... ohne auf Erlebnisspaß verzichten zu müssen !

 

Inhalt

Vorwort: „KHAMAGHANI“

Eine Idee entsteht ...

KERALA DISCOVERY - die Idee

Resümee 2009 - 10 Jahre später

Sanfter Tourismus

Die KD-Prinzipien für Sanften Tourismus

 

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Vorwort: „KHAMAGHANI“

"Nein, wir hassen die Britishers nicht.", hatte
der junge Geographiestudent Shaji gesagt,
"Aber mögen tun wir sie auch nicht!"

(KD)  Du hast in Indien keine Schwierigkeiten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie sind sehr interessiert an der Begegnung, fragen zuerst nach Deinem Namen, Deiner Herkunft, und wollen dann alles mögliche über Dich erfahren. Wundere Dich nicht, wenn "wildfremde Leute" Dir sehr persönliche Fragen nach Ehe, Familie und Kindern stellen.

Genauso gern sprechen sie über ihr Land.. Shaji erzählte mir, daß viele Inder wohl nicht einverstanden sind, daß hier in den letzten Jahren viele Großstädte ihre Namen geändert haben. Aus Bombay wurde Mumbai, aus Trivandrum wurde Thiruvananthapuram, und Madras heißt nun Chennai. Das sind nur drei Beispiele von vielen, und diese Umbenennung kostet schließlich eine Menge Geld.

"Aber wir leben auch nicht gern in Städten, die ihren Namen von den ehemaligen Kolonialherren bekommen haben. Unsere Städte waren schon blühende Hochkulturen, als die Briten noch gegen die Römer kämpften.", erklärt Shaji. Es sei nur recht, daß jetzt nach über 50 Jahren Unabhängigkeit die ursprünglichen Städtenamen wieder eingeführt werden.

Und dann frage ich ihn, ob er denn die Engländer hasse. Er verneint das. Shaji sagt aber auch, daß die Kluft zwischen Indern und Briten schwer zu überbrücken war. Für die Hindus waren die Briten unberührbare, unreine Kastenlose - umgekehrt schauten die weißen Herren geringschätzig auf die Eingeborenen herab.

"Hier auf der Hauptstraße haben wir vor 50 Jahren die Schilder abgerissen, auf denen 'Indians and dogs not allowed!' gestanden hat.", sagt Shaji, und seine Mundwinkel wandern nach unten, als er hinzufügt: "Mit den Hunden haben sie uns gleichgesetzt!"

Ich schaue nachdenklich über das unentwirrbare Knäuel aus Ochsenkarren, lastenbepackten Kulis, Jeeps und Lastwagen, die heute hier das Straßenbild bestimmen. Die einzigen, die hier scheinbar mühelos weiterkommen, sind die Langurenaffen.

Shaji ist meinem Blick gefolgt.

Er lächelt ein bisschen ironisch, als er sagt: "Britishers und Affen waren erlaubt...!"

Ein wenig Ausländerfeindlichkeit in dieser netten Form sollte einem Volk erlaubt sein, das bereits hochentwickelte philosophische Konzepte formuliert hat, als wir in Europa noch in Erdlöchern grunzten.

Ich meine allerdings nicht, daß wir angesichts einer geistig-philosophischen Hochkultur in Ehrfurcht unser Haupt vor den Indern beugen sollten - das umgekehrte soziale Gefälle, daß Europäer seit 500 Jahren auf die Inder herabschauen lässt, halte ich aber für üble Arroganz. Ich zähle mich nicht zu den Ketzern, die unsere materialistisch orientierte Hightech-Kultur vollends verteufelt. Die "Weisen" des Orients und des Okzidents haben in den letzten 5000 Jahren gleichermaßen weit gebracht - lediglich auf unterschiedlichen Gebieten.

"Toleranz" kommt von "Tellerrand", denn da muss man mal drübergeschaut haben - so lautet immer noch mein Leitspruch. Deshalb noch einmal mein Rat:

Die Begegnung mit Indien sollte von mindestens gleichberechtigter Akzeptanz getragen sein. Nur so ist ein Gedankenaustausch möglich. Begegne den Einheimischen sozusagen auf Augenhöhe!

Der historisch informierte Europäer pflegt seit Generationen die Vorstellung, Europa habe - wie das Radium und die Kernspaltung - Indien "entdeckt". Mit den Indern kann man heute jedoch kaum in einen fruchtbaren Dialog kommen, wenn man Ihnen gleichzeitig das Gefühl vermittelt, eine "Erfindung" unserer Vorfahren zu sein.

Findest Du nicht auch?

 

 

 

 

Eine Idee entsteht ...

Es war 1983 ... wir hatten gerade geheiratet, da führt mich Mercy in ihre Heimat, und ich hatte so meine Ängste vor diesem fremden Land INDIEN. Für mich war das – wie für die meisten - eine ferne Welt unbestimmter Bilder aus Slums, Mutter Teresa, heiligen Kühen - doch als ich Mercy tief in den tropischen Busch von KERALA folge, zeigt dieses Indien sich ganz anders.

Vor allem ist es die Wärme und Herzlichkeit, die mir nicht nur bei der Schwiegerfamilie auf unserer Tropenfarm entgegengebracht wird - Du fühlst sie in allen Dörfern Keralas. Sie taut den emotional verarmten Europäer schnell auf. Ich spüre vom ersten Tag an das Glück, diese Welt sozusagen mit Familienanschluss zu entdecken und nicht als Pauschaltourist, der von Tempel zu Tempel hetzt und die Menschen mit ihren Turbanen & Saris nur als bunte Statisten seiner Dias erlebt.

Viele Reisen durch den indischen Süden mache ich in der Folge allein - bis ich 1986 die Idee hatte, dieses Erlebnis mit Freunden aus Europa zu teilen. Die Familie hat gelacht, und Mercy meinte ungläubig: „In unser Kuhdorf willst Du Touristen holen??"

So dauert es bis 1988, bis die ersten Freunde aus Deutschland unsere Farm im Busch besuchten, ein paar Wochen am Alltag der Inder teilnahmen und sich keineswegs als Touristen fühlten: Sie wurden als Gäste aufgenommen und verließen uns als Freunde. Vor allem fanden die Inder die Begegnung mit den Europäern ebenso spannend wie umgekehrt. Sanftes Reisen im Zeichen des Ganesh – alle Reisen waren sehr abenteuerlich, aber niemandem ist je etwas Schlimmes passiert.

Aber es sollten nur wenige sein, die unser Dorf besuchen. Ich war der erste „Weiße" dort, und die Vorstellung, daß die Tourismusmaschinerie hier alles verändert, ist mir bis heute ein Gräuel.

Inzwischen haben wir unseren Radius behutsam erweitert, besuchen auch die Adelsfamilien der Tharwüste in RAJASTHAN, die wildesten Stammesgemeinschaften Indiens in ORISSA und die Nawabs & Maharanas von GUJARAT. Nicht zuletzt mit Hilfe Eurer Reiseeinstellung hat sich die Ursprünglichkeit unserer Ziele bewahrt.

Wenn Du Lust hast, die ganze Entwicklung unserer Tropenfarm im Norden Keralas zu erfahren, dann klicke Dich zur VETTIKAVUMGAL SAGA. Hier erfährst Du die spannende Geschichte einer Besiedelung, dort wo vor ca. 70 Jahren noch wilder, undurchdringlicher  Dschungel mit Tigern und Elefanten war.

 

KERALA DISCOVERY - die Idee

(Aus der Presse über Kerala Discovery, 1999)


Bernd Symons

Indien gilt als schwieriges Reiseland. Beste Verbindungen vor Ort und mehr als 18-jährige Erfahrung sind erforderlich, um solche Abenteuerreisen stressfrei & gefahrlos möglich zu machen. Bernd Symons, Betriebswirt aus dem Rheinland, machte nach seiner Heirat mit einer Inderin aus Kerala Mitte der 80er Jahre sein Hobby zum Nebenberuf. Nach seiner "Kerala-Discovery"-Philosophie erlebt der Urlauber eine erlebnisaktive Begegnung mit dem faszinierenden Süden und Norden Indiens.

Er bereitet die Reise mit dem Gast von langer Hand vor, stimmt ihn durch seine Internetpräsenz und TRAUMHEFTE auf die traumhafte Begegnung ein. Damit ist dem kleinen Reiseteam schnell die Scheu genommen, für ein paar Wochen als einzige Weiße bestaunte Exoten in indischen Dörfern fern der westlichen Zivilisation und Touristenzentren zu sein.

In der bevorzugten Reisezeit (Nov-Apr. 28-31 Grad) erlebt der Asienreisende den seit Jahrhunderten unveränderten Alltag der Fürsten und Farmer, ihre Feste und Rituale. Wer einmal Ehrengast einer indischen Hochzeit war, mag daheim selbst angesichts einer sechsspännigen Hochzeitskutsche nur noch milde lächeln.

18 Jahre Indienerfahrung mit Nullwachstum aus Prinzip: In diesen Jahren hatte z.B. die keralitische Gastgeberfamilie nie mehr als 6-8 Gäste zu unterschiedlichen Terminen. Das Prinzip des Sanften Tourismus zielt nicht auf Wachstum. Unser Teilnehmerlimit verhindert den Ausbau einer touristischen Infrastruktur in den besuchten Dörfern. Du findest also wie unsere bisherigen Gäste "Dein" ganz privates Indien noch ursprünglich vor.

Resümee 2009 - 10 Jahre später

Es gibt in unserer schnelllebigen Welt kaum etwas, was nicht einem ständigen Wandel unterworfen ist. So kann ich stolz sein, dass ich bei den Kerala Discovery Indienreisen das "Nullwachstum aus Prinzip" bis heute aufrecht erhalten kann.

Als "Abfallprodukt" meiner Reisen habe ich das exzessive Sammeln indischer Handwerkskunst zum Geschäft gemacht. Mit meinem KD-Shop und über eBay-Auktionen verkaufe ich sie und finanziere damit nicht nur meinen Unterhalt, sondern auch einen Teil des Reisehobbys.

Denn immer noch gilt das Non-Profit-Prinzip für die Reisen, die ich organisiere. Das Geld soll in erster Linie den indischen Gastgeberfamilien zugute kommen. Obwohl bei der Reiseorganisation mit Linienflugkosten und Reisegeldern größere Summen über mein Konto laufen, geht die Einnahme-Überschussrechnung immer noch mit Verlust ins neue Jahr.

Das ist auch auf dem deutschen Tourismusmarkt kaum anders möglich. Kleinprojekte wie Kerala Discovery sind teurer als Massentourismus, und die Kunden erkennen den individuellen Charakter der Reisen nur begrenzt an. Sie vergleichen die Preise trotzdem, und wir können bei steigenden Kosten nur sehr wenig auf die Reisekosten umlegen. Insofern habe ich den anfänglichen Plan, Kerala Discovery steuergünstig als gemeinnützigen Verein eintragen zu lassen, inzwischen aufgeben können.

Inzwischen hat Indien in der Welt das Image eines boomenden Wirtschaftswunderlandes bekommen. Dennoch sind unsere Reisen zu archaischen Sozialstrukturen und den Schönheiten des alten Indiens heute noch genau so atemberaubend und spannend wie vor 25 Jahren. Wir lassen auf unseren Zeitreisen das moderne Indien mit seinen pulsierenden Wirtschaftszentren einfach links liegen.

Trotzdem gibt es Wandel bei Kerala Discovery. Während wir in Kerala immer noch bei der gleichen Gastgeberfamilie einkehren, besuchten wir in Rajasthan in den vergangenen 10 Jahren regelmäßig neue Fürstenfamilien. Zwar will ich mit unseren Gästen zum Erhalt der teilweise verfallenen Burgen und Havelis beitragen - die wenigen Mini-Teams der Rajputana Discovery können das aber nie allein leisten.

Es ist nur eine Starthilfe. So haben wir in verfallenen Burgen genächtigt und das Dinner mit der Fürstenfamilie am romantischen Lagerfeuer genossen, und schon ein, zwei Jahre später hatte sich das Anwesen zum anerkannten Heritage-Hotel gemausert. Chandra und ich suchen dann nach neuen, "jungfräulichen" Objekten, denn unsere Gäste finden in den Hotelbetrieben zwar jetzt fürstlichen Luxus und manchmal gar einen Swimmingpool - der erwartete Austausche mit der Gastgeberfamilie bleibt jedoch auf der Strecke.

So sind in Rajasthan heute nur noch vereinzelte Stationen aus den ersten Jahren der Rajputana Discovery im Reiseplan - die Intention der Reiseidee hat sich jedoch nicht verändert.

 

Sanfter Tourismus

INDIEN - spannende Begegnung:
Die Intensität einer Individualreise mit den "Vorzügen" der Pauschalreise

(Aus der Presse über Kerala Discovery, 1999)

Die Menge der Touristen verändert genau das, was sie eigentlich sucht. Die größte Distanz zur Realität des Reiselandes Indien hat man als Pauschaltourist, und dem Anspruch eines verträglichen Sanften Tourismus wird man so am wenigsten gerecht. Sind wir zu dieser Reiseform aufgrund unseres kurzen Jahresurlaubs wirklich gezwungen? Braucht man für die Begegnung mit dem Fischer der Malabarküste, dem Burgherrn aus der Tharwüste oder dem Farmer der Tropenplantage wirklich so viel mehr Zeit?

Leider ist das meist richtig: Gut organisierte Pauschalreisen bieten Kunstfreunden 14 Tage lang ein konzentriertes Kulturprogramm - die authentische Begegnung mit den Menschen des Landes kann sie selten leisten. Für den "Zeit-ist-Geld-Tourist" muß die Programmreise sich im flüchtigen Konsum erschöpfen: Kulturdenkmäler im Akkord und Folklore im Hotel. Viel mehr Zeit brauchen wir, wenn die Menschen des Gastlandes nicht Randfiguren bleiben sollen - mit dem Teleobjektiv eingefangen für den heimischen Diaabend.

Mancher Pauschalreisende sah Indiens prachtvolle Paläste und Tempel - und erkennt auf dem Heimflug, daß sein intensivstes Erlebnis die flüchtige Begegnung mit den Kamelhirten war, die ihn an ihrem Lagerfeuer zu einer schlichten Chapathi mit Linsen eingeladen hatten. Solche Begegnungen berühren - sind aber die Ausnahme. Schließlich trifft man auf dem "beaten track" der Traveller permanent nur die Inder, die sich auf die Spezies "Tourist" spezialisiert haben: Schlepper, Andenkenhändler, Hoteliers, falsche Heilige und Bettler.

Eine neue Idee präsentiert der Indienspezialist Bernd Symons mit 20jähriger Indienerfahrung: Mit seinen Indienprogrammen für Individualreisende / Kleinteams gelingt es dem Reisenden, die Vorzüge der Langzeit-Globetrotter mit denen der Pauschalreise zu verknüpfen.

Bei angesehenen Großfamilien nehmen die Gäste am traditionellen Alltag teil, lernen, Turban oder Sari zu tragen; kochen, essen und feiern mit den Indern, - untergebracht in Wüstenburgen Rajasthans oder Tropenplantagen Keralas: Ein authentischer Kulturaustausch fern der Touristenzentren.

Gerundet wird das Erlebnis durch geführte Exkursionen zu Prachtbauten, Dschungelreservaten, Tempelfesten und den Backwater-Lagunenlandschaften des tropischen Südens.

Ein Erlebnis des ursprünglichen Indiens - ohne synthetische Kulturvermarktung - ist schon ab 21 Tagen stressfrei möglich: Alles, was im schwierigen Reiseland Indien für jeden Individualtourist zeitraubend ist, wurde bereits von langer Hand vorbereitet. Verträgliches Reisen ist gesichert: Prinzipiell sind maximal 8 Teilnehmer zugelassen - Individualreisen zu Zweit oder Dritt werden bevorzugt. So rentiert sich der Ausbau einer touristischen Infrastruktur in den besuchten Dörfern von vornherein nicht.

Wer sich rechtzeitig anmeldet, kann am Reiseverlauf mitarbeiten und sein ganz persönliches Indien entdecken. Für stilgerechtes wie verträgliches Reisen stehen Jeeps, Elefanten, Boote und Kamele bereit.

 

Die KD-Prinzipien
für Sanften Tourismus

Die "Wilde Schönheit Indiens" unverfälscht genießen, neue Freundschaften in den Dörfern schließen, mittendrin sein, wenn gefeiert wird - dazu mußt Du ausbrechen aus den Konvois des Massentourismus!

*  Kleine Reiseteams mit 4 bis max. 8 Teilnehmern/innen. Sie mögen noch so respektvoll vorgehen - die Masse der Reisenden zerstört genau das, was sie eigentlich suchen. Massentourismus mag billiger sein - und der Kreis der Interessenten für KD insofern kleiner. Da müssen wir durch.

*  Unterkünfte familiennah und möglichst abseits der Touristenzentren. Die Begegnung mit den Menschen und ihren unverfälschten trad. Lebensweisen hat trotz atemberaubender Kulturdenkmäler die Indienreisenden immer am tiefsten berührt.

*  Mit dem Komfort, den die Gastgeberfamilien ohne große Veränderungen anbieten können. Eben, um die touristische Infrastruktur nicht zu subventionieren. Nicht immer einfach: Die stolzen Inder möchten sich nicht blamieren und verschulden sich oft, nur um dem westlichen Gast alle die Bequemlichkeiten bieten zu können, von denen sie glauben, daß wir sie nicht missen können. Das versuche ich zu bremsen - so viel Komfortverzicht ist nämlich gar nicht notwendig.

*  Der größte Teil der Reisekosten verbleibt in Indien. Denn KD ist ein Einmannbetrieb. Kein großer Verwaltungsapparat, kein üppiger Werbeetat für farbenprächtige Hochglanzprospekte. Jeder KD-Teilnehmer kann sicher sein, daß die Inder, die er schätzen lernt, ein ordentliches Stück vom Kuchen erhalten. Weit mehr, als sonst für sie abfällt. Das ist ein gutes Gefühl... Hier in Deutschland organisiere ich das maximal kostendeckend.

*  Privat oder professionell? KD ist kein kommerzielles Reiseunternehmen. Da wir uns auf so wenige Teilnehmer beschränken, kann ich von meinem Anteil nicht leben. Es bleibt also ein nebenberufliches, privates Hobby. Professionell veranstaltet ist es dennoch - schließlich organisiere ich die Reise für Dich mit jahrzehntelanger Erfahrung seit 1983.

 

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