber Bernd, ich lese immer mit großem Interesse die News über Raju. Heute las ich bei den News von gestern: "...des 6-köpfigen Familienvaters Raju ...", auf den Bildern sieht man nichts von Rajus sechs Köpfen.... Auch wenn Rajus Unfall und seine Folgen eine tragische Sache sind, musste ich schmunzeln. Liebe Grüße, Barbara aus Bern
PS: Am Mittwoch reise ich nach Berlin und werde gleich eine Deutsche Bank ansteuern, um endlich meine Spende einzuzahlen.... wird auch langsam Zeit!"
Danke für die
"Vorwarnung", treue Leserin! Diese Formulierung hatte ich kurz
zuvor in den Radio-Nachrichten gehört und ebenfalls geschmunzelt. Ich habe
mir dies sogleich auch für Raju zu eigen gemacht und Martin, Paul, Jaimon,
Diana, Lovely und Amachi zu einer Hydra gemacht. Wobei das für Rajus
Familienplanung kein Leistungsziel ist - auf die 9 Köpfe der Hydra wird er es
kaum bringen können. Nach der Geburt von Diana hat er nämlich mit ärztlicher
Hilfe die Produktion eingestellt ;-)
Spenderingende Grüße nach Bern von Bernd
Fast eine Woche verging, bis ich Antwort von Raju bekam. Zum Schreiben braucht er einen ruhigen Moment und Konzentration - die aber fällt ihm schwer. Das Geschehen um ihn herum hat für ihn noch immer etwas Unwirkliches.
Ich hatte Raju per Mail
mitgeteilt, dass wir die Spendengelder mit Günter Ende Oktober nach Kerala
senden. Eine Wegbeschreibung zu Günters Haus habe ich beigefügt und gefragt,
ob er das Geld abholen lassen kann. Weitere Spenden werden unsere Gäste dann
im Januar mit nach Indien nehmen. Raju antwortet heute:
"Ich weiß, ich antworte spät - aber ich weiß nicht viel zu schreiben. Paul und Cyriac konnten das vielleicht besser ausdrücken. Irgendwie kann ich nicht so schreiben wie sie. Ich war bis heute völlig daneben. Ich habe in den letzten Wochen überhaupt nicht richtig kapiert, was vor sich ging. Die vielen Menschen, die mich besuchten und vom Unfall sprachen, haben mich verwirrt. Ich hatte das Gefühl, es sei gar nichts Großes passiert. Die aufgeregten Stimmen kamen aus dem Nebel, und ich sagte ihnen, das ist nichts. Es war doch nur ein kleiner Unfall. Das schaffe ich schon.
Wir sind froh über die vielen Menschen, die uns unterstützen. Gilson und Paul werden am 10. November nach Kodungallur fahren und das Geld bei Günter abholen. Es wird eine große Hilfe sein. Sage allen, dass wir gestern zusammen mit dem Priester für Euch gebetet haben.
Wir versuchen immer wieder, das Bein in die richtige Position zu drehen - aber die Schmerzen! Vielleicht wird es nicht wieder gerade. Meine Diabetes-Werte schwanken täglich zwischen 109 und 140. Ich hatte früher nie Probleme mit Diabetes. Das hat erst nach dem Unfall angefangen. Werde ich jetzt mein Leben lang Diabetiker sein?
Ich versuche heute, noch ein paar Fotos zu senden. Sie entstanden beim gemeinsamen Gebet hier im Haus. Ich hoffe, dass der Rummel nun etwas nachlässt. Wir ermuntern jetzt eine Zeitlang niemanden mehr, mich zu besuchen. Der Arzt ist besorgt, dass ich mir bei so vielen Besuchern eine Infektion holen könnte. Keine Angst - es sind keine grausigen Bilder mehr. Am Unfallort sind keine Fotos gemacht worden. Mein kaputtes Motorrad ist in der Werkstatt.
Ich versuche nun jede Woche zu schreiben. Mit Gebeten für Euch, Dein Kochattan"
Unsere Spendenaktion ist keine Olympiade. Jede(r) Spender(in) ist willkommen und es zählt auch der kleinste Beitrag. Weil das Engagement für die Not eines anderen keine Preisfrage ist. Trotzdem will ich hervorheben, dass Angela aus Wien, die in Ungarn lebt, die bisher größte Summe für Raju beigesteuert hat.
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Ich sage das aus verschiedenen
Gründen: Weil Angela noch nie in Indien war und Raju gar nicht wie die
meisten anderen Spender persönlich kennen und schätzen gelernt hat. Zudem
gibt sie keineswegs aus dem Überfluss (wie wir oben schon lesen durften),
sondern sie verzichtet zu Gunsten eines fremden Schicksals. Außerdem
entlarven Angelas Zeilen einen humanitären Charakter, der in unseren Zeiten
selten ist:
Einen schönen Guten Morgen aus einen warmen feuchten Ungarn
Die Worte von Raju sind sehr vielsagend, er steht neben sich und Nebel umhüllt ihn. Er nimmt sich nicht wahr.
Materie kann gutes tun, den Körper helfen gesund zu werden, auch den Verstand beruhigen, dazu ist Geld da.
Seiner Seele sollte man auch helfen zurück zu finden, in die Mitte die Raju heißt.
Da gibt es ein kleines Fläschchen dass du mit dem Geld mitsenden könntest. Ist in jeder Apotheke zu kaufen, kostet um die 14€ und nennt sich STAR OF BETLEHEM von DR. BACH, ist aber keine Arznei. Raju soll 2 Tropfen, 2mal tägl. im Mund zergehen lassen. Mehr nicht, aber ich weiß aus 25jähr. Erfahrung dass es der Seele hilft ins Gleichgewicht zu kommen. Und das braucht er im Moment wohl am meisten.
Auch aus Europa kann man schöne und gute Hilfe annehmen und damit Verbindungen über große Distanzen herstellen.
Und dann will ich dir noch etwas sagen, ich weiß dass ich Raju und seine Familie kennen lernen werde, aus irgendeinen Grund, den nur Gott kennt, sind wir schon verbunden. Und Kerala soll ja sehr schön sein.
Ich will den Tipp gern
beherzigen. Da bei einer Bach-Blütentherapie keine physiologische Wirkung zu
erwarten ist und wissenschaftliche Wirkungsbeweise immer noch fehlen, stütze
ich mich auf die weltweite Anhängerschaft des britischen Arztes Edward Bach.
Wenn so viele Menschen auf die Wirksamkeit schwören, muss wohl doch etwas
dran sein. Sei es auch nur die Stimulation der Selbstheilungskräfte durch die
überzeugenden Erfolgsberichte aus aller Welt.
Deshalb muss Raju unbedingt
entsprechende Informationen in englischer Sprache dazu bekommen, um den
Glauben an die Wirksamkeit zu fördern. Ich
fand eine solche im englischsprachigen Bach Centre - wer etwas besseres
in Englisch kennt, möge mir den Link senden.
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Dass Angela die Farm im
Keralabusch besuchen wird, ist durchaus zu "befürchten". Sie hat sich
zunächst für Januar für die Rajputana Discovery angemeldet - und wird sich
erfahrungsgemäß mit dem "Virus Indicus" infizieren. Das geht den
meisten KD-Gästen so: Sie werden zu Wiederholungstätern. Wer zuerst bei den
Wüstenfürsten Rajasthans zu Gast war bucht für die nächste Indienreise Kerala
- und umgekehrt.
Ich bin da sehr
zuversichtlich, liebe Angela!
Seit sein Freund Cyriac uns nicht mehr auf dem Laufenden hält, sind die Abstände zwischen den Nachrichten von der Vettikavumgal-Farm größer geworden. Raju hatte zwar gute Vorsätze - aber letztlich doch zuviel mit sich selbst zu tun.
Am Freitag aber kam wieder eine kurze Mail, und man kann sehen, dass Raju langsam wieder an andere Dinge denken kann. Allzu lange kreisten seine Gedanken nur um sein Bein.
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Es ist schwer, bei schweren Schmerzen etwas anderes zu denken. Aber er muss es tun, damit er der Depression und dem Trauma entkommen kann.
"Lieber Bernd, wie Du weißt, war ich in den letzten zweieinhalb Monaten ans Bett gefesselt und konnte rein gar nichts tun. Aber jetzt kommt die Kraft wieder und ich vertraue darauf, alles Wichtige zu organisieren. Unsere Gäste werden es ab November gut haben wie immer.
Heute war ich wieder im Krankenhaus. Die Wunde am rechten Bei musste gereinigt und neu bandagiert werden. Dr. Krishnakumar ermahnte mich, das Laufen mit dem linken Bein zu üben - natürlich ohne das rechte zu belasten.
Unser Hausboot wird in der ersten Novemberwoche wieder startklar sein. Die wichtigsten Reparaturen nach der Monsunzeit sind erledigt. Was bleibt, sind kleinere Wartungsarbeiten und hier und da ein neuer Anstrich. Ich habe das Dach und die Plattform ganz neu machen müssen.
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Nun freuen wir uns auf die Gäste. Meine Kinder werden ihnen bei den Buschwanderungen um die Farm und bei den Badeausflügen am Fluss zur Seite stehen, und ich hoffe ebenfalls etwas ums Haus humpeln zu können. Wie der Arzt gesagt hat, versuche ich das schon jetzt - gestützt von den Freunden. Tut trotzdem ziemlich weh.
Diese Woche musste Dr. Krishnakumar wieder eine kleine OP durchführen, weil meine Wunde entzündet und eitrig war. Danach sagte er, kein Grund zur Sorge - nur ein wenig Wundflüssigkeit abgezapft. Die OP-Wunde soll in zwei Wochen wieder abgeheilt sein.
Hast Du noch ein paar Keralagäste gefunden? Sende sie unbesorgt zu uns. Die Familie ist bereit, sie zu empfangen und freut sich schon jetzt...."
Wieder waren auch ein paar Fotos an die Mail angehängt, die Paul gemacht hat - ich habe sie verkleinert und hier eingefügt.^
Es erfüllt mich mit Zuversicht, wenn ich von eMail zu eMail beobachte, wie Rajus Lebensgeister allmählich zurückkehren. Die letzten Fotos zeigen ja immer noch einen abgemagerten Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht. Deshalb möchte ich Euch auch Rajus letzte eMail zu lesen geben. Denn Ihr - die Spender - habt großen Anteil daran, dass es mit Raju schnell aufwärts geht
Die beste Nachricht ist, dass
Raju für unser Hausboot nun einen eigenen "Hafen" besitzt. Ihr
wisst, dass sich der teure Luxuskahn mit KD-Gästen allein nicht unterhalten
lässt. Auch einheimische Touristen müssen das Kettuvallam chartern können -
aber das war bisher schwierig, denn es gab weder Parkplätze, noch
Trinkwasser... aber lest selbst:
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"Der Monsun ist zuende, und bald werden die ersten Gäste aus Deutschland kommen. Darauf freue ich mich: das Leben wird zurück kommen in unser Haus, und es wird sich nicht mehr alles um mein Bein im Kreise drehen. Besonders abends habe ich nichts zu tun. Wie schön ist es, wenn Gäste da sind und beim Dinner von ihren Tagesabenteuern erzählen.
Der Unfall hat mein Leben verändert. Schlechte Angewohnheiten wie Zigaretten und Alkohol sind vergessen. Ich war zwar kein Säufer oder Kettenraucher - aber ich spüre, dass es gut ist und werde es auch in Zukunft lassen. Ob mir das mit dem Rauchen gelingt?
Ab sofort schaue ich regelmäßig in meine Mailbox - gespannt auf neue Nachrichten von Dir und Freunden aus aller Welt. Ich hoffe, ich kann das durchhalten. Die Verbindungen sind immer noch nicht perfekt. Und für stundenlanges Arbeiten an der Tastatur habe ich noch nicht genügend Energie.
Eine gute Nachricht habe ich noch: Das kleine Grundstück in Kanayankode an der Quilandi Lagune gehört jetzt endlich uns. Schon lange vor meinem Unfall war der Kaufvertrag unterschrieben - jetzt ist es amtlich. Wir brauchen das Grundstück am Liegeplatz des Kettuvallams, um das Hausbootgeschäft zu erhalten. Wir haben dort nun Trinkwasser- und Straßenanschluss, und die Gäste können direkt zum Boot fahren. Wasseranschluss und ein eigener Parkplatz sind sehr wichtig. Viele indische VIP's habe ich in den letzten Jahren als Passagiere verloren, weil man nicht am Anlegeplatz vorfahren und parken konnte. Jetzt kann ich auch für Einheimische einen Fährdienst zur anderen Seite einrichten.
Ich habe mir die Donation Liste angesehen - es ist unglaublich, wie viel Du schon gesammelt hast! Du bist die Hand Gottes in so einer schweren Zeit. Das Geld wird wirklich dringend gebraucht. Die Instandsetzung des Hausboots nach dem Monsun war sehr teuer, und das Geld dafür ist vollständig für meine Arzt- und Krankenhauskosten draufgegangen. Nun rufen die Handwerker ständig an und fragen nach Geld.
Aber mit dieser großen Hilfe vieler Freunde wird alles gut."
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Immer wieder das liebe Geld. An diesem Fall merkt man überdeutlich, dass wir hier in Deutschland solche Schicksalsschläge zumindest finanziell besser überwinden kann. Für Raju gibt es keine Krankenversicherung, und - obwohl der bei einer Behörde arbeitet - keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Raju kann froh sein, wenn er durch den langen Ausfall seine Stelle bei der städtischen Wasserversorgung nicht verliert.
Auf der anderen Seite schweißt das Fehlen des sozialen Netzes aber die Menschen zusammen. Eine Dorfgemeinschaft trägt ihre Arbeitslosen und Kranken selbst. Man verlässt sich aufs Kollektiv, auf die Sippe und vertraut nicht wie bei uns auf den Staat. Seit Raju zu Hause ist, kommen täglich Verwandte und Freunde aus nah und fern zu Besuch, und alle bringen eine Kleinigkeit mit.
Wer etwas für Raju übrig hat - im übertragenen wie wörtlichen Sinne - möge sich beeilen: Am 18. Oktober leere ich den Spendentopf und schütte das gesammelte Geld in Günter Wiskots Tasche. Er fliegt Ende Oktober nach Kerala, um einige Wochen in seinem Haus in der Nähe von Kochi zu verbringen. Bei ihm wird die Vettikavumgal-Familie das Geld persönlich abholen.
Natürlich ist damit der Raju-Spendentopf nicht geschlossen. Eure später eingehenden Spenden werden dann von den nächsten Farmgästen mitgenommen. Hoffentlich melden sich noch einige für unser Südindienabenteuer an. Nicht nur die Nebeneinnahmen durch unsere Gäste sind im Moment wichtig - wie Ihr gelesen habt, freut sich die Familie nach wie vor auf die Begegnungen mit den "Kalknasen" aus Europa!
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Jedenfalls gebe ich das Geld lieber in bar mit nach Indien und überweise nur ungern auf dem Bankweg. Das bringt einen deutlich schlechteren Wechselkurs und dauert meist sehr lange. Immer noch...
Am 18. Oktober geht unsere Spendensammlung auf die Reise nach Kerala. Die Nachricht hat nicht alle erreicht - aber wer es gelesen hat, hat nach Kräften noch schnell etwas in den Spendentopf getan.
Gleichzeitig hat sich auch der Eurokurs wieder erholt, so dass wir für die 5.986,00 Euro in Indien fast 370.000,00 Rupien bekommen werden. Eine stolze Summe - einerseits. Andererseits dürfen wir nicht vergessen, dass weit mehr als das bereits ausgegeben werden musste. Raju hat seinen Gläubigern versichert, dass unser Geld Anfang November auf der Vettikavumgal-Farm ankommt.
Weiterhin sind es nur wenige Spender mit überdurchschnittlich hohen Beiträgen, die zu dem heutigen Kontostand geführt haben: 37 Indienfreundinnen und -freunde haben sich hier für Raju eingesetzt und durchschnittlich 162,16 EUR gespendet. Selbst die niedrigste Spende (6,-) ist ebenso gut gemeint wie die bisherige Rekordzahlung von 1.200,- Euro.
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Nochmals: Wir sammeln weiter, bis die letzten Gäste in dieser Reisesaison nach Indien aufbrechen und das Geld mitnehmen. Und die günstige Reisezeit für Kerala dauert bis März.
Zwei Bilder aus Kerala habe ich heute oben eingefügt. Paul hat sie gestern per eMail gesendet, und endlich ist gegenüber den ersten Fotos der schrecklichen OP-Wunde ein deutlicher Fortschritt zu sehen. Schon jetzt lässt sich erahnen, dass das Bein sauberer vernarbt als angenommen.
Dabei macht es viel aus, dass Ehefrau Lovely inzwischen gelernt hat, die Wunde auch zu Hause zu versorgen. Nun bekommt das Bein täglich frische Luft, und das ist für eine schnelle Wundheilung das Allerbeste. Raju schreibt dazu:
Dear
Bernd, now my leg has good improvement. Two days we are doing the dressing
from the hospital and the balance days we are doing the dressing from home.
Lovely is doing the dressing. I have attached some new photos from my leg -
it looks better.
The
adakka trees (Areka) in our farm were old and got disease and damaged. Most of the adakka trees in this area are
gone now. We are not using much fertilisers mainly we are using the slurry
from the bio-gas of our cows and also cow dung. What happened - why we do not
have any more guests? May be god decided something.
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Na, ein paar neue Gäste habe ich ja inzwischen und kann sie sicher bald bestätigen. Doch Raju hat Recht: In diesem Jahr sind es bisher sehr wenig Gäste. Ich habe ihm geschrieben, dass die vielen Spenden aber Glück im Unglück seien: Vielleicht haben etliche Gäste Skrupel, die Farm nach Rajus schwerem Unfall zu besuchen - aber hätte ich nicht davon detailliert berichtet, wären es kaum so viele Helfer geworden, die für die medizinische Versorgung gespendet haben.
Wie angekündigt, ist unsere Sammlung am Montag, dem 18. Oktober, auf den langen Weg nach Kerala gegangen. Auch Raju hat geschrieben und neue Bilder beigefügt
Zunächst habe ich genau 6.000 Euro an Günter Wiskot
überwiesen, der gerade die Koffer packt, um in seine zweite Heimat Kerala zu
Reisen. Der Autor des Reisebuchs "Götter, Handys & Geschäfte" wird
12 frisch gebügelte 500er-Noten mitnehmen, die Rajus Bruder dann in Günters
Haus bei Kochi abholen wird.
Raju freut sich:
"OK,
I will send Paul and Gilson to Gunter on 10-11-2010. Anyhow, Bernd, it is
great help to me I never expected. About half of the expenses in the
hospital! I cannot forget it in my life. None of close relatives will do a
help like this except you. By the way: The accident date was not 21st but
22nd July, Thursday.
You
know what happened on 22nd July 2010. On 22nd July I got a special duty in
my office up to 8pm. Two of us should
be in the office to attend the phone and reply immediately. This order were
coming from the Ministry of Kerala Government. We both completed the duty,
closed the office and both of us together on my motorbike to the road. From
the main road he went with the private bus and I drove my bike about 25
minutes then I got the accident. From then I was unconscious for two days. I
cannot remember anything of these days. But all people said I was answering
all questions correctly and I was able to understand all.
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From 23rd
onwards hospital, surgery, medicine and injections. I am very thank full to
all of the hospital staff, especially Dr. Krishnakumar.
It was
a private hospital and we had to pay everything in advance. I am very thank
full to all my friends who helped me by giving money, blood and all kind of
assistance.
I am always thank full to my European
friends who help me in prayers and giving money as you can. Special thanks to
Bernd to co-ordinates my German friends. This great help was unexpected.
My
accident was a bit more serious than I expected. It will take few more days
to learn to walk"
Ihr wisst, dass sich in den ersten Tagen nach dem Unfall die Nachrichten überschlugen.
Es dauerte einige Zeit, bis anhand der unterschiedlichen Quellen klar wurde, was wirklich geschehen war.
So war auch der Unfallzeitpunkt zunächst mit Mittwochabend, 21. Juli gemeldet - das hat Raju jetzt richtig gestellt.
Die Spendensammlung war wirklich eine Hilfe des Himmels für Raju und seine Familie. Auch wenn sie an der anderen Hälfte noch einige Jahre zu stottern haben - ohne die Spenden wäre es Rajus Ruin gewesen.
Wer jetzt noch etwas Geld übrig hat: Die nächsten Gäste unserer Farm werden es mitnehmen.
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10 Tage war Funkstille - keine Mail aus dem Keralabusch. Es waren die schlechten Verbindungen, die an der Zwangspause schuld sind. Doch nun teilt Raju seine Sorgen wieder mit mir. Es ist alles nicht so einfach, wenn man zur Bewegungslosigkeit verurteilt ist: Die Sorge, wie es mit dem Bein weiter geht, die Farmarbeit, das Hausboot muss fertig werden - Raju würde gern wieder selbst Hand anlegen
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Ich fand es toll, dass Raju mit dem neuen Rollstuhl wenigstens ein wenig Mobilität erreicht hatte. Als ich Raju gratulierte, lachte er: "Der ist doch nicht neu - den hast Du uns vor 20 Jahren aus Deutschland mitgebracht!"
Ich war verblüfft. Alles, was wir bisher aus Deutschland mitgebracht hatten, war im feuchten Tropenklima Keralas so schnell vergammelt und kaputtgegangen, dass ich bei diesem Rollstuhl (siehe Bild oben) nie darauf gekommen wäre, dass es sich um unseren alten Wheelchair handeln könnte.
Ich dachte an das Abenteuer damals 1987, als wir mit dem Rollstuhl im Kofferraum von Neuss zum Amsterdamer Schiphol gefahren sind. Auf der ganzen Fahrt haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir das sperrige Ding ohne ruinösen Aufpreis mit in den Flieger bekommen. Mercy schlug vor, sich zum Check in hinein zu setzen und die Behinderte zu spielen. Aber das war gar nicht nötig: Rollstühle werden von den Airlines kostenlos mitgenommen.
Der Stuhl war damals für Rajus Vater, der nach einem Schlaganfall gelähmt war - und nun leistet er generalüberholt, frisch gestrichen und neu bereift unserem Raju gute Dienste. Made in Germany eben.
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"Ich kann immer noch nicht richtig schlafen", klagt Raju, "Letzte Nacht habe ich drei Mal meine Mails abgerufen, weil vielleicht Post von Dir dabei sein könnte. Und heute muss ich wieder nach Calicut ins Hospital zur Nachschau und Verbandwechsel. Vielleicht gibt es doch noch mal Komplikationen mit dem Bein: Letzte Woche war ich zur Kontrolle in der orthopädischen Abteilung, und die Ärzte dort sagten, vor Ablauf von weiteren 3 Monaten könne man noch gar nichts sagen.
Noch drei Monate! Außerdem befürchten die Orthopäden, dass die eingesetzten Metallschienen verrutscht sein könnten. Wahrscheinlich muss ich noch mal operiert werden, damit die Segmente richtig eingestellt werden können. Ohne korrekt sitzende Metallschienen würde ich niemals wieder laufen können, sagen sie. Das macht mich nervös. Denn sie haben wahrscheinlich recht - schon die leiseste Berührung des rechten Fußes mit dem Boden tut höllisch weh!
Aber auf die Gäste sind wir vorbereitet. Ramesh, unser ehemaliger Fahrer, hat einen brandneuen Innova mit Klimaanlage. Den können wir für Ausflüge benutzen, und Ramesh kennt sich auf unseren Routen ja bestens aus. Außerdem ist da noch der Nachbarsjunge, der mir mit unseren Gästen schon oft geholfen hat. Kein Problem also, wenn ich schon selbst nicht laufen kann.
Die Behörden machen allerdings neue Probleme bei der Zulassung des Hausboots. Nach dem Bootsunfall in Thekkady geben die Inspektoren keine neue Jahreslizenz. Zuerst müssen 5 verschiedene Ämter ein sog. Fitness-Zertikat ausstellen. Das bescheinigt, dass unser Boot sicher ist. Das ist es - kein Problem - aber die Bürokratie braucht ihre Zeit. Das kennst Du ja.
Die Anstriche und Reparaturen haben sich durch den langen Monsun ja auch verzögert - aber jetzt ist alles zur Endabnahme für die Inspektoren bereit. In der ersten Dezemberwoche können wir wieder in die Backwaters stechen.
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Viele Grüße an Deine Familie und an alle Freunde in Europa!
Kochettan Raju.
Am Mittwoch ist die Delegation der Vettikavumgal-Family zum Keralahaus von Günter Wiskot gefahren, um Euer Spendengeld in Empfang zu nehmen. Gleichzeitig bekam Raju die gute Nachricht, dass eine erneute Operation noch nicht zwingend ist.
Rajus Bruder Gilson ist mit Rajus Zweitältestem Paul bereits am frühen Morgen des 10. November aufgebrochen. Raju hat entschieden, dass die 260 Kilometer lange Fahrt im eigenen Auto zu teuer ist - also nahmen die beiden den Bus. Das dauerte zwar den halben Tag und bedeutete mehrfaches Umsteigen - kostet gegenüber den horrenden Spritpreisen jedoch nur ein paar Rupien.
Günter, der davon nichts wusste, mailte mir bereits am späten Vormittag besorgt, dass die beiden sich noch nicht gemeldet hätten. Bei mir in Krefeld war es aber 4,5 Stunden früher. Als ich nach dem ersten Kaffee wieder einen klaren Blick hatte und Günter die Handynummern der beiden zurück mailte, da waren Gilson & Paul bereits angekommen.
Ein kurzer Moment der Sorge (Geht das gut, mit so viel Geld über Land?) - aber alles ging gut: Mit Local Bus, Express Bus und Autorikscha ging der Geldtransport unbeschadet von Kodungallur bei Kochi nach Kodancherry bei Calicut zur Vettikavumgal Farm.
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Raju mailte am Donnerstag:
"Gestern sind Gilson und Paul nach Kodungallur gefahren und haben 6.000,00 Euro und Angelas Medizin erhalten. Paul hat fotografiert und ich sende Dir das Bild. Sie sind mit dem Bus gefahren und die letzten Kilometer mit der Rikscha über Land. Abends sind sie wieder im benachbarten Thamarassery angekommen und Martin hat sie mit dem Auto dort abgeholt. Wir sind alle sehr dankbar und sprechen ein Gebet für alle, die geholfen haben.
Aber ich weiß nicht, wie man diese Tropfen "Star of Bethlehem" anwendet. Alles steht da nur in Deutsch. Kannst Du bitte übersetzen?
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Ob die Ärzte mein Bein wirklich noch einmal aufschneiden und richten müssen, entscheidet sich frühestens in einem Vierteljahr.
Dr. Krishnakumar sagt, dass solche Fälle oft von selbst richtig zusammen wachsen. Man müsse aber bis zu zwei Jahre Geduld haben, bis man sicher sein kann."
Die Übersetzung für die empfohlene Dosierung der Bachtropfen hatte ich bereits geschickt - hat sich wohl überschnitten. Sie werden Raju hoffentlich ein wenig von seinen Zweifeln lösen. Wie man sieht, braucht es eine Menge Geduld und die Heilung geht eben nicht von heute auf morgen. Gut wenigstens, dass die drohende neue OP erst einmal abgewendet ist.
Den einzigen Schaden könnte Euer Spendengeld erst am nächsten Morgen genommen haben. Der Eurokurs ist plötzlich um fast 1,5 Rupien je Euro abgerutscht. Wenn Raju sofort getauscht hat, würde er etwa 9.000,00 Rupien verloren haben. Bereits am Freitag war das Kurstief wieder überwunden und der Euro brachte wieder über 61,50 INR. Ob und wie der Geldumtausch stattfand, hat Raju noch nicht geschrieben.
Nachdem der Hauptinhalt des Spendentopfs überreicht wurde, fühlen sich die verbliebenen 20 Euronen doch recht einsam. Da die bisherigen 6.000 Euro nur einen geringen Teil der Behandlungskosten auffangen können, hoffen wir auf weitere Spenden.
Noch vor Weihnachten werden weitere KD-Freunde nach Kerala fliegen und die Vettikavumgal Familie besuchen. Da könnte wieder Bares mitgenommen werden. Aber auch im Januar besteht noch eine weitere Geldtransportmöglichkeit.
Nur zu! macht es doch wie Erika, die gerade ihren Bekannten- und Verwandtenkreis mobilisiert, um weitere Spenden für Raju und die Familie zu sammeln.
Natürlich sind die Geldspenden dringend gebraucht und sehr hilfreich - aber unsere Farmgäste de letzten Jahre machen sich auch Gedanken, wie man der Familie noch helfen könnte. Immerhin fällt der Familienvorstand für Monate aus.
Da hatte Anja aus Hannover
eine Idee und schrieb sich auch gleich an Raju:
Raju hatte mir geschrieben, da habe mir in Deinen Sondermeldungen erst mal wieder ein update
geholt, was Rajus Genesung betrifft. Ich habe Raju etwas über eine Idee geschrieben, die ich auch mit Dir teilen wollte - vielleicht ist es ja eine Schnapsidee, vielleicht aber auch nicht? Folgendes habe ich Raju vorgeschlagen:
"Then
I was reading in the Kerala-News about the farm, that a lot of things can't
be done due to your accident. You know, I keep thinking about this: there are
people who travel to Greece to help to harvest olives, people travel to
Israel to work in a kibbuz, doing all sorts of work just to get a different
experience to their everyday work at home.
Could
you maybe imagine to set up little projects like "Experience gardening
in Kerala, learn how to grow and harvest the spices you use at home"? Is
there anything you need help with on the farm you could imagine to teach
foreign people how to do? I would love it! I personally don't need to travel
to India just to go shopping. Some sightseeing could still be included...
Maybe this is just a crazy idea, but maybe you think about it..."
Was sagst Du dazu? Gibt es möglicherweise Gäste mit handwerklichen Fähigkeiten, die sich eine Mitarbeit auf der Farm auch vorstellen könnten? Müsste natürlich etwas sein, das man leicht erlernen kann, oder was man an Fähigkeiten mitbringt. Organisatorisch vielleicht nicht ganz unkompliziert, aber ich wollt's einfach mal loswerden. Liebe Grüße - Anja
Hallo Anja, wie schön, dass Du
weiterhin engagiert verfolgst, wie es mit Raju weiter geht.
Deine Idee ist gut - ich
selbst habe in den letzten 25 Jahren ebenfalls oft darüber nachgedacht.
Immerhin machen perverse Touristen ja ohne jeden humanitären Hintergrund
Ferien auf dem Bauernhof in Niederbayern und stehen um 5 Uhr auf, um Schweine
zu melken ;-)
Doch vielleicht ist die
Vettikavumgal Farm hier nicht so gut geeignet. Wir könnten Helfer nur für
wenige landwirtschaftliche Aktivitäten einsetzen. Auf den Reisfeldern, bei
der Maniok-Ernte (Tapioka) zum Beispiel - alles Sachen, deren Termine sich
nicht leicht mit den Reisen koordinieren lassen, weil sie nicht täglich
stattfinden.
Die Haupteinnahmen aus der
Tropenlandwirtschaft kommen von den Arekapalmen, Kokospalmen und bald auch
wieder von den Gummibäumen - auch periodisch und was die Palmen angeht, viel
zu gefährlich (falls man überhaupt jemanden findet, der fit genug ist).
Gewürze und Gemüse pflanzt
Raju in den letzten Jahren kaum noch für den Wiederverkauf, sondern eher für
den Eigenbedarf. Vom Pfeffer bis zum Ingwer braucht man Fachwissen - und es
wächst zu wenig auf Vettikavumgal, um Gäste zu beschäftigen.
Daher war ich gespannt, was
Raju zu Deiner Idee sagt:
Anja
has written about her Idea to me also. It is a good idea but in our area the
agriculture is different, they can work out in Wayanad, because in December
and January is the time for coffee harvesting and no need of experience and
it will be interesting to guests. In Wayanad there is small and big
plantations.
Du siehst: Raju denkt
überhaupt nicht daran, dass es hier um Hilfe auf Vettikavumgal und Entlastung
der Familie gehen sollte. Er hält es für eine neue Idee, unsere Keralareisen
attraktiver zu machen: Ein neues Highlight im Reiseplan sozusagen.
"Ausflug in die
Nilgiri-Plantagen im benachbarten Wyanad-Distrikt mit Möglichkeit, als
Kaffeepflücker bei der Ernte zu helfen"
Außerdem berichtet Raju über
sein verletztes Bein, und dass die Ärzte sich Sorgen um seine Sehnen machen.
Der Heilungsfortschritt braucht seine Zeit - er war wohl zu optimistisch, als
er versprach, im November wieder auf den Beinen zu sein. Aber sein jüngster
Bruder Johnson kommt zum Jahreswechsel aus Deutschland - der spricht fließend
Deutsch und kann für die Familie eine willkommene Stütze sein, wenn Anfang
Januar unsere Gäste kommen:
Johnson
is coming on 31st December
- it will be helpful to me. The problem to my leg is bit more severe than I
expected. It will take time to clear my leg, any how I have very fast
improvements. The main problem to my leg: the doctor has doubt about the
Ligaments of the leg, if it is damaged I need keyhole surgery to clear it.
Auch Raju hat gemerkt, dass
der Wechselkurs ausgerechnet zur Geldübergabe in der vorigen Woche ein
nervosas Auf & Ab zeigte:
I did
not change the donation euros up to now, I am also watching the rates.
Here
on the farm we have still rain now. All the children are going to school.
Ammachi and Lovely are OK. I hope you
are Ok. How is your sister and children? Best wishes and regards - Kochettan
Ich sag's ja seit Jahren: Die
Reisebücher, die das Ende der Monsunregenzeit in Kerala für Mitte Oktober
angeben, kann man in die Tonne kloppen! Jetzt ist es Mitte November, und auf
der KD-Wetterseite
wird für die gesamte Woche Regen vorhergesagt! Natürlich ist das nicht so
fies nasskalt wie hier - die
Tagestemperaturen steigen über 30°C, und da ist so ein Tropengewitter ganz
angenehm.
Inzwischen hat auch Anja sich
wieder zum Thema "Landwirtschaftshelfer" gemeldet:
Hallo Bernd, danke für Dein Feedback. Als ich auf Senden (der Mail) gedrückt hatte, dachte ich schon: Au weia, wahrscheinlich bin nur ich so bekloppt, dass ich es mit den Gewürzen und der indischen Pflanzenwelt so ganz genau wissen will. Habe leider auch wenig Ahnung, was auf der Farm noch alles zu tun ist... Außer Schweine melken vielleicht noch Dackel düngen? : )
Was Raju dazu sagen wird? Hauptsache, er fällt nicht aus dem Bett vor Lachen über so viel Verrücktheit einer deutschen Touristin! Zugegeben, dass mit den Palmen (Areka- oder Kokospalmen) könnte schwierig werden, denn leider bin ich nicht schwindelfrei. Daher fällt meine Erstbegehung einer Palme wohl flach. Wahrscheinlich gibt es noch ganz andere Hürden, von Unfallversicherung über eventuelles Unverständnis der Nachbarschaft bis geringfügig fehlende Sprachkenntnisse in Malayalam... ach schade.
Ich weiß halt, mit welchem Genuss ich Lovely's Kaffee trinke, und der Pfeffer von der Farm wird immer besonders in Ehren gehalten. Du weißt, das selbst gezogene, gehegte und geerntete Obst und Gemüse schmeckt am besten (Na ja, meistens jedenfalls). Wie schön, wenn ich sagen könnte, hey, also diese Kardamomschoten zu ernten (Kaffee, Ingwer, Pfeffer etc.), das war 'ne Schweinearbeit, das schmeckt jetzt erst richtig gut!
Gegen Fachwissen hätte ich persönlich überhaupt nichts : ) , wenn es mir dort jemand vermitteln könnte. Aber das ist wohl ein sehr persönlicher Wunsch von mir. Viele Grüße - Anja
Nun gib nicht gleich auf - Du siehst
ja oben, dass Raju Deine Idee gar nicht so schlecht findet. Nur eben anders
als angedacht. Wahrscheinlich hat er nicht im Traum daran gedacht, dass die
bewegungsverarmten Europäer ihm einen Farmhelfer ersetzen könnten. Das soll
jetzt keine Publikumsbeschimpfung sein - die meisten von uns sind ja
tatsächlich nicht annähernd so durchtrainiert wie die Inder - mich
eingeschlossen.
Grundsätzlich freue ich mich,
dass jemand sich über die Spenden hinaus weitere Gedanken macht. Deshalb habe
ich dies hier auch veröffentlicht:
Wer hat noch andere Ideen?
Einige von Euch haben Raju eMails geschrieben und wundern sich nun, warum keine Antwort kommt. Derweil haben wir wieder einige Spenden bekommen.
Raju war noch nie ein fleißiger Schreiber. Wenn nun etliche Mails zu beantworten sind und immer dann, wenn er sich aufrafft, die Internetverbindung abreißt, dann kann es dauern. In seiner letzten Kurzmail vom 26.11. schrieb Raju:
Dear
Bernd,
For
the leg I am doing the possible exercises. Most probably it will be ready
slowly. wait and see.
In my
case also the steel plates has to be
removed later…
Danach hatte ich gefragt. Von Betroffenen weiß ich, dass die Schrauben und Metallplatten zur Schienung der Knochenbrüche unbedingt entfernt werden müssen, sobald die Knochen wieder richtig zusammen gewachsen sind. Dr. Krishnakumar bestätigt das ebenfalls
Immerhin weiß ich nach geglückten Telefonaten über das zuverlässigere Mobilfunknetz, dass zwischenzeitlich nichts Dramatisches geschehen ist. Nach wie vor fährt Raju zweimal wöchentlich nach Calicut zur Untersuchung und macht tapfer seine Übungen, um die Muskeln und Sehnen im rechten Bein wieder in Form zu bringen. Er weiß, dass erneut operiert werden muss, wenn er das innerhalb der nächsten beiden Monate nicht schafft.
Seit wir die ersten 6.000 Euro Spendengeld nach Indien geschickt haben, sind 3 weitere Spenden eingegangen, und wir hoffen, dass Anfang Januar noch ein respektabler Betrag nach Kerala gehen kann. Ich weiß, dass wir alle gerade in der Adventszeit von allen Seiten um Spenden gebeten werden. Es gibt einfach zu viel Not in dieser Welt. Deshalb freue ich mich, wenn dabei die Gedanken an den armen Raju nicht verdrängt werden.
Leider stürzt der Eurokurs zur Zeit wieder ab, so dass ich für Eure Spenden im Moment nur noch 59.00 Rupien/EUR bekomme. Hoffentlich gewinnt die Welt bald wieder mehr Vertrauen in unsere Gemeinschaftswährung!
Bei der letzten Untersuchung durch Dr. Krishnakumar in Kozhikode wurde eine Entzündung im rechten Unterschenkelknochen diagnostiziert. Wahrscheinlich muss Rajus Bein noch einmal operiert werden.
Das erzählte Rajus Mutter Amachi diese Woche der Mercy am Telefon. Es ist im Heilungsprozess die erste größere Komplikation, und durch die Schmerzen werden die notwendigen Übungen zur Kräftigung des degenerierten Beins zur Tortur. Dr. Krishnakumar wird das Bein nochmals genauer untersuchen und dann die notwendige Therapie verschreiben.
Zur schlechten Nachricht über diesen Rückschlag kommt aber auch eine gute: Weitere 370 Euro Spendengeld aus Ungarn seien auf dem Weg, verkündet Angela diese Woche. Sie möchte, dass die nächste Geldsendung nach Kerala auf 500 Euro aufgestockt wird.
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Angela schreibt dazu:
"...Ich habe auch gelesen das Michael im Jänner nach Kerala fliegt. Und ich denke das Christkind soll auch nach Indien etwas bringen, er soll doch 500€ mitnehmen. Ich überweise dir die fehlenden 370€ auf das Konto. Meine Kinder sind alle erwachsen und haben 2 gesunde Hände zum arbeiten. Deswegen werden sie heuer zum Fest etwas weniger auspacken. Aber ich weiß dass es auch für meine Kinder richtig sein, dass das Geld nach Kerala kommt. ..."
Damit hat Angela mit insgesamt 1.570,00 Euro den mit Abstand größten Beitrag zu unserer Spendensammlung geleistet. Danke, liebe Angela - Du hast eine große Seele (In Indien nennt man das "Mahatma", wie Du weißt).
Nun hoffen wir, dass sich bis Januar noch weitere Spender(innen) einen Ruck geben. Nach Michaels Abreise nach Kerala am 7.01.2011 werden wir längere Zeit keine so schnelle und kursgünstige Geldtransportmöglichkeit haben und spätere Spenden gebührenpflichtig nach Indien überweisen müssen.
Raju schreibt wieder, und es sind keine guten Nachrichten. nach langer Funkstille wegen Netzausfall nun die Bestätigung: Die Metallelemente im rechten Bein haben sich entzündet und müssen raus!
Damit steigen die Gesamt-Unfallkosten auf über 20.000 Euro und unsere Sammlung wird zum Tropfen auf den heißen Stein. Hier ist Rajus neueste eMail aus dem Busch:
Lieber Bernd, letzte Woche bekam ich plötzlich starke Schmerzen im rechten Bein. Jeden Tag war ich für Untersuchungen und Behandlung im Hospital. Unglücklicherweise war Dr. Krishnakumar nicht in Indien. Er kam erst Mittwoch von seiner Europareise zurück. Er hat mich sofort untersucht und war gar nicht zufrieden. Ich muss schnellstmöglich wieder operiert werden. Die Metallelemente und Schrauben müssen entfernt werden und die Bohrungen gereinigt und desinfiziert werden. Da ist eine Infektion, die starke Schmerzen verursacht.
Verzeih mir, dass ich mich so lange nicht melden konnte. Erst täglich ins Krankenhaus und nun auch noch Streik bei BSNL. Dadurch ist das Internet in unserem Dorf ausgefallen. Ich habe einen Besuch bei Premji (Lovely's Bruder) gemacht und dort meine Mails abgerufen.
Nach der OP werde ich Dir Bericht erstatten. Der Operationstermin soll am Montag festgelegt werden. Ich bete, dass der Eingriff nicht so schwer wird.
Liebe Grüße von der Familie und gute Wünsche für alle Freunde. Bitte sage ihnen, dass ich wegen der jüngsten Probleme nicht alle eMails beantworten kann.
Dein Kochettan
Dass unsere Spendensammlung zwar eine unerwartet hohe Summe erbrachte - die Kosten aber so viel Geld verschlingen, dass selbst 6.500 Euro nur einen Tropfen auf den heißen Stein ausmachen, erwähnt Raju nicht. Das hat seine Mutter Mercy erzählt. Sie sagt auch, dass Raju trotz der Komplikationen und Schmerzen viel ruhiger geworden ist. Vielleicht sind das die Bachblüten "Star of Bethlehem", die Angela geschickt hat?
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Die Vettikavumgal Farm ist wieder online, und wir bekamen gestern die neuesten Nachrichten aus dem Keralabusch. Raju geht es besser, und nun wartet man noch etwas mit der angedrohten Operation
Nun kann die Familie wieder
hoffen und sich des Sonnenscheins erfreuen. Das verrückte Klima hat ja bis in
den Dezember heftige Monsungewitter beschert - fast 2 Monate über die übliche
Regenzeit hinaus. Ich gönne es den Vettikavumgals, auch wenn hier schon
wieder proppevolle Schneewolken den Krefelder Himmel verdunkeln. Doch so ganz sicher kann man immer noch
nicht sein, dass in Kerala die Regenzeit vorbei ist: Mein
Indien-Wetterbericht zeigt schon heute wieder düstere Prognosen.
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Aber lasst mich erst einmal
Rajus eMail übersetzen:
Lieber Bernd, seit gestern funktioniert meine
Internetverbindung wieder. Wir sind wieder online - der Streik ist beendet.
Ein Datum für die OP ist noch nicht festgelegt worden.
Wir beobachten noch, denn mein Bein ist in den letzten Tagen besser geworden.
Der Schmerz lässt nach und es eitert kaum noch. Vielleicht heilt die
Infektion auch ohne Operation. Ich sende ein paar Bilder, die wir gestern
gemacht haben.
Oh, mein lieber Bernd, das war eine großartige Idee von
Dir, diese Spendensammlung zu organisieren. Ich werde Dir das meine Leben
lang nicht vergessen. Es war eine riesige Hilfe für mich, und dieser
Verdienst gebührt nur Dir.
Michael aus Kaarst kommt aus Mysuru und besucht uns am
Samstag. Er freut sich so auf die Kinder - aber die Schulferien beginnen hier
erst am 24. Dezember, und deshalb kann er nicht mit den Kids spielen. Er
fliegt am 24.12. ja schon wieder nach Deutschland zurück. Ich hoffe, dass er
Dir aber Bericht erstattet und Fotos mitbringt.
Die Regenzeit hat dieses Jahr sehr lange gedauert. Aber
nun ist das Wetter besser, und seit einer Woche hat es nicht mehr geregnet.
Alles Liebe und gute Wünsche für die Weihnachtszeit an
alle Freunde - Dein Kochattan
Nett von Raju, mir die
alleinigen Lorbeeren für unseren Spendentopf zuzusprechen - aber ich habe
sogleich widersprochen. Denn der Dank steht ganz allein Euch allen zu. Im
Gegenteil: Nicht einmal die Idee stammt von mir. Sie geht auf Anregungen aus
den Reihen der Vettikavumgal-Freunde zurück. Ich habe Raju geschrieben, dass
ich bei seinem Lob sogar ein schlechtes Gewissen habe. Er solle sich an
unsere letzte Hilfsaktion für die Seilerfamilie der Großmutter Pennikutty aus
der Quilandi-Lagune erinnern, als ich mich monatelang mit großem Aufwand um
Spenden bemüht hatte. Damals sind knapp 1.800 Euro zusammengekommen. Ich fand
das so blamabel, dass ich von mir aus nie wieder eine solche Aktion starten
wollte. Immerhin genügt andererseits ein Wort von Thomas Gottschalk & Co.
in einer Fernsehshow, und es flattern Millionen in die Spendenkasse. Dagegen
ist monatelanges Werben über eBay und verschiedene Internetkanäle mit einem
Ergebnis von weniger als 2.000 Euro doch wohl mehr als peinlich. Zumal solche
Aktionen um der Glaubwürdigkeit willen immer öffentlich laufen und die
Entwicklung des Spendenkontos tagesaktuell für jeden sichtbar sein muss.
Diesen Misserfolg nahm ich
persönlich, zumal er nicht der erste war. In den letzten Jahrzehnten haben
wir schon mit mehreren kleinen Hilfsprojekten wenig Erfolg gehabt. Wesentlich
besser liefen da die "Patenschaften", die unsere Gäste in
Eigeninitiative gründeten.
Als Raju dann im Juli seinen
Unfall hatte, war ich erst einmal verzweifelt. Nicht nur die Idee vom
Familienurlaub in Kerala, sondern die Existenz der ganzen Familie stand
plötzlich auf dem Spiel. Da musstet Ihr mich diesmal wirklich anschubsen.
Nach 3 Aufrufen aus Euren Reihen zur Gründung einer Spendenaktion habe ich
ohne große Erwartungen in den InderNettNews mein Konto veröffentlicht.
Doch als wir schon nach wenigen Tagen die langwierige letzte Sammlung für Ammachi Pennikutty deutlich übertroffen hatten, war ich begeistert und auch wieder motiviert. Aber das könnt Ihr ja oben in den ersten Berichten chronologisch verfolgen.
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Michael aus Kaarst hat wie jedes Jahr seine südindischen Freunde wiedersehen wollen und war auf seiner 10tägigen Kurzreise in Karnataka und Kerala unterwegs. Zum Schluss war er auch 3 Tage auf Vettikavumgal. Obwohl seine Fotos Anlass zur Hoffnung geben, hat er keine guten Nachrichten: Die entzündeten Metallelemente müssen nun doch raus.
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Für den Eingriff hat Dr. Krishnakumar den 3. Januar festgelegt. Wenn die Operation ohne Komplikationen verläuft, wird Raju nach einer Woche Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause dürfen. Nun sehen wir fünf Monate nach dem Unfall die Bilder, wie Raju an Krücken die ersten Schritte allein schafft - wirft uns nun die erneute Operation wieder zurück?
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Sorgen, die erst einmal zurück
gestellt wurden, als Michael eintraf. In diesem Winter hatte die Farm noch keine
Gäste aus Europa, und Lovely, Raju und die Kids blühten für ein paar Tage
richtig auf. Schließlich sind sie überzeugt, dass die Gäste diesmal nur wegen
des schweren Unfalls fern bleiben. Nun aber konzentrierte sich die geballte
Freude auf Michael, und wir können auf dieser Seite zum ersten Mal seit Juli
2010 so richtig fröhliche Gesichter zeigen.
Michael hatte wie jedes Jahr
gegrübelt, was er "seinen" Vettikavumgal-Kindern denn diesmal
mitbringen könnte. Und wie so oft hat er mit ganz einfachen Dingen die
komplette Familie erfreut. Denn hier muss es keine Playstation oder Wii sein.
Michal setzte auf Altbewährtes und lag mit Puzzle, Springseil und
Memory-Spielen goldrichtig. Sachen die nicht nur bei den Kids, sondern auch
bei den Erwachsenen gut ankamen.
Fast anderthalb Jahrzehnte ist
es nun schon her, seit Michael aus Kaarst seine erste Südindienreise bei
Kerala Discovery buchte. Die hat er später noch einmal wiederholt, bevor er
sich seither (fast) jedes Jahr auf eigene Faust aufmachte, liebe Freunde wiederzusehen.
Das ist in Mysuru eine Muslimfamilie und natürlich die Vettikavumgals in
Kerala.
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Und diesmal war er
Stellvertreter für all die vielen ehemaligen Gäste, die sich seit Rajus
Unfall mit Briefen, Spenden und Paketen für unseren Kochattan und seine
Familie eingesetzt haben.
Raju zeigte seine Fortschritte wortwörtlich: Er ging auf dem Hof spazieren und schaffte gar den holprigen, steilen Weg hinauf zur Farm!
Natürlich kann er das rechte Bein nur leicht belasten und ist deshalb auf seine Krücken angewiesen.
Doch wäre der rechte Arm nicht
inzwischen ausgezeichnet verheilt und zu Kräften gekommen, würde das gar
nicht funktionieren.
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Nach ein paar fröhlichen Tagen
verabschiedete sich Michael am 24. Dezember und flog von Calicut wieder heim
in unsere weihnachtliche Winterlandschaft. Im Namen der Vettikavumgal-Family
bringt er ein fröhliches
"Merry
Christmas and a Happy New Year !"
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mit nach Europa.
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Am 3. Januar braucht Raju nun seinerseits unsere besten Wünsche. Im Baby Memorial Hospital wird Dr. Krishnakumar den rechten Unterschenkel öffnen, das Schienmetall und die Schrauben entfernen und die entzündeten Stellen versorgen.
Danach braucht das Bein den maßgefertigten Stützverband, den Raju bereits hat und auf den neuen Fotos zeigt.
Geht alles gut, wird Raju wohl im März seine ersten Schritte ohne Krücken machen können.
Das wünschen wir ihm von Herzen!
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Gerade noch haben wir uns bei den letzten Fotos über die unbeschwerte Fröhlichkeit in den Gesichtern der Vettikavumgal Family gefreut - da zeigt die neuerliche Operation vom 3. Januar schon wieder ernste Komplikationen auf. Vielleicht wird Raju trotz des schweren und langwierigen Kampfs sein rechtes Bein nie wieder richtig benutzen können.
Heute ist Raju aus dem Hospital wieder nach Hause gekommen. Es gehe ihm nach dem schweren Eingriff am 3.01. schon besser, sagt er. Doch er räumt ein, dass die Ärzte die Zukunft nicht sehr optimistisch sehen.
Das Knie droht zu versteifen, die Sehnen und Muskeln machen Probleme und die Metallimplantate waren völlig vereitert. Der Eingriff hätte früher erfolgen sollen, sagt Dr. Krishnakumar. Das Risiko, dass Raju nie wieder richtig laufen kann, ist erneut größer geworden und er fürchtet, dass die ganzen OP's, Mühen und Leiden umsonst gewesen sein könnten.
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Sogar in den Unterschenkelknochen sollen sich Entzündungsherde gefunden haben. Dr. Krishnakumar muss das Bein in 5 Wochen erneut operieren und dabei Knochenverwachsungen entfernen. Ich bedaure, das als medizinischer Laie nicht genau schildern zu können, zumal ich die Infos in rudimentärem Englisch von Raju bekomme. Er kann selbst die Diagnose nicht in Englisch ausdrücken.
Insgesamt klingt Raju wieder deprimiert, was bei solchen Perspektiven sicherlich verständlich ist.
Dabei feiern morgen, am 11. Januar, Lovely & Raju ihren 21. Hochzeitstag! Am gleichen Tag hat Michael aus Lauffen Geburtstag, und die Familie will für einen bunten Tag lang alle Sorgen abschütteln und ein richtig schönes Fest feiern. Michael ist vorgestern auf der Farm angekommen. Er hat Euer Spendengeld mitgebracht und der Familie übergeben.
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Am 3. Januar wurde die Metallplatte mit den 13 Schrauben aus dem Bein entfernt. Wieder fast 700 Euro für OP, stationäre Pflege und Medikamente - und kein Ende in Sicht! In 5 Wochen muss Raju erneut unters Messer.
Mehrfachspenderin Angela aus Wien hatte die Idee: Sie zahlt schon heute einen stattlichen Betrag für ihre Südindienreise in der kommenden Saison - und erhält dafür einen Reisegutschein. Eine Idee, die Schule machen sollte!
"Raju und seine Familie brauchen doch jetzt dringend Geld, und wegen seiner Krankheit bleiben viele Gäste aus", sagte sie mir am Telefon. "Im nächsten Winter werde ich die Kerala Discovery mitmachen - aber einen Großteil des Reisegeldes schon jetzt bezahlen."
Keine Frage - diese Idee finde ich großartig. In diesem Winter kann Angela nicht nach Kerala reisen, denn ihre Rajasthan-Reise war bereits gebucht und bestätigt, als sie von Rajus schwerem Unfall erfuhr. Im Moment sitzt sie mit ihrem Sohn Peter in der Maschine nach Delhi, und 36 Tage bei den Wüstenfürsten liegen vor den beiden.
Auch nach Kerala wird sie im kommenden Herbst/Winter jemand aus der Familie mitnehmen. Dafür hat sie kurz vor Abflug 5.000,- Euro an mich überwiesen. Das hilft Raju sehr und er wird später das Geld mit den KD-Reisekosten verrechnen.
Bleibt etwas übrig, dann wandert dieses Geld in den Spendentopf - andernfalls zahlt sie die Differenz nach. Klar, dass ich also diese Zahlung von 5.000,- Euro nicht zum Spendensaldo hinzuaddieren kann.
Ich weiß nicht, was Ihr von dieser Idee haltet - aber ich greife sie gerne auf. Natürlich soll sich der frühzeitige Gutscheinkauf auch lohnen. Also werde ich den guten Willen subventionieren und für alle Gutscheine, die bis zum 30.Juni 2011 gekauft werden, 10% aus meiner Tasche dazu legen - bis maximal 200,- Euro pro Gutschein. Für mich ist es zusätzliche Spende - für Euch so was wie ein Frühbucher-Rabatt.
Wer einen Gutschein erwirbt, kann seinen Wunsch-Reisetermin natürlich nennen. Dann gibt es eine Buchungsbestätigung. Wer seinen Terminkalender noch nicht so weit überschauen kann, bucht die Reise eben erst im Spätsommer. Wir stimmen die mögliche Reisezeit dann ab, denn eine Überschneidung mit bereits gebuchten Reisen ist nur bedingt möglich. Raju und seine Familie kümmern sich ja individuell um jede Reise. Gebuchten Reisen kann man sich anschließen oder später kommen. Weiterhin gilt: Mehr als 8 Gäste gleichzeitig können wir nicht aufnehmen.
Angela hat dann also ein Reiseguthaben von 5.200,- Euro. Ich hoffe, sie freut sich, wenn sie wieder da ist! Sie weiß es noch nicht, weil mir das gerade beim Schreiben eingefallen ist.
Wenn Ihr noch Anregungen habt, wie man die Idee noch etwas feilen und attraktiver machen könnte - immer raus damit!
Ich bin froh, dass es im Moment keine dramatischen Komplikationen aus Kerala zu berichten gibt. Die Aufregungen der letzten Monate reichen vollkommen. Nach der Entfernung der Metallplatte Anfang Januar geht es Raju besser.
Die Entzündung scheint langsam auszuheilen - Raju ist zwar nicht schmerzfrei, und das Bein darf nun - seiner Metallstütze beraubt - erst einmal gar nicht belastet werden. Aber die Beschwerden sind allmählich zurück gegangen.
Die Mitte Februar bevorstehende OP hat also hoffentlich nur den Charakter einer Nachschau. Bis dahin müssen wir einfach Geduld üben.
Es mögen vergleichsweise kleine Beträge sein, die auch jetzt noch in unseren Spendentopf eingezahlt werden - aber wir sind für jeden Euro dankbar. Zusätzlich laufen Gespräche über 2 Reisegutscheine - Angela ist sicher glücklich, wenn ihre Idee Schule macht.
Heute kam Rajus Post von der Vettikavumgal Farm: Das Bein macht langsame Fortschritte, Michael und Johnson sind abgereist, und die neuen Gäste sind eingetroffen...
"In der letzten Woche gab es nichts Neues zu berichten. Ich erhole mich zu Hause von der OP und gönne dem Bein Ruhe. Bei der Nachuntersuchung in Calicut sagte Dr. Krishnakumar, dass die Infektion gut abheilt. er will in zwei Wochen noch einmal nachsehen und erst dann einen Termin für die nächste Operation festsetzen. Beim letzten Mal hatte er eine Art Langzeitmedikament in den Knochen eingeführt - das muss wieder heraus und gleichzeitig müssen kleinere Knochenteile entfernt werden. Der Arzt sagt, das sei ein harmloser Eingriff und einfach wie Chai trinken.
Tabelle:
|
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|
Date |
Remarks |
INR |
|
|
1. |
22.07.10 |
Bills
to court Insurance claim |
370000,00 |
|
|
2. |
22.07.10 |
Baby
Medicals Pharma |
2400,00 |
|
|
3. |
23.07.10 |
Baby
Medicals Pharma |
18518,74 |
|
|
4. |
23.07.10 |
Anaesthesia
Service |
9500,00 |
|
|
5. |
25.07.10 |
Baby
Medicals Pharma |
1338,78 |
|
|
6. |
29.07.10 |
Baby
Memorial Hospital |
20550,00 |
|
|
7. |
29.07.10 |
Baby
Memorial Hospital |
30000,00 |
|
|
8. |
29.07.10 |
Baby
Memorial Hospital |
16151,00 |
|
|
9. |
29.07.10 |
Baby
Memorial Hospital |
98029,00 |
|
|
10.
|
30.07.10 |
Anaesthesia
Service |
6200,00 |
|
|
11.
|
30.07.10 |
Baby
Medicals Pharma |
11508,18 |
|
|
12.
|
30.07.10 |
Baby
Medicals Pharma |
81,00 |
|
|
13.
|
02.08.10 |
Baby
Memorial Hospital |
24000,00 |
|
|
14.
|
02.08.10 |
Baby
Memorial Hospital |
10984,00 |
|
|
15.
|
02.08.10 |
Baby
Memorial Hospital |
41495,00 |
|
|
16.
|
06.08.10 |
Anaesthesia
Service |
8800,00 |
|
|
17.
|
06.08.10 |
Baby
Medicals Pharma |
16837,26 |
|
|
18.
|
26.08.10 |
Baby
Memorial Hospital |
9430,00 |
|
|
19.
|
26.08.10 |
Baby
Memorial Hospital |
86540,00 |
|
|
20.
|
06.09.10 |
Baby
Memorial Hospital |
9066,00 |
|
|
21.
|
03.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
22,64 |
|
|
22.
|
03.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
39,14 |
|
|
23.
|
04.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
158,00 |
|
|
24.
|
04.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
285,00 |
|
|
25.
|
04.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
460,00 |
|
|
26.
|
04.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
329,14 |
|
|
27.
|
04.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
2314,20 |
|
|
28.
|
04.01.11 |
Anaesthesia
Service |
2800,00 |
|
|
29.
|
04.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
850,43 |
|
|
30.
|
05.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
579,46 |
|
|
31.
|
06.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
65,75 |
|
|
32.
|
06.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
271,25 |
|
|
33.
|
07.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
303,73 |
|
|
34.
|
08.01.11 |
Baby
Pharma |
60,00 |
|
|
35.
|
08.01.11 |
Baby
Pharma |
233,74 |
|
|
36.
|
09.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
55,00 |
|
|
37.
|
09.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
154,87 |
|
|
38.
|
09.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
27,10 |
|
|
39.
|
10.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
330,00 |
|
|
40.
|
10.01.11 |
Baby
Memorial Hospital |
35,00 |
|
|
41.
|
10.01.11 |
Baby
Memorial Hospital |
35,00 |
|
|
42.
|
10.01.11 |
Baby
Memorial Hospital |
3430,00 |
|
|
43.
|
10.01.11 |
Baby
Memorial Hospital |
8000,00 |
|
|
44.
|
10.01.11 |
Baby
Memorial Hospital |
1060,00 |
|
|
45.
|
10.01.11 |
Baby
Memorial Hospital |
12571,00 |
|
|
46.
|
20.01.11 |
Baby
Medicals Pharma |
519,90 |
|
|
47.
|
|
@59,00 = EUR 14.007,11 |
826.419,31 |
|
Allerdings wird es dann noch einen weiteren Eingriff geben. Die Metallplatten müssen wieder eingesetzt werden, sobald alle Entzündungen restlos ausgeheilt sind. Das habe ich nicht gewusst. Aber danach kann ich sehr viel schneller wieder laufen lernen - so hoffe ich. Neuere Fotos brauche ich Dir heute nicht senden - das Bein sieht seit den Bildern vom 6. Januar unverändert aus.
Das Geld von Angela hilft mir sehr. Die Idee mit dem Reisegutschein war toll! Dann werde ich sie und ihre Familie ja bald persönlich kennen lernen und mich für die Hilfe bedanken. Wir werden mit der ganzen Familie dafür sorgen, dass Angelas Südindienreise unvergesslich wird!
Jetzt verkaufe ich noch ein wenig Farmland. Das tilgt Schulden und die Zinsbelastung wird erträglich. Wenn unsere Freunde aus Europa nicht für mich gespendet hätten, wären wir bestimmt längst ruiniert. Mach Dir keine Sorgen wegen des Landverkaufs. Es wird hier immer schwerer, das Farmland zu bewirtschaften, weil man keine Arbeiter bekommt. Und es bleibt ja noch genügend Land.
Unserem letzten Gast Michael aus Lauffen hat der Aufenthalt bei uns sehr gefallen. Als wir uns vorige Woche von ihm verabschieden mussten, hatte er Tränen in den Augen - und auch wir waren traurig. Er hat sich dann Cochin angesehen und die letzte Woche bei Lalitha am Strand verbracht. Er wird es Dir sicher berichten, wenn er heute nach Deutschland zurück kommt.
Hier war er einige Male mit meinem Bruder Johnson unterwegs. Das war gut, weil Johnson gut Deutsch spricht. Ist es nicht lustig, dass die beiden in Deutschland nur ein paar Kilometer voneinander entfernt leben? Johnson ist am 28. Januar wieder zurück nach Deutschland geflogen. Ich habe ihm übrigens die Rechnung vom Baby Memorial Hospital für Dich mitgegeben.
Deine neuen Gäste Kerstin & Jürgen sind gestern Abend nach einer spannenden Hausboot-Kreuzfahrt hier auf der Farm angekommen. Sehr nette Leute! Der Bootstrip auf unserem Kettuvallam hat ihnen sehr gut gefallen, und sie schwärmten besonders vom Essen an Bord. Heute machen sie eine Wanderung durch unser Farmland und ins Nachbardorf Murambathi.
Wir alle senden liebe Grüße an Dich, Deine Familie und alle Freunde!
With Love Kochettan, Amachi, Lovely und die Kinder"
Seit der Unfall im Juli schwanken Rajus Stimmungen zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Das kann man aus den eMails deutlich heraus lesen. Kaum bessert sich sein Zustand ein wenig, schon lassen neue Komplikationen das Ende der Kostenschraube in weite Ferne rücken. Heute schreibt Raju:
"Lieber Bernd, wie das
mit den Behandlungen weitergehen soll, weiß ich nicht. Gestern sagte der
Arzt, dass es wohl noch zwei Jahre dauern wird. Es muss eines nach dem
anderen gemacht werden. Immerhin sind die eitrigen Entzündungen inzwischen
gestoppt. Wenn die nächste Untersuchung positiv ist, kann Dr. Krishnakumar in
der nächsten Woche die kleine OP durchführen. Dabei werden die
Antibiotika-Depots aus dem Bein entfernt.
Ich habe Angst vor den immer
weiter steigenden Krankenhauskosten. Da ist anscheinend so bald kein Ende
absehbar. Ich muss immer alles sofort bezahlen, und ohne eine dicke
Vorauszahlung fangen die gar nicht erst an. Wie ich das Geld aufbringen soll,
weiß ich nicht. Ich habe niemanden, den ich noch um Hilfe bitten kann. Die
Geschwister haben auch kein Geld mehr. Hast Du denn noch Spenden bekommen?
|
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Was mein Knie betrifft, so
sagt der Orthopäde, dass die Bänder gerissen sind. Er will versuchen, sie mit
einer so genannten Schlüsselloch-Operation zu rekonstruieren - wenn das
keinen Erfolg hat, wird das Knie auf ewig steif bleiben müssen. Wir müssen beten
und abwarten.
Leider kann ich die kompletten
Kosten nicht belegen. Einen großen Teil von 3.7 Lakh der OP-Kosten habe ich
ans Gericht schicken müssen, um vielleicht einen Schadenersatz von der
Versicherung des Unfallverursachers zu bekommen. Ja, der war versichert! Aber
im Ernstfall was zu kriegen, ist langwierig und unsicher.
Ansonsten geht es hier allen
gut. Martin und Paul sind bei den Prüfungsvorbereitungen für das +2-Examen.
Mit lieben Grüßen an alle - Dein Kochettan"
|
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Vettikavumgal ist keine Krankenstation, sondern immer noch eine Tropenfarm. Im Moment hat die ganze Familie zusammen mit einigen Erntehelfern alle Hände voll mit der Reisernte zu tun. Nebenher hat Raju weitere Spezialisten konsultiert, um für sein Bein eine realistische Perspektive zu bekommen. Die Prognosen sind zurückhaltend - aber Raju will sein Schicksal meistern. gestern nacht hat er sich hingesetzt und seine neueste Mail getippt, als der Rest der Familie schon ausgepowert in tiefen Schlaf gefallen war:
Lieber Bernd, liebe Freunde in
Europa!
Zur Zeit habe ich wenig Zeit
zum Schreiben, denn die ganze Vettikavumgal Farm steht im Zeichen der Reisernte.
Die ganze Familie packt zu, denn auch diesmal haben wir nicht viele
Erntehelfer finden können. Schade, dass ich nur dabei sitzen und nicht helfen
kann. Ich sende ein paar Bilder von vorgestern. Da siehst Du unseren Hof
voller Garben und wir dreschen wie wild, denn am Nachmittag muss der Reis in
den Säcken sein, bevor die Feuchtigkeit gegen Abend wieder zunimmt und alles
nass wird.
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Bei all der Arbeit muss auch
immer jemand von der Familie mit mir ins 45 km entfernte Calicut fahren, damit
mein Bein behandelt werden kann. Nach der letzten Operation hat sich die
Wunde enorm verbessert. Alle Entzündungen sind weg, und es eitert nichts
mehr. Anfang nächster Woche kann ich also zur nächsten OP wieder ins
Krankenhaus. Dabei werden die Gentamycin-Depots aus den Knochen entfernt. Das
sind Antibiotika-Perlen, mit denen die Entzündungen erfolgreich bekämpft
worden sind.
Die Entzündungen kann ich
übrigens nicht Dr. Krishnakumar anlasten, denn er ist Spezialist für
plastische und Mikrogefäß-Chirurgie und hat gute Arbeit geleistet. Ich
vermute, die Entzündungen innerhalb der Knochen sind allein mein Schicksal.
Letzten Montag habe ich einen
berühmten Orthopäden konsultiert, um ein zweite Diagnose einzuholen. Er ist
der erfolgreiche Arzt Dr. C.K.N. Paniker und in ganz Südindien bekannt. Seine
Meinung ist, dass mit der Knie-Operation noch abgewartet werden sollte. Zu
diesem frühen Zeitpunkt könne niemand sagen, ob das Knie tatsächlich steif
bleiben würde. Er will die Entwicklung einige Zeit beobachten, und ich sollte
das Knie zunächst mit speziellen externen Schienen und Klammern stützen.
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Natürlich habe ich auch einen
Ayurveda-Spezialisten konsultiert. Erst gestern war ich im Ayurveda-Hospital,
und der Arzt hat mir geraten, nach der Behandlung im Baby Memorial in seine
Klinik zu kommen. Er werde mit ayurvedischen Präparaten und ayurvedischen
Bandagen den Heilungsprozess unterstützen.
Nach allem habe ich beschlossen,
mit der OP zur Wiedereingliederung der Stahlplatten noch abzuwarten.
Inzwischen bin ich sicher,
dass ich nie wieder so laufen kann wie früher. Aber ich werde mit diesem Bein
leben. Es gibt so viele behinderte Menschen, die schlimmer dran sind - da
werde ich es wohl auch schaffen. Es ist einfach nur eine Frage der Zeit, und
wir müssen Geduld haben.
Zögere als nicht, mir Gäste
für die nächste Saison ab November zu schicken. Kümmere Dich nicht um meine
Schwäche - ich werde das zur Zufriedenheit aller hinbekommen. Denn ich stehe
ja nicht ohne Hilfe da.
Dass von unseren Freundinnen
und Freunden aus Europa immer noch regelmäßige Spendenzahlungen eingehen,
macht mir Mut. Wenn Ihr an mich und meine Heilung glaubt, so werde ich das
auch tun und mit aller Kraft wieder auf die Füße kommen! Danke!
Love and greetings
Kochettan
Wenn Ihr in letzter Zeit fragt, wie es Raju geht, dann gibt es nicht viel Neues zu berichten. Man muss nun einfach abwarten und dem Bein Zeit zum Heilen geben. Am Mittwoch kam Post aus dem Busch, und Raju hat nicht viel Neues zu berichten. Sehen wir es positiv: Zumindest scheint die Zeit der ständigen Komplikationen und Hiobsbotschaften vorüber.
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Einige fragten auch, ob die Sondermeldungen über Rajus Genesung aus dem Netz genommen wurden. Natürlich nicht. Ich habe lediglich die Links aus den INN und der KD-Startseite genommen, seit es nicht mehr so viel zu berichten gibt. Über das Navigationsmenü bei KD-online ist die Seite zu erreichen (News & Info -> Sondermeldungen). Doch lies nun, was Raju diese Woche schrieb:
Lieber Bernd, ich fühle mich jetzt besser, seit die Ärzte im Krankenhaus gesagt haben, ich solle Geduld haben und dem Bein Zeit geben. Bis es stark genug für weitere Behandlungen ist.
Also habe ich nun eine Ayurveda-Therapie begonnen. Unser Ayurvedaarzt versprach mir zu helfen. Nicht von heute auf morgen - aber nach und nach wird er dafür sorgen, dass ich innerhalb eines halben Jahres wieder ohne Hilfsmittel laufen kann.
Das werde ich schaffen, und es ist nur möglich durch die vielen Spenden und Gebete unserer KD-Freundinnen und -freunde. Ich kann nicht oft genug Danke sagen dafür, dass ich heute keine Schmerzen habe, dass ich mein Bein nicht verloren habe. Bitte schreibe allen noch einmal, dass ich sehr dankbar bin.
Dass Du nicht mehr rauchst, ist eine gute Nachricht. Auch ich habe in den letzten 8 Monaten nicht geraucht, und ich beabsichtige nicht, es wieder anzufangen. Amachi geht es gut - für ihre 70 Jahre hat sie unglaublich Power. Sie arbeitet auf den Feldern, füttert die Kühe und macht die ganze Hofarbeit, jetzt wo ich nicht helfen kann.
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Wie sieht es mit Anfragen aus? Ich wünschte, wir hätten bald wieder das Haus voll Gäste.
Liebe Grüße an Deine Familie und an alle Freunde - Dein Kochettan
Spenden werden natürlich immer noch gern genommen.
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Zwar haben wir viel gesammelt - doch es ist ja nur ein Bruchteil der tatsächlichen Kosten.
"Maundy Thursday" ist der Gründonnerstag, und die indischen Christen versammeln sich an diesem Tage zum traditionellen Letzten Abendmahl im Kreise der Großfamilie. Diesmal waren auf der Tropenfarm Vettikavumgal Rajus Bruder und Schwager mit ihren Familien zu Gast.
Die Frauen haben den ganzen
Tag gebacken, und abends gibt es das Last Supper. Da ist das gewürzte
Ingwerbrot, Puttu, Tee mit Kokosmilch und dieses Reisbrot, das im
Bananenblatt gebacken wird und ein Kreuz aus den Blättern eines geweihten
Palmwedels enthält.
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Gebete werden gesprochen. Dann wird das Brot vom Familienältesten gebrochen, wie Jesus es damals für seine Jünger tat.
Dann werden Brot und Tee gereicht, rund um den Tisch immer aus den Händen der Älteren an die Jüngeren.
Das ist nun die letzte
Mahlzeit der Kerala-Christen vor Ostern - Karfreitag wird gefastet.
Nach dem Supper hat Raju die Kinder für ein Gruppenfoto auf der Veranda zusammen gerufen.
Mit diesem Bild (unten) will er allen Freundinnen und Freunden in Europa ein frohes Osterfest wünschen.
Auch wenn die Ostergrüße erst eine Woche später hier ankamen - sie kommen von Herzen. Leider konnte die Mail wegen Stromausfalls nicht eher gesendet werden, entschuldigt Raju sich.
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Zweimal in der Woche fährt Raju ins nahe gelegene Dorf Koduvally.
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Dort leitet der Vaidya Gurukkal das Vavad-Hospital.
Er ist ein anerkannter Spezialist für komplizierte Knochenbrüche und Verrenkungen.
Die Behandlung tut ihm gut, sagt Raju.
Er kann mit seinen Krücken
bereits ziemlich weit laufen und braucht den Rollstuhl nicht mehr.
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Angela hat wieder geschrieben. Sie bedauert, dass das Unglück der Farmerfamilie langsam in Vergessenheit gerät. Es passiert täglich so viel, und alle brauchen Hilfe... (Aus den INN 610)
Das finde ich besonders nett von Angela: Sie hat Raju und seinen schrecklichen Unfall nicht vergessen. Wenn sie davon spricht, den "Faden wieder aufnehmen" zu wollen, so bedeutete das eine weitere Spende. Die ist inzwischen auch eingetroffen - Riesendank!
Angela: "Ja und dann wäre da noch Raju. Wie du treffend schreibst, lebt unsere Gesellschaft von den Tagesmeldungen. Das Raju weiter Hilfe braucht ist ja ersichtlich. Für mich wäre es so, als wenn ich einen Menschen eine Stütze gebe und ihn dann seinem Schicksal überlasse.
Ich nehme einmal an, das Raju kein Einkommen hat, oder gibt es Krankengeld? Ich denke dass seine Familie von seinem Einkommen abhängig ist, und wenn er auch nicht zu den Ärmsten zählt, so sollte jeder doch überdenken was jetzt weiter mit dieser Familie geschieht.
Deswegen werde ich den Faden wieder aufnehmen."
Natürlich dauert es möglicherweise zwei Jahre, bis die Folgen des Motorradunfalls vom Juli 2010 so weit bewältigt sind, das Raju wieder arbeiten kann. Vielleicht werden sogar über diese Zeit hinaus hohe Rechnungen von Ärzten, Orthopäden und Krankenhäusern fällig werden.
Rechnungen, die keine Versicherung übernimmt.
Angela vermutet richtig: Der Familie fehlt sein Gehalt, das er als Bauingenieur der staatlichen Wasserversorgung verdient hat. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es nicht. Raju kann froh sein, seinen Job zurück zu bekommen, wenn er so weit wiederhergestellt ist.
Und dieses Einkommen wäre wichtig, denn die landwirtschaftlichen Erträge der Farm reichen schon seit Jahren nicht aus.
Doch es ist nicht der Sinn meiner Berichterstattung, dass immer wieder die gleichen Freundinnen und Freunde spenden. Es gibt so viele Indienfreunde, die täglich auf Rajus Sonderseite bei KD-online stoßen. Die könnten alle dem Raju und seiner Familie mit einem kleinen Beitrag helfen, und die Last liegt dann nicht nur auf den Schultern weniger Spender(innen).Etwas über die Hälfte der geschätzten Gesamtkosten für Rajus Behandlungen haben wir bisher sammeln können. Dass sich keine neuen Spender anrühren lassen, liegt wohl an der fehlenden Aktualität - jeden Tag passieren schlimme Dinge auf der Welt, und Rajus Unfall liegt doch fast ein Jahr zurück.
Jedenfalls hat Raju gesagt: "Wenn Angela uns Anfang 2012 auf der Farm besucht, dann werde ich ihr ohne Krücken entgegen gehen und sie in die Arme nehmen!"
Das zeigt, dass jede kleine Zuwendung unserer Indienfreund
für Raju eine starke Motivation bedeutet, schnell wieder auf die Beine zu
kommen. Leider ist aber im Moment nicht absehbar, wann der Kochettan wieder
ohne Krücken und Rollstuhl auskommen wird.
Raju
nimmt sein Schicksal mit Humor. Etwas schwarz zwar - aber immerhin. Als sich
am letzten Samstag Amachi, die Großmutter, die Hand gebrochen hat, witzelt
er, die Anzahl der Patienten im Vettikavumgal House habe sich verdoppelt...
Doch
er hat nicht nur diese schlechte Nachricht. Eine weitere könnte eines der
Highlights unserer Kerala Discovery betreffen: Das Geld wird wohl mindestens
noch 3 Jahre sehr knapp sein, und vielleicht wird Raju unser Hausboot
verkaufen müssen. Für alle, die die Verhältnisse in Indien nicht so gut
kennen, sollte hier auch mal über Rajus andere Sorgen berichtet werden. Daran
kann man erkennen, dass so ein Verkehrsunfall eine indische Familie über
Jahre in große Not versetzt - während bei uns durch gesetzliche
Kfz-Versicherungspflicht und Krankenversicherung zumindest das finanzielle
Risiko gut abgedeckt ist
31.05.11: Dear Bernd,
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due to
my illness Amachi is looking after the farm, on last Saturday Amachi and Jaimon
were looking for Banana in the rubber plantation and cutting grass for cows
then she fell down from the wall. Jaimon help her to walk from there to the
home and I call one Ayurveda vaidya to the home. He checked and said the left
hand is broken and for further treatment we have to take X-ray. Martin and
Lovely, Gilson all went with Amachi to the hospital in Omassery and confirmed
it is broken. The doctor put plaster on the hand and now she is in the home.
The number of patients doubled now and Lovely got good job as nurse in our
home. Today evening I will send the photos. Amachi wants about two month
rest. Her sugar and BP are very high.
Tomorrow
the schools are reopening. Jaimon and Diana go to the same school in
Engapuzha. Martin and Paul are looking for their higher studies. Martin is
trying to get admission in Calicut for Automobile engineering and Paul is
looking for BSC Nautical science in Coimbatore. The next three years will be
very hard for me, because my illness, the expensive studies of the children,
and I will get income from the rubber only after three years in 2014. After
three years both Paul and Martin will get job and it will be better. Paul's
study is bit costly about 10 lakhs for his tuition fees but after the study
he will get very good job in the Ship, and Martin also will get job in
Automobile field.
Did
you give the money to Johnson he promised to send the money to my account. He
didn't call me last two weeks I hop he has send it I want to check my
account.
The
houseboat rate given from Allapuzha is only for the off season. In this time
we will get boats at any rate, because they are not operating the boat and
have no guests. If somebody comes they will give it at any rate. At present I
stop the boats in Koylandi I think if somebody is interested I will sell it.
For the next season I am not sure to operate boat in Koylandi, it is a chance
to think about boating in Allapuzha on the way to Trivandrum.
Did we
get any new guests for next year - please give me some booking details. I
hope now the climate in Germany is good and how is your business in
handicrafts.
Best
wishes and regards
Kochettan
Was soll mit unseren Backwaterfahrten werden, wenn wir das einzige Kettuvallam in der Quilandi-Lagune verlieren? Wieder nach Allapuzha, wo der Hausboottourismus sich knubbelt und bereits der Umwelt schadet? Auf keinen Fall, falls wir dort nicht etwas abseits eine ruhige Route finden. Ansonsten waren unsere Backwater-Kreuzfahrten in Kannur (weiter nördlich als Quilandi) immer sehr gut angekommen. Als wir noch kein eigenes Hausboot hatten. Das habe ich auch Raju geschrieben, und heute antwortet er so:
11.06.11: Dear Bernd
Last
week I was in Coimbatore with Martin and Paul, Martin drove the car up to
Coimbatore and back. We have gone there for Paul's college admission, he
needs a medical and physical test, he passed all tests and the admission will
come, I have to pay the first instalment of fees on the last week
of June Rs.2.60 Lakh. The first year total fees comes Rs. 3.60 Lakh. The
class is for three years. The course is known as BSC nautical science- it is
the course for the captain of the ship.
Martin
is looking for study in Calicut Automobile Engineering Diploma, I hope I can
go with him to the office or stay in Calicut with him. Amachi is getting
better the plaster will cut only after six weeks.
The
boat is not yet sold, if it is possible I will hold it, the maintenance is
very costly I don't have money to look after the boat also.
One
bad news: Ancy's mother died today morning at 10 AM. She was in the hospital
for chest pain for last two days, and today morning she died.
Anci ist die Frau von Rajus Bruder Gilson - ihre Mutter war noch gar nicht so alt. Wie viele Hiobsbotschaften wird die Vettikavumgal-Familie noch ertragen müssen?
Die Investitionen in die Ausbildung der Kinder sind ebenfalls überproportional hoch in Indien. Das indische Zahlwort "Lakh" bedeutet 100.000 Rupien - die 3,6 Lakh für Pauls Kapitänspatent sind also 360.000,- Indische Rupien (ca. 5.700 Euro). Paul und Martin findet Ihr auf dem Gruppenfoto vom 28.4. in der hinteren Reihe, Martin ganz links und Paul als 3. von links.
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Heute,
am 22. Juli, jährt sich Raju's schwerer Motorradunfall zum ersten Mal. Ich
nehme das zum Anlass, Bilanz zu ziehen und die Sonderseite nun zu schließen. Selbstverständlich nicht
ohne nochmals ein Riesen-Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender
auszusprechen.
Am
Abend des 22. Juli 2010 passierte es auf dem Heimweg vom Büro in Calicut:
Einem entgegenkommenden SUV platzte ein Vorderreifen. Der schwere Wagen brach
aus, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit Rajus Motorrad. Schwer
verletzt lag Raju auf der Straße, das Motorrad war Schrott.
Glück
im Unglück: Für den wohlhabenden Besitzer des Unfall-SUV bestand kein
Zweifel, dass er der verantwortliche Verursacher war. Er stoppte sofort ein
Fahrzeug und brachte Raju ins nächste Hospital. Doch die Ärzte dieses
Government-Hospitals sahen in der Amputation die einzige Möglichkeit, Rajus
Leben zu retten. Da hat der Unfallverursacher sofort einen
Transplantationsspezialisten angerufen und die Überführung in eine
renommierte Privatklinik organisiert.
Ohne
zu wissen, wer für die Kosten aufkommen würde, haben Raju und die ganze
Vettikavumgal Familie der komplizierten Operation sofort zugestimmt: An eine
Amputation des rechten Beins wollte niemand denken. Gleichzeitig ging die
Hiobsbotschaft über die InderNettNews in die Welt und die Freunde unserer
Farmerfamilie aus Kerala haben sofort beschlossen, hier zu helfen.
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Das
muss ich anerkennend noch einmal betonen: Noch bevor ich auf die Idee kommen
konnte, jemanden um Hilfe zu bitten, haben die ehemaligen Gäste der Farm
spontan beschlossen, zu spenden. Ich brauchte die Spenden nur noch einsammeln
und nach Indien senden.
Und
der Spendentopf ersparte der Vettikavumgal Familie wirklich das Schlimmste.
Rajus Bruder Gilson hätte seinen LKW verkaufen müssen und seine
Existenzgrundlage verloren, die Familie hätte Haus und Hof verkauft.
Zum
Jahrestag hat Raju auch eine eMail mit Fotos geschickt:
Dear Bernd,
ein ganzes Jahr ist seit dem Unfall vergangen, und ich schicke Dir heute ein Foto von meinem Bein: So sieht es also nach 12 Monaten aus. Keine Schönheit ist es, und ans Laufen ist auch noch nicht zu denken. Immerhin kann ich mich mit zwei Krücken fortbewegen.
Der Arzt meint, bald könne ich versuchen, langsam mit einer Krücke zu laufen, und irgendwann wird es soweit sein, und ich kann mit einem Spazierstock gehen.
Im Moment sind keine weiteren Operationen geplant. Auch die Ayurveda-Therapie in Koduvally ist beendet. Ich werde nun von einer anderen Ayurvedaklinik nahe Thrissur therapiert. Von dort habe ich Medikamente für einen Monat bekommen. Sie sollen die Muskulatur und Knochen des Beins stärken und für gute Durchblutung sorgen.
Immerhin kann ich schon wieder zwei Tage in der Woche ins Büro nach Calicut. Martin fährt mich mit dem Auto hin. Er hat eine Ausbildungsstelle als Kfz-Mechaniker in Vellimadukunnu bekommen. Das ist ganz in der Nähe meines Büros.
Wir suchen immer noch eine passende Unterkunft, damit ich mit Martin die Woche über in Calicut bleiben kann. Ich könnte so wieder jeden Tag arbeiten, und wir würden dann am Freitagabend nach Hause zur Farm fahren.
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Ob wir eine Entschädigung von der gegnerischen Haftpflichtversicherung erwarten können, ist noch lange nicht klar. Hier braucht man für so was einen Gerichtsbeschluss, und bis dahin können wir erfahrungsgemäß noch vier Jahre warten.
Ansonsten geht es der Familie gut. Alle lassen Dich grüßen. Vergiss nicht, allen zum Jahrestag meines Unfalls noch einmal für die großzügige Hilfe zu danken. Ich werde in der Kirche eine Messe lesen lassen, für alle Spender beten und Gott für mein neues Leben danken.
Love,
best wishes and regards
Kochettan
Soweit Rajus Lagebericht zum Jahrestag. In den alten Rhythmus ist sein Leben also auch nach 12 Monaten nicht zurück gefallen. Aber er trägt sein Schicksal mit erstaunlicher Kraft.
Wenn man die Bilder sieht, dann kommen vielleicht leise Zweifel, ob wir mit Dr. Krishnakumar wirklich einen der Besten hatten. Doch vielleicht sollten wir fair bleiben: Die Spendensammlung hat nur etwas über die Hälfte der Behandlungskosten eingebracht, und aus reinem Geldmangel sind die noch notwendigen Operationen zurückgestellt und Raju versucht erst einmal ohne neue Stahlplatten & Schrauben und ohne kosmetische OP's wieder laufen zu lernen.
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