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Aber ob meiner guten Laune werde ich schon wieder schräg angesehen. Zufriedenheit gilt bei uns Deutschen ja als Defekt, als Gesinnungsfehler. Wenn ich das alles prima finde und gute Laune habe, gelte ich in kritischen Kreisen leicht als Vollpfosten. Gute Laune als Symptom für geistige Umnachtung. Wir Deutschen werden ja in aller Welt geliebt und geachtet, weil wir Angst haben haben (die weltbekannte German Angst). Sobald irgendwas Spaß macht, rufen wir "Oh nein, das könnte Allergien auslösen!" Oder es macht Krebs.
Und das stimmt: Das Leben ist eine durch Geschlechtsverkehr übertragene und unweigerlich tödliche Krankheit, und es kann tatsächlich Allergien auslösen. Deshalb ist eine positive Einstellung bei uns nur erlaubt, wenn sie allergiegetestet ist. Fröhlichkeit ist grundsätzlich lebensgefährlich. Da freut man sich, ist ruckzuck in Euphorie und in Ekstase tanzend vom Balkon gekippt. Depression dagegen gilt gemeinhin als ungefährlich. Da liegt man hautkrebssicher im verdunkelten Zimmer in allergiegetesteter Bettwäsche. Erst wenn man so richtig fertig ist und jammert, wie elend man sich fühlt - dann sagen die Leute bewundernd: Seht, ein Intellektueller, wahrscheinlich ein Künstler, der von einem besseren Leben träumt. Gibt es eigentlich noch keinen Impfstoff gegen gute Laune? Ich glaube, das wäre doch ein guter deutscher Forschungsauftrag. Zwischenzeitlich bekommt Ihr heute meine selbstentwickelte Impfung gegen Verkehrspanik.
Sarrazin weg - Integration erledigt? Über das Reizthema dieser Tage und die Thesen aus der letzten Ausgabe haben wir viel diskutiert. Und selbst die, die weit herumgekommen sind und/oder etliche Freunde mit anderen Religionen haben, sind hier nicht unter einen Hut, Fez oder Turban zu bekommen.
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Ich habe mit der Integration nur ein großes Problem: Ob Hindu oder Moslem - selbst die Gemäßigten unter ihnen leben ihre Religion mehr als die meisten Christen es tun. "Für Euch ist Religion entweder, unwichtig, Spielerei oder fürs Geschäft", wirft mir Achmed mit Recht vor. "Fürs Geschäft?", frage ich. "Klar - die rennen doch sonntags nur in die Kirche, damit sie von ihren Kunden gesehen werden und gut dastehen." Da ist was dran. Diese Migranten in so eine Spaßgesellschaft integrieren zu wollen, heißt doch, ihnen ihre Werte zu nehmen. Kein Wunder, dass sich in den Großstädten Stadtviertel bildeten, wo Muslime, Sikhs und Hindus in ihrer eigenen Community unter sich sind. Dort haben sie zum allergrößten Teil nichts gegen christliche Nachbarn. Aber die ziehen nach und nach freiwillig woanders hin....
Journalist sein, ist keine Garantie für einen
unterhaltsamen Schreibstil. Bei Christina Franzisket vom Tagesspiegel Berlin
schon. Sie erzählt von ihrer Reise durch Indien, die sie zur Zeit mit einer
Freundin macht. Wenn sie über den Verkehr und die Schlepper schreibt, ist das
für viele von uns nicht neues. Aber sie schreibt es humorvoll, und ich finde
es gar nicht falsch, die Dinge mehrfach aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu
beschreiben. Ich tu's ja heute auch wieder. Der
Anfang von Christinas Reise hier...
"Geliebtes Indien, wir sind angekommen", war ihre euphorische Überschrift - doch schon beim zweiten Blogeintrag zeigt sich die Gegensätzlichkeit Indiens, die den Reisenden überall überrascht und verunsichert. Satt gegessen aus einem guten Restaurant kommen und die schmutzigen, ausgezehrten Kinder der Armen am Wegesrand sehen, das weckt Übelkeit. Jeder geht mit diesen widersprüchlichen Gefühlen anders um. Für viele Indieninteressanten ist die unübersehbare Armut sogar ein Grund, nicht in dieses Land zu reisen. Andere haben immer viele Münzen in der Tasche und polstern ihre Seele mit kleinen Gaben. So will es auch der Hinduismus, der dem Gebenden ein besseres Karma verspricht. Offensichtlich ist es genau dieser Glaube, der scheinbar noch mehr Armut produziert. Denn die Not versteckt sich nicht wie bei uns - die springt gewollt und drastisch ins Auge.
Der Yogakurs ist für viele Frauen heute das, was vor 40 Jahren der Töpfer- oder Jodelkurs war (Frau hatte was eigenes, wenn das mit Ehe, Kinder, Küche mal in die Brüche gehen sollte). In der WELT hat sich Susanne Kaloff mit lockerer Feder mit dem Yoga-Hype befasst. Ob sie damit die weltweite Erleuchtung des Westens auf Energiesparlampen umschalten kann, bezweifle ich. Denn aus der Yogawelle ist längst ein Tsunami geworden. Deshalb holt sie auch das eben erschienene Buch von Kristin Rübesamen zu Hilfe. Und ich garniere das ganze mit einer Fotoserie, die kürzlich aus Indien erhielt - "Vodka Yoga" nimmt die sauflustigen Russen aufs Korn. Schau mal...
Madame Tussaud in Indien? Du denkst, es gibt nur in
London oder Paris ein gut bestücktes Wachsfigurenkabinett? Dann schau die
kleine Fotostrecke "Wachstum" aus dem Siddhagiri Museum in Kolhapur
(Maharashtra) an. Die riesige Anlage zeigt Szenen aus dem ländlichen Indien.
Heute ein paar eindrucksvolle Bilder aus Kolhapur (ab
hier).
Khamaghani, Euer ![]()
Bernd
Zum Tage: Wenn ein
Elefant in Schwierigkeiten ist, treten ihn sogar die Frösche. (Indien)
![]()
Spenden für Raju
Tagesaktuelle News vom Unfallopfer aus Kerala und
aktueller Spendenstand jetzt online unter Sondermeldungen Raju ist wieder zu Hause - jetzt Sondermeldungen |
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09.09.10:
Vodafone muss Milliarden an Steuern in Indien nachzahlen 08.09.10:
Indiens Patriarch ist ein Auslaufmodell |
Reisekasse
Für 1 Euro gibt's heute in Indien ca. 59,00 Rupien (für
Euro-Banknoten, TC oder mit ec-Karte am Geldautomaten ATM) |
REISEPARTNER-BÖRSE
R03 ab 13.10.: RAJASTHAN Special - mit MARWAR FESTIVAL mit Monika & Markus - eine Sonderreise- wer mitmachen möchte, mag nähere Info anfordern Anfragen an Bernd K04 ab 07.01.11
KERALA mit Michael, der noch nette
Reisepartner(innen) sucht. Anfragen an Bernd |
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INHALT Nr. 573 |
Dabei war sie noch nie in Indien!
Unsere Indien-Pins für Dein
Google-Earth
Indien-Blog: "Geliebtes Indien, wir sind
angekommen"
Armut und
Reichtum in New Delhi
Qatar
Airways expandiert stark in Indien.
Realitätstheorie
der Geschwindigkeit
Miteinander, statt gegeneinander
Rebekka
und Anischa aus Indien
"Wir schaffen es nicht,
nicht zu töten"
Udaya
Kumar entwarf das neue Rupien-Symbol
Leihmutter-Doku: "Buy One,
Get One Free!"
Zwei Embryos für den Preis von
einem
Babys –
Lieferung übers Internet
Bishnoi,
Tierliebe bis in den Tod
Ein
heiter-bissiger Blick hinter die Kulissen von Delhi
"Erklär
mir Yoga, Schwester K!"
Alle sind erleuchtet - das Buch
Die
wichtigsten Kapitel bei KD-online
![]()
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Nachdem in der ersten Woche keine richtigen Lösungen eingingen, kam ich mir wirklich schon vor wie einer, der "von oben herab" auf Euch runtersieht und mit seinem Indienwissen angibt. Aber dann kamen nach meiner Fristverlängerung doch die Kenner(innen) aus den Löchern. Auch die Gewinnerin für unser Satellitenbilderquiz aus INN 571 ist ermittelt - die richtigen Lösungen heute als Fotostrecke
Wenn ich eines hasse, so sind das diese saudummen Gewinnspiele im Fernsehen, die ausschließlich auf möglichst viele Telefongebühren abzielen. Gerade hatte ich mich am Samstag noch gegen Mitternacht über so einen Schwachsinn beim Boxkampf von Felix Sturm geärgert: "Wer war nie Boxweltmeister? A: Felix Sturm, B: Lukas Podolski ... Für die richtige Antwort gab es ein Auto im Wert von 46.000 Euronen! Gibt es da wirklich so viele Anrufer, die auch noch stolz sind, die richtige Antwort zu wissen?
So ein Quiz hätte ich natürlich auch machen können: "Wie heißt die größte Demokratie der Welt? A: Indien, B: Monaco" - aber so was ist doch allerunterstes Niveau. Glücklicherweise kam eine Stunde nach dem Boxquizärgernis die erste richtige Lösung:
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Original Message -----
From: <Tabea>
To: <Bernd>
Sent: Sunday, September 05, 2010 1:20 AM
Subject: Gewinnspiel...ICH habs ICH habs...hoffentlich
Frage 1: Nagoa Beach, Diu
Frage 2. Jaisalmer, Rajasthan
Frage 3: Mehrangarh Fort
Frage 4: Amber Fort, Jaipur
Frage 5: Udaipur
Frage 6: Fatehpur Sikri
Frage 7: Madurai
Frage 8: dies ist ein Wasserfall bei Aanakkampoyil (steht kein Name beim Bild) aufgenommen am 23. Februar 2006
Frage 9: Vettikavumgal - Farm
Frage 10: Lalitha Mahal Palace - heute -Hotel
Frage
11: St. Philomena's Church
Frage 12: Kovalam
Frage 13: Suchindram
Frage
14: Gateway of India
Ich hoffe ich hab alles richtig und bin damit auch noch die Erste???
Liebe Grüße ... Tabea
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Glückwunsch, liebe Tabea! Ich war schon ganz verzweifelt bei so vielen Einsendungen, die alle immer nur 1-2 Fehler enthielten - also zeigten, dass die Einsender durchaus Ahnung (und Talent zum Detektiv) haben.
Aber Du hast Dir erfolgreich die Nacht um die Öhrchen geschlagen! Einzig die Antwort 8 ist für die Stammleser(innen) der INN etwas ungenau, da das Dörfchen Aanakkampoyil noch nie erwähnt wurde. Ich kenne es gar nicht und habe es erst durch Dich bei Google Earth gefunden. Es liegt 1 km südlich tatsächlich auch am Eruvanhippuzha River, und der Wasserfall heißt "Nellipoyil Arripara" nach dem ca. 500 m entfernten Dorf Nellipoyil. (Unsere Gäste nennen es scherzhaft unseren Nelli-Pool und wollen immer wieder hin)
Ich lasse das natürlich als richtig gelten! Quizfrage 15: Magst Du mir Deine Postanschrift für die Eulen der Weisheit nennen?
Vielleicht sagst Du mir auch, wie Du bei den schwereren Fragen, die keine weltbekannten "Points of Interest" zeigen, auf die richtigen Lösungen gekommen bist?
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Du sagst es - ich habe mir wahrhaftig die Nacht um die Ohren geschlagen. Ich habe um ca. 21.00 Uhr angefangen. Und nu bin ich so aufgeputscht, dass ich gar nicht mehr schlafen kann.
Ich muss dazu sagen, dass ich die InderNettNews aus Zeitmangel meist leider nur überfliege - daher habe ich das Gewinnspiel beim letzten Mal leider übersehen. Da ich aber immer sehr gespannt bin, wie es Raju geht - auch wenn ich ihn nicht selbst kenne - bin ich heute, beim suchen nach dem "Raju-Link" - der bei mir übrigens nie funktioniert (warum bloß...am Kopf kratz) über das Gewinnspiel gestolpert, was aus Mangel an korrekten Antworten weiter fortgeführt wird - und mein Ehrgeiz war gepackt. Ich muss auch dazu sagen, dass ich Google, egal welcher Art absolut klasse und vor allem hilfreich finde (ich habe auch kein Problem mit Street View...aber darüber könnte man wohl tagelang diskutieren).
Ich halte auch nicht mit meiner Meinung hinterm Berg: Der Aufstand gegen Street-View ist so was von deutsch!
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So wie Dir ging es wohl vielen - in der ersten Woche kamen wenige Lösungsvorschläge. Erst diese Woche hat es in der Mailbox gerappelt. 131 Einsendungen - nicht viel bei über 4000 Abos - zeigt aber, dass Du zur Elite zählst ;-)
Aber dass der Link zu den Sondermeldungen über Rajus Unfall nicht funktioniert, ist sonderbar. Ich weiß von vielen Lesern, dass er funktioniert. Vielleicht ein Hinweis an alle: Aus technischen Gründen führen Links zu Unterkapiteln bei KD-online in den INN immer über die Startseite. Die erscheint immer zuerst - je nach Internetgeschwindigkeit zwischen 5 und 20 Sekunden - erst dann geht es automatisch weiter zum Zielkapitel. Wenn also das Web gerade mal lahmt - ein wenig Geduld.
Wo liegt das Dorf Nellipoyil - das wiederum habe ich nun gar nicht in Google Earth gefunden?
Es ist auch - wie so mancher traumhafte Fleck unserer Routen - auf keiner Karte verzeichnet. Doch hier bekommt jeder Abhilfe, der Google-Earth installiert hat:
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Einfach runterladen (PC-Sicherheitswarnungen ignorieren - ist virengeprüft) und dann doppelklicken. Es öffnet sich Google-Earth, und Du findest die gesammelten Orte links im Fenster "Orte" ganz unten.
Die Fragen habe ich schlicht und ergreifend mit Google-Earth beantwortet - ich bin quasi Indien überflogen in den knapp 5 Stunden. Denn ich kenne die Sehenswürdigkeiten Indiens kaum - ich beschäftige mich mit Sehenswürdigkeiten und Städten erst konkret, wenn ich eine Reise dorthin plane - und das Glück nach Indien zu kommen hatte ich leider noch nicht (ich arbeite aber dran......eines Tages bestimmt) und wie gesagt, die InderNettNews überfliege ich - wobei ich sie ordentlich abspeichere um sie vielleicht eines Tages doch noch in Ruhe durch zu lesen.
Aber es hat Spaß gemacht, war sehr interessant und informativ, wobei mir mal wieder klar geworden ist, wie unheimlich riesig und weitläufig Indien ist.
Allein für Frage 10 und 11 habe ich fast 2 Stunden gebraucht, ich bin fast daran verzweifelt.
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Das kann ich verstehen - und nur bewundern! Du kannst mit Deinem Earth-Flugzeug wirklich gut umgehen. Denn selbst die Lösungen von Leser(innen), die schon oft in Indien waren, enthielten alle Fehler!
Trotzdem - auf Deiner ersten Indienreise nützt Dir das Gelernte
wenig. Man bringt höchstens ein besseres Gefühl für Himmelsrichtungen und
Distanzen mit. Lass Dich überraschen !!
Expat Andreas Kleemann ist nach seinem Heimaturlaub wieder in sein Exil Vadodara (Baroda) in Gujarat zurückgekehrt. Er hat im Juli und August in Deutschland die komprimierte Jahreswetterkarte Indiens erlebt: Hitzesommer und Regenzeit. Was wichtig ist, denn Andreas' Tage in Indien sind gezählt. Im März kommt er schon zurück in die kalte Heimat, und die lustigen Alltagsgeschichten aus Indien werden versiegen. Hier ist eine neue Story aus dem indischen Schlamassel - Andreas kam nach der Rückkehr wahrlich vom Regen in die Traufe
Als Nebenfach-Historiker, der ich ja auch bin, beschäftigt man sich zwangsläufig mit Kriegen.
Besonders fasziniert hat mich in diesem Zusammenhang die immer wieder versuchte, und stets gescheiterte Eroberung Russlands.
Erst durch Napoleon, später durch Hitler.
Woran sind diese Herrscher, Feldherrn und Generäle dort gescheitert? An der Weite des Raumes? Sicherlich. Am Frost, den "arschkalt" zu nennen, eine heftige Untertreibung wäre? Auch das stimmt.
Aber gescheitert sind sie alle an etwas anderem: Am Schlamm.
Russischer Schlamm gilt also gemeinhin unter denen, die dabei waren damals, und die heute noch berichten können darüber, als unschlagbarer Gegner.
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Zu fragen ist heute, nach drei Monaten Monsuns in Baroda, ob das vielleicht nur die halbe Wahrheit ist.
Ich behaupte: Indischer Schlamm kann es mit dem russischen Schlamm durchaus aufnehmen.
Es wird Zeit, zu differenzieren.
Eskimos sollen ja auch 68 verschiedene Worte für 68 unterschiedliche Sorten Schnee haben.
Der indische Schlamm ist zweifellos spritziger und heller als der russische. Was an der hellbraunen, lehmigen Erde hier liegt. Er hat die Konsistenz von... ähm...sagen wir mal anstandshalber..... Apfelmus.
Das macht den täglichen Schulweg für unseren Geländewagen, Marke Mahindra Scorpio, der übrigens nur aussieht wie ein 4-Wheeler, da er eben nur Frontantrieb hat, zu einer immer wieder kehrenden Herausforderung.
Unser Fahrer Rashid, der den Wagen mit sichtlichem Vergnügen aber durch halb Meter tiefe Schlammlöcher fährt, scheint dieses Manko aber nicht zu stören. Wo im Zweiten Weltkrieg jeder Fahrer mindestens auf einem Halbketten-Fahrzeug bestanden hätte, schlingert Rashid mit dem (übrigens passenderweise weißen) PKW lustvoll durch die Suhle... nicht auszudenken, wenn man in einem solchen Schlammloch stecken bliebe... für die Kinder müsste man dann erst mal einen Evakuierungssteg bauen.
Wenn man nicht Luftrettung per Helikopter erwägt, die zweifellos teurer käme.
Man sieht hier in Baroda täglich Fahrzeuge, darunter Lastwagen (!) die fast bis zum Dach in Schlammlöchern oder Tümpeln stecken - was jetzt keine Übertreibung ist.
Der tägliche Weg zur Schule gleicht derzeit also einem Stosstrupp-Unternehmen. Das taktische Ziel: Durchbrechen zur Schule, dort Lernen der Kinder bei 99% Luftfeuchtigkeit, dann Rückkehr zur Homebasis.
Ich halte das Handy nervös im Standby-Modus, falls wir einsacken sollten und schnellen Entsatz benötigen sollten.
Eine Notration Getränke und Chips sind ab sofort auch stets dabei.
Über eine Leuchtpistole habe ich zumindest schon mal nachgedacht.
So eine Bergung kann schließlich dauern.
Die Kinder jedenfalls finden es toll.
Sie jauchzen und frohlocken.
So viel Abenteuer auf dem täglichen Schulweg kann es in Deutschland gar nicht geben.
Zumal wir täglich an einem offenen Krematorium vorbeikommen, auf dessen Rost alle paar Tage Leichen verbrannt werden. "Guck mal, da brennt wieder ein toter Opa..." pflegt unser Ältester den Vorgang dann nonchalant zu kommentieren.
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Indien.
Ein Land von Feuer und Schlamm.
Morgen versuchen wir wieder durchzubrechen zur Schule.
(Andreas ist Jetzt-Autor bei der Süddeutschen)
Auch Daniela, die mit Mann, Baby und Katze in Mumbai wohnt, leidet unter dem Monsun. Ihre satirisch-poetischen Betrachtungen machen nicht unbedingt Lust auf Indien im Monsun. Zumindest nicht in Mumbai.
Durch die herrliche Fähigkeit, die Realität um einen herum durch bloße Gedankengebung zu beeinflussen, bin ich in der Lage zu behaupten, der Monsun bringe die Landschaft endlich mal dazu, den Lautstärkeregler runterzufahren.
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Endlich wird die Klappe gehalten. Endlich Ruhe im Karton. Bilde ich mir zumindest ein, wenn ich die unablässigen Regenbindfäden Wolken und Erde verbinden sehe. Wasserschnüre aus dem Himmel ohne Pause. Dafür bleiben die Mitglieder des Laienchors zu Hause. Keine Machliwallahs (Fischerverkäufer) oder Paperwallahs (Altpapierhändler) mehr. Ah, Ruhe. Streck. Gähn. Hm.
Wenn das nur immer so genüsslich wäre. Doch schon dreht Petrus den Wasserhahn zu und alle scheinen aus ihrem Winter Monsunschlaf zu erwachen. Verflixt und zugenäht! Motoren ningeln durch die Gassen, selbst die Krähen finden ihre Stimmen wieder, und Frau Nachbar scheint im Affekt jemanden zu erschlagen. Doch wohl nicht einen Machliwallah? Jedenfalls poltert es mächtig stinkig herum da drüben.
Schon zeigt sich der erste Fetzen blauen Himmels und versetzt mich in Angst und Schrecken. Unser Abstecher nach Goa hat mich arg in Mitleidenschaft gezogen. Wer konnte ahnen, dass man sich bei bedeckten Himmel so mörderisch verbrennen kann? Als ich am ersten Tag am Pool eine Inderin dabei beobachtete, wie sie sich ausgiebig mit Sonnenlotion einrieb, wieherte ich vor Vergnügen. Zwei Tage später lachte sie sich vermutlich ebenso ungeniert ins Fäustchen. Ich war schließlich hingebungsvoll damit beschäftigt, jede regenfreie Minute voll auszuschöpfen. Ah, und nun trage ich die Strafe dafür spazieren. Dabei habe ich genügend Hotelseife geborgt, um mir dieses Souvenir eigentlich sparen zu können.
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Tja. Dicke Wolkenkrusten sind halt auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wir verbleiben schockiert ob dieser Unzumutbarkeit
(Aus "Daniela in Indien")
1500 Kilometer will Christina Franzisket gemeinsam mit einer Freundin durch Indien reisen, um den Mythos des Ganges zu ergründen. In ihrem Blog berichtet sie von ihren Abenteuern. Heute: Die Ankunft in Indien.
Mein Schweiß benetzt beim Schreiben die Tastatur, es sind feuchte vierzig Grad. Das ständige Hupen des Verkehrs dröhnt in meinem überhitzten Schädel. Geliebtes Indien, wir sind angekommen.
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Das erste was wir nach unserer Ankunft in New Delhi lernen, ist das Loslassen. Todesmutig besteigen wir ein Taxi. Unser Leben liegt nun in der Hand eines zahnlos grinsenden Inders, der auch noch auf der rechten Seite am Steuer sitzt. Die Briten haben zwar den Linksverkehr hier gelassen, doch ihre Verkehrsregeln mitgenommen. Das Fahren auf Indiens Straßen, ob mit dem Auto, dem Bus, einem Tuktuk (Motorradrikscha) oder gar einer traditionellen Rikscha gleicht einem Abenteuer. Den Spuren und Ampeln wird keine Beachtung geschenkt, der Blinker ist nur Zierde. Hupe und Vollbremsung sind die einzigen Hilfsmittel.
Auf der Rückbank wechseln sich bei uns Erschrecken und Erleichterung im Sekundentakt ab. Doch nichts passiert. Wie nach einer Geisterbahnfahrt doch unversehrt liefert uns der freundliche Fahrer an unserem Hotel ab. Trotz des scheinbar undefinierbaren Chaos folgt der indische Verkehr nämlich einer klaren Hackordnung: Der Größte hat immer Vorfahrt. Wer so arm ist und sich kein Gefährt leisten kann, hat als Fußgänger eben Pech gehabt.
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In Indien braucht alles seine Zeit. Das Motto heißt: "Don’t hurry - have a Curry." Wer ungeduldig ist bestraft sich selbst. Wir müssen unsere Gelassenheit beweisen: Beim Einchecken, bei abendlichen Verabredungen und vor allem beim Warten auf unser Essen im Restaurant - selbst, wenn wir am Verhungern sind.
Als weiße, blonde Langnasen haben wir eine Schar von Begleitern, sobald wir das Hotel verlassen. Jeder von ihnen meint genau zu wissen, was wir wollen (müssen). Sie möchten uns herumführen, zum Shoppen oder zur Touristen Information bringen oder uns in einer Rischka umherfahren. Manche wollen auch einfach nur wissen, woher wir kommen, ob wir verheiratet sind und wo unsere Ehemänner abgeblieben sind. Wer ruhig bleibt, entschieden "no" sagt und mit einem Lächeln auf den Lippen seines Weges geht, kann die Schar abschütteln. Denn hinter den scheinbar freundlichen Absichten steckt immer die Hoffnung auf ein gutes Geschäft. Wenn wir wirklich Hilfe brauchen, so haben wir schnell gelernt Leute anzusprechen, die uns nicht ihre Hilfe anbieten.
Auch an die Nächte müssen wir uns gewöhnen. Die erste Nacht in Delhi in einem Zimmer des YMCA Tourist Hotels werden wir so schnell nicht vergessen. Die Klimaanlage machte aus unserem Nachtlager einen Kühlschrank, in dem ein LKW ratternd und dröhnend seine Runden zu drehen schien. Etwas gerädert geht es nun auf de Weg nach Old Delhi, wo wir die größte Moschee Indiens, die Jama Masjid besichtigen wollen. Danach geht es weiter nach Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. ...wird fortgesetzt bei TAGESSPIEGEL.de
1500 Kilometer will Christina Franzisket gemeinsam mit einer Freundin durch Indien reisen, um den Mythos des Ganges zu ergründen. In ihrem Blog berichtet sie von ihren Abenteuern. Diesmal: So fühlt sich New Delhi an.
Das Herz von New Delhi ist der rund angelegte Connaught Place. In seinen Rundungen befinden sich große Geschäfte, etwa ein Reebok Store oder ein Adidas-Laden, noble indische Restaurants und Fast Food Ketten wie MC Donalds und Pizza Hut. In der Mitte liegt ein vom Militär bewachter Park. Nicht jeder darf sich hier aufhalten; Obdachlose müssen draußen bleiben. Der Park soll sauber sein, hinlegen und schlafen darf man hier.
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Es gibt zahlreiche bitter arme Menschen in Delhi. Die meisten von ihnen trieb die Hoffnung auf Arbeit vom Land in die Haupstadt. Wir sehen sie auf Gehwegen, Grünstreifen oder unter Plastikplanen am Straßenrand hocken und vor sich hinstarren. Manche haben sich zu einem kleinen Paket zusammengerollt und schlafen, die Glieder dünn wie Stöcke haben sie in Tücher gehüllt, die gelb grau sind vor Dreck und Schweiß. Die dunkelbraune Haut ist bedeckt von einer Kruste aus Staub und Schmutz. Ihre Blicke sind leer, ohne Antrieb, ohne Hoffnung. Kinder mit einem Fetzen bekleidet und nacktem Popo hängen neben ihren Eltern und stochern in den Fugen des Gehsteigs am Connaught Place.
Jeden Tag ziehen hier die Massen an ihnen vorüber die ihr Geld in den Geschäften ausgeben. Ich fühle mich elend, als wir am Abend vollgegessen aus einem Restaurant kommen. Zwischen Bordsteinkante und einem parkenden Auto hat sich eine Mutter im verschmutzten Sari, der wohl einmal lila und mit glänzenden Pailletten verziert gewesen ist, mit ihren drei kleinen Kindern für die Nacht eingerichtet. Die Vier sehen völlig ausgezehrt aus. Das große Mädchen kommt auf uns zu und führt seine leere Hand zum Mund. Sie schielt, hat verklebte Augen und kurz geschorenes Haar.
Solche Begegnungen werden wir nun öfter haben auf unserer
Reise durch Indien. Und jedes Mal werde ich mich gleich fühlen: Schrecklich
fett und überfüllt, mit viel zu viel Komfort, Luxus und Materiellem. ...weiter bei TAGESSPIEGEL.de
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Die Fluggesellschaft Qatar Airways hat die Flugfrequenzen auf den indischen Subkontinent um 20 Prozent erhöht und fliegt die Städte Delhi, Kochi und Amritsar nun noch häufiger als bisher an.
Amritsar zum Beispiel wird statt viermal pro Woche ab sofort täglich bedient, wie das Luftfahrtunternehmen mit Sitz in Doha mitteilt. Die Airline beschloss die Kapazitätsausweitung bereits ein knappes Jahr nach Aufnahme der Strecke.
Die südindische Stadt Kochi wurde bislang täglich bedient und erhält nun vier zusätzliche Flüge pro Woche – zwei starten am 1. September 2010, zwei weitere am 5. November. Mit Beginn des Winterflugplans am 31. Oktober 2010 wird es auf der erfolgreichen Route Doha – Delhi eine zusätzliche tägliche Flugverbindung geben. Damit werden insgesamt 14 Flüge pro Woche in die indische Hauptstadt angeboten.
Qatar Airways wird so über einen Zeitraum von zwei Monaten die Zahl der Flugverbindungen nach Indien von 74 auf 88 pro Woche steigern. Die mehrfach ausgezeichnete Airline mit Heimatbasis Doha fliegt zur Zeit elf Städte auf dem indischen Subkontinent an: Bengaluru, Mumbai, Hyderabad, Chennai, Thiruvananthapuram, Kozhikode, Ahmedabad, Goa, Delhi, Amritsar und Kochi. ...weiter bei DMM.travel
Seit längerem beziehe ich QATAR bei der Suche nach
günstigen Flügen für Euch mit ein. Bisher war der Indienflug mit EMIRATES
über Dubai allerdings günstiger - hinsichtlich der Preise, Abflug- und
Wartezeiten. Es genügt mir demnach nicht, dass die Flugfrequenz erhöht wird -
warten wir die Sonderangebote ab.
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Die längst notwendige Impfung gegen irrationale Todesangst im indischen Straßenverkehr ist eine Lehrstunde in asiatischer Lenkradpsychologie. Was Du wissen musst, um als Beifahrer in Indien keine Herzrhythmusstörungen zu bekommen
"Muss ich mich vor der Indienreise impfen lassen?" - Das ist eine der häufigsten Fragen. Ich sage dann immer, dass keine der bekannten Tropenkrankheiten auf unseren Routen eine so große Gefahr darstellen, dass eine Prophylaxe unter objektiven Gesichtspunkten vorzuschreiben wäre. Dennoch lässt man sich besser auf die Impfempfehlungen ein, wenn man sich unsicher fühlt. Bei so manchen ist das Risikobewusstsein ja sensibilisiert durch gute Freunde, die z.B. mit Malaria aus Afrika zurück gekommen sind. Dann ist eine Vorsorge Garant für eine wesentlich entspanntere Begegnung mit dem fremden Indien.
Doch schon der Titel dieses Artikels lässt vermuten, dass es hier nicht um Impfungen gegen Typhus, Cholera oder die Malaria-Prophylaxe geht.
Dieser Artikel ist eine Impfung gegen Straßenverkehrspanik, die bei vielen Indiengästen unvermeidlich ist. Weil nämlich fast alle Indienschreiber den Verkehr möglichst drastisch darstellen, um sich als gestandenen Survival-Traveller zu profilieren. Ich selbst habe mich immer wieder zu satirischen Exkursen über das hupfanatische indische Straßenchaos verleiten lassen. Bei allen Indienneulingen entschuldige ich mich dafür mit diesem Kapitel.
In der Schweiz raste ein schwedischer Mercedesfahrer mit 290 km/h in die Radarfalle - erlaubt sind 120. Ihm droht nun ein Rekordbußgeld von umgerechnet 782.000 Euro (ADAC). Mit fast 900 km/h flog ein indischer Moskito auf Beute und schien dabei fast in der Luft zu stehen. Er versuchte sich unbemerkt auf meinem Handrücken niederzulassen. Das war in einem Airbus eine halbe Stunde nach dem Start, und die Geschwindigkeit war natürlich auf die Erde 12.000 Meter unter uns bezogen. Seine Buße: Todesstrafe.
Geschwindigkeit ist relativ, wie man sieht - die gefühlte ebenfalls.
Am Steuer Deines Oberklassen-Pkws lenkst Du turbobefügelt bei 230 km/h auf deutschen Autobahnen mit nur einem Finger und spürst in der schallisolierten Kabine das Tempo überhaupt nicht. Wenn in Indien der Driver neben Dir auf seinem mörderischen Slalom durch den Stadtverkehr rast, beträgt die gefühlte Geschwindigkeit 200 - und Dein Panikblick auf den Tacho sieht nur knapp 35 km/h. Jeder, der mal in Deutschland durch eine verkehrsberuhigte Zone gefahren ist, weiß dass dieser indische Tacho mit Sicherheit kaputt ist. Wie fast alles andere an diesem Vehikel, das nur noch von seinen 15 Lackschichten zusammen gehalten wird.
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Es ist ein langer Gewöhnungsprozess, bis Du erkennst, dass die Geschwindigkeit tatsächlich richtig angezeigt wird. Bis Du merkst, dass der indische Verkehr völlig anderen Gesetzen unterliegt und Du hier auf dem Beifahrersitz vielleicht sicherer bist als im Auto zu Hause. Dieser Lernprozess dauert vielleicht 2-3 Tage, an denen Du noch instinktiv das deutsche Verkehrsverhalten überträgst. Dass Du Dich gerade deshalb ständig in gefühlter Todesnot befindest, wird erst später klar.
Nach einem mörderischen Überholmanöver in einer völlig uneinsehbaren, langgezogenen Linkskurve hast Du dann endgültig die Augen geschlossen, um das Karma, das Unvermeidbare hinzunehmen. Du bereust, vor der Reise Deinen letzten Willen nicht aktualisiert zu haben. Innerlich konvertierst Du zu einer beliebigen Religion - Hauptsache, sie lehrt die Wiedergeburt. Was sonst ist der Grund, dass Dein Driver so entspannt in den Tod fährt??
Lassen wir es bei der Beschreibung dieser normalen alltäglichen Verkehrssituation bewenden (obwohl durchaus auch kritische Momente auftreten können). Ein paar Worte zur Psychologie des autofahrenden Kollektivs genügen, um Dir zu zeigen:
Nur der unbewusste Vergleich mit Deinem deutschen Verkehrsverhalten lässt Dir diese Situationen um ein 10-faches lebensgefährlicher erscheinen, als sie es in Wirklichkeit ist. Indische Autofahrer fahren miteinander, wo die Deutschen gegeneinander fahren. Dabei halten sie eine strenge Hierarchie ein. Einfach ausgedrückt, heißt das: Je größer, desto Vorfahrt.
Das funktioniert in Indien besser als Fahrspuren und Verkehrsschilder. Anhand des obigen Überholvorgangs in der unübersichtlichen Kurve kann ich Dir die Mentalitätsunterschiede ganz einfach anhand zweier Extrembeispiele gegenüberstellen:
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Überholen in
Deutschland: |
Überholen in
Indien: |
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Der zu überholende LKW-Fahrer straft Deine Selbstmordabsicht
mit Fanfarenklang und Nebelhorn, setzt mitten im Überholvorgang den linken
Blinker und schert ein wenig aus. So zeigt er Dir hilfsbereit die Gefahren Deines Handelns
auf, während der Entgegenkommende wild aufblendet und etwas mehr Gas gibt,
damit es schön knapp wird. Du sollst lernen, derlei künftig zu unterlassen. Dir fährt ein gehöriger Schreck ins Glied, und Du
bleibst fürderhin brav in der Schlange. Und freust Dich bei nächster
Gelegenheit, selber mal einen "Gegner" zu disziplinieren. Hier
fahren scheint's nur selbsternannte Fahrlehrer. |
Der LKW-Fahrer veranlasst Dich mit graziöser
Handbewegung zum Überholen, auch bei Situationen mit Gegenverkehr. Wenn notwendig, bringt er - ebenfalls mit Handzeichen - den
entgegenkommenden Wagen zum Bremsen. Er verlangsamt auch, damit Du
schneller vorbeikommst. Es kommt sogar vor, daß der Gegenverkehr auf den
unbefestigten Randstreifen der Asphaltpiste ausweicht oder gar anhält. Und nach geglücktem Überholmanöver beginnt der andere
vielleicht seinerseits, Dich zu überholen und Du verhältst Dich wie eben
er... |
Diese Gegenüberstellung stammt aus meinem Reise-ABC "Kerala(ver)Führer", und ich schrieb das bereits vor über 20 Jahren. Ich empfehle jedem, der vor seiner ersten Indienreise steht, das Kapitel "Straßenverkehr" vorher zu lesen. Es kann die Erlebnisqualität steigern wie die besagte Impfung. Denn Impfungen befreien ja auch von unbestimmten Ängsten vor tödlichen Gefahren.
Ich selbst habe meine Lehrstunde in drastischster Form gleich nach meiner Ankunft af der ersten Indienreise gehabt. Stolz wie Oskar, voller Tatendrang und gespannt auf die neue Welt stieg ich mit Mercy & Raju am Flughafen Thiruvananthapuram (hieß damals noch Trivandrum) in ein altes Ambassador-Taxi. Wir wollten in ein Hotel am Bahnhof, um am Abend mit dem Malabar Express nach Calicut zu fahren.
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Nun hatten vor Fahrtantritt Raju und der Taxiwallah sehr unterschiedliche Ansichten über den Taxitarif. Raju wollte den 10fachen Kalknasenzuschlag für mich nicht akzeptieren. Ein Khakischerge mit aufgepflanztem Bajonett bemerkte die Diskussion, veranstaltete ein Schnellgericht und verurteilte den Fahrer zum Zimthautnormaltarif.
Diese Vorgeschichte ist wichtig für meinen Lernprozess in Sachen indischer Verkehr. Denn auf der Fahrt in die Stadt leitete der Fahrer seinen Ärger ungefiltert in den Gasfuß. Mag die erste Autofahrt in Indien für jeden von uns die Schlimmste sein - ich kann mich nicht erinnern, je wieder eine so halsbrecherische Fahrt erlebt zu haben. Ich habe auf dem Rücksitz im Sekundentakt die Religion gewechselt - aber auf meine Stoßgebete meldeten sich nicht mal die Anrufbeantworter der Götter.
In abstürzenden Flugzeugen und indischen Taxis gibt es keine Atheisten.
Meinen eigens für die Indienreise besorgten internationalen Führerschein habe ich nach diesem Erlebnis unverzüglich eingemottet. Bis auf zwei Ausnahmen habe ich mich in Indien nie ans Steuer gesetzt. Ich habe zwar inzwischen viele Traveller kennen gelernt, die als Selbstfahrer durch Indien gereist sind und überlebt haben - sogar mit dem Motorrad. Sie alle haben meine uneingeschränkte Bewunderung - ändern meinen Entschluss aber nicht.
Mein Stammplatz bleibt weiterhin wie in Deutschland vorn links. Hier ist dort das Lenkrad - in Indien aber viel Bewegungsfreiheit für die Kamera. Ich habe den Fahrern vertrauen gelernt und finde es viel spannender, vorbeiziehende Landschaften, Saris und Kamelherden zu beobachten, statt mich auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Mit dieser Entscheidung habe ich bestimmt schon vielen Passanten, Hunden, Ziegen und Hühnern das Leben gerettet.
Für ein entspanntes Fahren ist aber besonders auf den Vordersitzen das Verständnis für die indische Verkehrspsychologie vonnöten. Ich hoffe, ich bin das Thema hier nicht allzu satirisch angegangen. Die "Impfung" hilft sonst nicht.
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Die Walzls aus Kärnten haben ihre Töchter über den Orden von Mutter Teresa adoptiert.
Zur Weihnachtszeit des Vorjahres waren Maria und Siegfried Walzl mit ihren Töchtern Rebekka (14) und Anischa (10) auf Urlaub in Indien. Dort haben sie das Kinderheim besucht, aus dem die beiden Töchter stammen. Maria Walzl: "Das ist heute modern und viel besser ausgestattet als damals."
Die Walzls hatten damals den Kontakt zum Kinderheim über den Orden von Mutter Teresa geknüpft, der in Wien eine Niederlassung hat. Dank der grenzüberschreitenden Verbindungen des Ordens war die Adoption von Rebekka und Anischa relativ unkompliziert. Maria Walzl erinnert sich: "Wir haben das Konvolut der Unterlagen in englischer Übersetzung und beglaubigt nach Indien geschickt und von dort den jeweiligen Kindervorschlag bekommen." Dann haben die Walzls bekannt gegeben, welchen Namen ihr Kind bekommen soll. Der wurde in Indien bereits in die Papiere eingetragen. So brauchten die frisch gebackenen Eltern bei der österreichischen Botschaft nur bei ein Visum beantragen, damit sie mit ihrer Tochter nach Österreich einreisen konnten. ...weiter bei KLEINEZEITUNG.at
Wenn vom Sommer nicht mehr viel übrig bleibt, kommt eine interessante kulinarische Zwielichtphase: Genug gegrillt, aber für den schweren Schmorbraten ist es noch nicht herbstlich genug. Gute Gelegenheit für eine kleine Fleischpause: Mit dem Backpacker-Favoriten Dal-Bhat-Curry. Von Hobbykoch Peter Wagner
Die Tage zwischen dem meteorologischen und dem kalendarischen Herbstbeginn bieten trotz aller Melancholie, dass es nun vorbei damit ist, mitternachts nackt im See zu schwimmen, zumindest dem Gaumen einen ganzen Strauß an spannenden Reizen. Nach oftmals eher fleischigen Monaten am Grill bietet die aktuelle Nahrungsjahreszeitenbrücke bis zu jenem Moment, an dem Enten- oder Schmorbratengelüste parallel mit den Herbstnebeln auf den Feldern hochsteigen, ein perfektes Zeitfenster, um nun etwas weniger Fleisch, dafür mehr herrlich reifes Obst und Gemüse zu essen.
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Damit ist natürlich nicht die Bekehrung zur vegetarischen oder gar veganen Ernährung gemeint - trotz Jonathan Safran Foer und aller lautstarken Lobbyarbeit bleiben in Mitteleuropa Menschen, die ihren Proteinbedarf konsequent teilweise oder vollständig nicht aus tierischen Quellen decken, eine kleine Minderheit: Je nach Zählweise sehen sich 1,5 bis 2,5 Prozent der Bevölkerung als (Voll-, Ovo-, Lacto- oder Pesco-)Vegetarier, als noch dazu tierische Produkte wie Wolle oder Leder ablehnende Veganer oder primär von Fallobst lebenden Fructarier.
Der "Vegetarierbund", dauerverzückt von Indien mit etwas über 40 Prozent Veggies, zählt als Ernährungslobby naturgemäß anders: Aber auch wenn nur sechs bis sieben Prozent (die Europäische Vegetarier Union spricht sogar von neun Prozent) kein Fleisch und Fisch inklusive deren Produkte zu sich nehmen mag, gilt für die restlichen 94 Prozent: Tiere essen? Ja bitte!
Und das kann sogar nach Lektüre von Jonathan Safran Foers Buch "Tiere essen" die Antwort sein (s. Artikel in INN 570 "Der Geist ist willig..."), aber bitte doch mit ein wenig mehr Hirneinsatz beim täglichen Nahrungsmitteleinkauf. Wer Essen als lästige, unnütze Zeit an der Kalorientankstelle begreift, dem ist ohnehin in dieser Frage nicht zu helfen. Der Rest der mehr oder minder regelmäßig Fleischessenden könnte Foers Recherchen in den moralfreien Niederungen der Massentierhaltung zum Anstoß nehmen, öfters mal nach Herkunft, Aufzucht, Leben und Sterben der Kreatur zu fragen, deren Fleischteil er zu verspeisen gedenkt.
"Es setzt einem ganz schön zu, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen", sagte Foers Autoren-Kollegin Karen Duve (ihr Buch "Anständig essen: Wie ich versuchte, ein besserer Mensch zu werden" erscheint im Januar 2011) im SPIEGEL. "Wir schaffen es nämlich nicht, nicht zu töten. Wir können nur entscheiden, was, wie viel und unter welchen Bedingungen wir zerstören." Und damit meint sie eben auch die Pflanzen, deren Leben wir eifrig kauend zerstören.
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Für Genießer wie für Spitzenkochschaffende ist "Bio" zwar nicht automatisch und immer besser, beim Fleisch- und Fischeinkauf achten beide aber schon seit jeher auf Qualität. Und die kommt bei den Nutztieren eben nicht von Qual: "Label Rouge", eine der ältesten Highend-Qualitäts-Auszeichnungen Frankreichs, steht nur auf Fleisch und Tierprodukten, deren Produktion von vorne bis hinten auf die Erzeugung möglichst hochwertiger Qualität - geschmacklich wie bakteriologisch - optimiert wurde. Und das geht in den von Foer beschriebenen Tier-KZs schon per Geschäftsmodell-Ausrichtung nicht.
Wer Fleisch und Fisch aus noch tierfreundlicherer Erzeugung als unter dem für viele bewusst lebende und essende Genießer oftmals zu laschen EU-Bio-Siegel haben möchte, sich aber nicht die Mühe machen will, in seiner Region persönlich nach entsprechenden Betrieben, Bauern oder Genossenschaften zu suchen, ist mit Produkten gut bedient, die ein Bioland- oder Neuland-Siegel tragen. In beiden Fällen wird zum Beispiel die von Foer völlig zu Recht angeprangerte Kastration nicht betäubter Ferkel ausgeschlossen.
Für die Rezepte der kommenden drei "Tageskarten" müssen wir uns solche Gedanken aber erst gar nicht machen: Wir laden ein zu einem überraschenden Amuse Gueule und Aperitif, einem jahreszeitlich genordeten Dessert und, gleich jetzt und hier, zu einer Variation von Backpackers Liebling Dal Bhat.
Das kommt zwischen Himalaya und Sri Lanka meist als einfache Suppe aus Linsen (Dal) mit etwas Reis (Bhat) und ein paar Gemüsen auf den Tisch, letztere in Nepal gern in der für unseren Gaumen schwer erträglichen Yak-Butter gedünstet. Wir aber wollen wie immer etwas schicker speisen und gönnen dem kargen Mahl einen Gourmet-Upgrade.
Immerhin ist in diesen Wochen Gemüse unser Fleisch.
2. Teil bei SPIEGEL.de: Rezept für Dal Bhat mit grünem Curry (veganes Haupt- oder Alleingericht für 4 Personen)
Wie ich versuchte, ein besserer Mensch zu werden - von Karen Duve
Lebt es noch oder isst du es schon? Ein Selbstversuch. "Die dringendste Frage zu Beginn meiner Bio-Phase: ob ich weiterhin Cola-Light trinken kann. Davon gehe ich nämlich aus. Cola-Light besteht doch sowieso ausschließlich aus Chemie. Da dürfte sich die Bio-Frage eigentlich gar nicht erst stellen." Karen Duve gehörte nicht eben zur Gesundheitsfraktion.
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Bratwürstchen und Gummibären wanderten genauso in ihren Einkaufswagen wie Schokolade und Curryketchup in 1-L-Plastikflaschen. Doch dann zog sie mit jemandem zusammen, der schnell den Spitznamen Jiminy Grille erhielt - nach dem personifizierten Gewissen der Holzpuppe Pinocchio. Denn Jiminy schrie auf, wenn Karen Duve nach der "Grillhähnchenpfanne für 2,99" griff. Und Karen Duve musste einräumen, dass das Leben der "Grillhähnchenpfanne" vor ihrer Schockfrostung wohl eher unerfreulich gewesen war. So stellten sich vor der Tief kühltruhe schnell grundlegende Fragen: Darf man Tiere eigentlich essen?
Und wenn Tiere nicht, warum dann Pflanzen? Wo beginnt die menschliche Empathie, und warum? Was sind wir bereit aus Rücksicht auf die Mitlebewesen zu opfern? Oder können wir sogar einen persönlichen Gewinn daraus ziehen, unsere Gewohnheiten zu ändern?
Irgendwann wollte Karen Duve es wirklich wissen: Jeweils zwei Monate lang testet sie seitdem Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: Biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und am Ende sogar frutarisch, also nur das, was die Pflanze freiwillig spendet. Parallel dazu setzt sie sich mit der dahinterstehenden Weltsicht auseinander - und liefert sich mit Jiminy Grille die unausweichlichen Verbalduelle. Erst kurz vor der Veröffentlichung dieses Buches wird sie eine Lebensentscheidung treffen - die, wie sie sich weiter
ernähren und weiter leben will. Schonungslos und mit der ihr eigenen knochentrockenen Komik setzt sie sich jenseits aller Ideologien mit der Frage auseinander: Wie viel gönne ich mir auf Kosten anderer?
"Anständig essen" Wie ich versuchte, ein besserer Mensch zu werden - von Karen Duve - Ein Selbstversuch 2011. 280 S., Gebunden - Sprache: Deutsch - EUR 18,95 - hier portofrei (vor)bestellen bei BUCH24
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Der junge Inder, der Indiens Landeswährung das neue Symbol entwarf, hat sich in den letzten 5 Jahren ganz der wenig bekannten Kunst der Typographie verschrieben.
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Hier hat er sich spezialisiert - trotz der Einwände seiner Eltern, die ihn lieber als Arzt oder hohen Beamten gesehen hätten.
Aber am 15. Juli dieses Jahres war D. Udaya Kumar plötzlich mit einem Schlag berühmter als die meisten Ärzte oder Beamten. Er bekam seinen Prominentenstatus, nachdem die Wahl des neuen Symbols der indischen Landeswährung auf seinen Entwurf fiel und von der indischen Regierung offiziell anerkannt wurde.
"Es ist ein großes Gefühl und eine Ehre, Teil der indischen Geschichte zu werden", sagte der Designer der Presse begeistert.
Der 31 Jahre alte Udaya hat seinen Dr. phil. beim Indian Institute of Technology in Mumbai gemacht und ist soeben zum Dozenten in der Design-Fakultät des IIT Guwahati bestellt worden. Seinen Dienstantritt musste er nun verschieben, nachdem sein Designentwurf des Rupiensymbols gewählt worden war. Nun hastete er bei indischen und internationalen Medien von Interview zu Interview. Sein Handy hört nicht auf, bis spät in die Nacht zu klingeln.
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Am Indian Institute of Technology erforscht Dr. Udaya die Entwicklung der tamilischen Schrift von der frühgeschichtlichen Palmblatt-Gravur bis zur heutigen Zeit. Sein großes Ziel ist die Wiederauferstehung längst vergessener regionaler Schriftarten.
"Indien hat einige der großartigsten Schriftsysteme der Welt, aber unglücklicherweise sind sie wissenschaftlich nie ernsthaft erforscht worden.", sagt der leidenschaftliche Bewunderer der Werke Vincent van Goghs.
Das aufstrebende Wirtschaftsland Indien hat nun ein Symbol für die Indische Rupie und hofft, dass die Landeswährung damit globale Anerkennung findet. So wie die Symbole für den US-Dollar, das britische Pfund, der Yen und der Euro. Indische Minister fällten die endgültige Entscheidung in einer Kabinettssitzung aus den besten 5 Entwürfen, die in einer Internetabstimmung gewählt worden waren. Das Siegerdesign ist inspiriert vom lat. Buchstaben 'R' und dem 'Ra' aus der alten Devanagari-Schrift, die für die Amtssprache Hindi benutzt wird.
In der Dokumentation "Google Baby" der israelischen Filmemacherin Zippi Brand Frank wird Familienplanung als erweiterte Form des Online-Shoppings gezeigt. (Nachschau zur ARTE-Sendung vom 3.9.10)
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Einer, der sich auf diese Nachwuchsorganisation per Mausklick spezialisiert hat, ist der Mittdreißiger Doron, ebenfalls Israeli, schwul, ebenfalls Vater eines "Internetkindes". 140.000 Dollar haben er und sein Lebensgefährte für die US-Leihmutter gezahlt - jetzt ist er glücklich. Und weil Doron möchte, dass auch nicht so gut situierte schwule Freunde diese Art von Elternglück empfinden können, hat er ein Transfergeschäft eröffnet. Er lässt Eizellen in den USA befruchten, die so gewonnenen Embryos einfrieren und in Indien bei günstigen Leihmüttern einsetzen. Dumping-Baby muss man so was wohl nennen.
"Indien liegt in bestimmten Geschäftsbereichen eben voll im Trend", doziert Doron am Flughafen von Mumbai. "Viele internationale Firmen lassen hier ja auch kostengünstig ihre Software programmieren." Als gäbe es nicht Unterschiede zwischen Pränatalmedizin und IT-Industrie.
Lässt sich die Nachwuchsorganisation tatsächlich auf die Frage reduzieren, wie man biologische, kommunikative und ökonomische Prozesse aufeinander abstimmt und optimiert? Um Missverständnissen vorzubeugen: "Google Baby" ist keine Pauschalabrechnung mit der Pränatalindustrie, und schon gar nicht geht es hier um eine Verurteilung gleichgeschlechtlicher Paare mit Kinderwunsch.
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Vielmehr zeigt der in Israel, den USA und Indien gedrehte Film, wie man als Mensch mit Sehnsucht nach Nachwuchs in einen komplett entfesselten globalisierten Markt gerät. Ob Eizelle, Sperma, Mutterbauch - man kauft oder mietet sich dort ein, wo die Preise stimmen.
Das Baby wird zur Ware, dessen Einzelteile effizient über Mausklicks bestellt werden. Und je nach Art des Teils und nach Herkunftsland fällt der Gegenwert aus. Die junge Frau aus dem Süden der USA, die in "Google Baby" ihre Eizellen offeriert, wird sich von dem Erlös endlich das marode Eigenheim ihrer Familie renovieren lassen. Die indische Leihmutter indes kauft sich und ihrem Mann für die Vermietung ihres Bauches gleich eine ganze neue Unterkunft.
In der deutschen Kinderdebatte wird ja gerne ins Feld geführt, dass das Aufziehen des Nachwuchses in etwa so teuer ist wie der Erwerb eines Einfamilienheimes. Diese abstrakte Aussage erfährt in "Google Baby" eine denkbar radikale Konkretisierung: Gibst du mir Kind, gebe ich dir Haus.
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Wie korrekt kann so ein Handel vonstatten gehen? Ein Großteil des 80-Minüters beschäftigt sich mit der Klinik der indischen Ärztin Dr. Nayna Patel, unter deren Aufsicht ständig rund 50 Leihmütter Kinder für Paare in aller Welt austragen. Die Regeln der Medizinerin und Unternehmerin sind streng: Jede ihrer Frauen muss schon ein eigenes Kind haben, täglich gibt es einen Gesundheitscheck und frische Nahrung.
Spiritualität, Geschäftssinn und chirurgischer Fleiß gehen bei Dr. Patel gut zusammen. Während sie zum Kaiserschnitt ansetzt, bespricht sie am Handy noch ein paar Lieferungen nach Europa oder in die USA. Ist das Baby auf der Welt, ruft sie: "Gepriesen sei Krishna!"
Für das junge schwule Pärchen, das am Anfang im Internet nach der optimalen Eizellenspenderin gesucht hat, hält die indische Pränatal-Entrepreneurin ein besonderes Angebot bereit. Um ganz sicher zu gehen, dass es mit dem Austragen klappt, könne man auch zwei Leihmüttern parallel Embryonen einsetzen lassen. Eines sollte auf jeden Fall durchkommen; und wer Glück hat, wird zum Standardpreis gleich mit zwei Säuglingen beschenkt.
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Vermutlich ist diese Offerte Teil der Strategie, der stetig wachsenden Konkurrenz im Geschäft mit den Leihmüttern zu begegnen. Nach dem Motto: Wenn es bei McDonald's funktioniert, dann vielleicht auch bei Baby-Bestellungen - buy one, get one free! (komplette Kritik bei SPIEGEL.de)
In einer Beziehung sind sie alle gleich, die Babys dieser Welt: Wenn sie zum ersten Mal eine Zitrone schmecken. Sauer macht lustig - teils das Kind, teils den Betrachter...
Die indische Sitar höre ich nicht erst seit George Harrison's Experimenten gern. Ich mag auch die Projekte von Ravi Shankar, in denen er sich mit der westlichen Popmusik vereint. Seine LP "Tana Mana" hörte ich in den 80ern in Kovalam aus jedem Lautsprecher - ich hatte sie so im Ohr, dass ich meine frühen Reisevideos damit hinterlegt habe. Sogar echte indische Sitarmusik höre ich gern. Bill Bailey's Sitar-Duell von 2007 wurde in der Wembley Arena in London aufgenommen. Macht Spaß, zu hören.
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"Du lügst! So einen schönen Tag kann man gar nicht haben!" bellt die Klassenkameradin, als der kleine Max von seinem schönsten Tag der Woche erzählt. Mach mal folgendes: Starte das Video, minimiere das Fenster und höre Dir erst einmal den Text an. Wenn Du es dann mit Bild wiederholst, kommen Dir die Tränen (ist mal ausnahmsweise was Deutsches)
Der israelische Unternehmer Doron Mamet erfüllt den Kinderwunsch – über künstliche Befruchtung und Leihmütter aus Indien. Diese internationale Vermittlung ist erheblich billiger als in den USA. Kinder werden so einfach bestellt wie ein Luxusauto.
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Der unerfüllte Kinderwunsch – er belastet Beziehungen, lässt Frauen und Männer verzweifeln und nach jedem Strohhalm greifen. Der israelische Geschäftsmann Doron Mamet kann das gut nachvollziehen. Schließlich haben er und sein homosexueller Lebenspartner all das durchgemacht, bis sie die Lösung gefunden hatten: Für 140 000 Dollar hat er sich bei einem amerikanischen Unternehmen ein Kind "gekauft". Gemeinsam suchten sie sich eine Spenderin aus, die Eizellen zur Verfügung stellte. Mit einer Samenspende der beiden Homosexuellen wurden die dann befruchtet. Eine Leihmutter trug das Kind aus. Nach neun Monaten waren Mamet und sein Partner Väter einer Tochter.
Weil sich in seinem Bekanntenkreis aber so viele Menschen danach erkundigten – die aber nicht so viel Geld bezahlen konnten – kam Mamet auf die Idee, auch ihnen den Wunsch nach einem Kind zu erfüllen. Zu einem sehr viel niedrigeren Preis. Dank der Globalisierung.
Zwar bietet er mit seinem Unternehmen "Tammuz" (der summerische Gott der Vegetation und der Fruchbarkeit) auch die Möglichkeit an, genau wie er, das ganze Verfahren in den USA durchführen zu lassen.
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Aber billiger ist es, wenn die Eizelle zunächst in den USA befruchtet wird. Wenn sich dann ein Embryo entwickelt, wird er nach Indien gebracht und dort einer Leihmutter eingepflanzt, die das Kind austrägt. So belaufen sich die Kosten auf 56 000 Dollar. Lässt man sogar die künstliche Befruchtung in Indien vornehmen, dann kann der Preis auch auf knapp 31 000 Dollar fallen. Wie viel genau bezahlt wird, hängt davon ab, ob bei einem Paar beispielsweise die zukünftige Mutter selbst die Eizellen spendet oder man eine Spenderin benötigt. Wem Indien zu weit ist, um das Kind abzuholen, der kann die Dienste in Südafrika in Anspruch nehmen.
Mehr als 2000 Kinderwünsche sind bereits bei dem Unternehmen "Tammuz" eingegangen und werden dort betreut – auch wenn es nach Menschenhandel klingt, was in der Film-Dokumentation "Google Baby" gezeigt wird. ...weiter bei RP-ONLINE.de
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arte, Samstag, 11.09., Magazin/Dokumentation 19:30 - 20:15 Uhr (VPS 19:30) - 360° - Geo Reportage Frankreich/Deutschland
Die Wüste Thar im Nordwesten Indiens. Schon früh am Morgen geht Ramniwas Budhnagar hinaus, um Wasser und Futter für die wilden Tiere bereitzustellen. Ramniswas' Familie gehört zum Volk der Bishnoi. Bishnoi bedeutet '29', abgeleitet von den 29 Geboten, die Lord Jambeshwar vor etwa 500 Jahren für seine Gemeinde aufstellte.
Zu jener Zeit drohte das Land durch Konflikte zwischen Muslimen und Hindus und Rivalitäten innerhalb der verschiedenen Kasten auseinanderzubrechen. Jambeshwar glaubte, dass der einzige Weg aus dieser Situation ein absoluter Respekt gegenüber jedem Leben ist.
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Dafür stellte er die 29 Regeln auf. Sie betreffen die tägliche Hygiene ebenso wie die Art zu sprechen, die Ernährung, das Mitgefühl und das Vergeben gegenüber anderen. Die verbieten, Tiere zu töten und Bäume zu fällen. Damit gehören die Bishnoi seit 500 Jahren zu den ersten Umweltschützern der Welt.
Bis heute versuchen sie ihren Idealen treu zu bleiben, in einer globalisierten Welt, in der wenig Platz für Individuen und Lebensformen jenseits der Moderne ist. Die jungen Bishnoi wandern ab in die Städte. Diejenigen, die bleiben, kämpfen weiter für die Rechte der Tiere, verarzten verwundete Gazellen, pflegen sie in den eigenen Tempeln gesund. Aber sie haben die Zeichen der Zeit erkannt. Längst greift Ramniswas auf moderne Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone zurück, organisiert Demonstrationen, über die am nächsten Tag in der Zeitung berichtet wird. Aber wird das reichen, um den Bishnoi und ihrem Kampf ein dauerhaftes Überleben zu sichern?
Wie es in einer indischen Großfamilie zugeht, darüber berichtet Karan Mahajan in seinem Debütroman «Das Universum der Familie Ahuja». Da ist auf der einen Seite der Vater, fest an den Traditionen hängend, auf der anderen Seite der Sohn, der in seiner Pubertät dies alles noch nicht verstehen will.
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Alle leben mit der ständig schwangeren Sangita zusammen. Sie erwartet gerade ihr zwölftes Kind, was sie nicht davon abhält, im chaotischen Trubel des Ahuja-Clans mitzumischen. Mahajan schildert heiter und geistreich nicht nur den normalen Wahnsinn einer indischen Großfamilie, sondern vermittelt auch interessante Eindrücke von dem vor Leben tosenden Delhi, jener kontrastreichen Megastadt auf dem Weg zu einer modernen Metropole.
Karan Mahajan erzählt eine höchst unterhaltsame Familiengeschichte aus dem Blickwinkel von Vater und Sohn. Hier der Vater, der jeder familiären wie politischen Unbill trotzt und doch erkennen muss, dass manche Geheimnisse aus der Vergangenheit eines Tages ans Licht müssen; dort der Sohn, der die holprige Reise zum Erwachsenwerden antritt, mittendrin die ständig schwangere Mutter sowie zwölf Geschwister aller Altersstufen im liebenswert-chaotischen Trubel des Ahuja-Universums.
Neben dem doch ganz alltäglichen Familienwahnsinn liefert Mahajan einen humorvoll-bissigen Blick auf das quirlige Delhi zwischen Tradition und Moderne, zwischen religiösen Spannungen und Bollywood-Soap, zwischen Rikscha und Daten-Highway.
Karan Mahajan: "Das Universum der Familie Ahuja" - Bertelsmann Verlag, München, 288
Seiten, 14,95 Euro - hier portofrei bestellen bei BUCH24
Gibt es eigentlich noch irgendwo irgendjemanden, der noch keinen Yogalehrer hat? Die Atemlehre aus Indien ist zum Massenphänomen geworden. Ein neues Buch berichtet von den Erlebnissen einer Yogalehrerin. Von Susanne Kaloff - die passenden Fotos vom russischen "Vodka Yoga" bekam ich aus Indien
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Der New Yorker Barnaby Harris hatte eine Frau, die so besessen war von Yoga, dass er - es sollte doch nur ein kleiner Witz sein - an ihrem Geburtstag für alle Gäste T-Shirts machte mit "Fuck Yoga" drauf. Sie konnte darüber leider gar nicht lachen und trug es kein einziges Mal. Er hingegen 39 Tage am Stück, wurde permanent darauf angesprochen und machte ein Bombengeschäft daraus. Heute hat er zwar die Frau nicht mehr, aber eine Website, auf der man von Flipflops bis Skateboards alles mit dem F-Wort ordern kann. Warum ich das erzähle? Weil die Sache mit den Sonnengrüßen in letzter Zeit tatsächlich ein wenig auf die Nerven geht.
Frauen tragen ihre Jade-Harmony-Yogamatte stolz unter den Arm geklemmt, als sei es eine It-Bag, jede Mittfünfzigerin bindet sich eine Mala ums Handgelenk oder wenigstens ein indisches Tuch mit dem OM-Zeichen um den Hals, es gibt mittlerweile mehr Yogastudios als Friseure in der Stadt, keine Party, auf der man nicht in ein Gespräch über die unglaubliche Wirkung des Kopfstands verstrickt wird oder entgeistert angeschaut wird, weil man einen herkömmlichen Kaffee trinkt - und kein "Silver Tea" (heißes Wasser) oder Ingweraufguss (klärend und gesund).
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Genauso heißt auch das neue Buch von der Journalistin und Yogalehrerin Kristin Rübesamen, was in vielerlei Hinsicht bemerkenswert und erfrischend ist (nicht nur, weil das Wort Dosenbier öfter vorkommt als Yogitee), vor allem ist es aber brutal mutig. Man könnte sagen: ein Skandal! Denn unter alldem Shanti Shanti geht oft unter, wie bigott das fromme Getue an mancher Stelle ist. Auch Yogis lästern, ganz besonders gerne über andere Yogaarten, andere Stile, andere Ideologien, andere Lehrer, andere Meister, und der hehre Gedanke "All Is One" wird außerhalb der Matte ganz schnell zur Mantrahülse. Auch wenn sie in ihrem Buch hinter gar nicht vorgehaltener Hand erschreckend ehrlich über diese Yogaszene schreibt und man wie ein Voyeur die Namen der im Buch Erwähnten googeln oder sich bei Facebook deren Fotos angucken kann, ist es keine Nestbeschmutzung. Es sind Bekenntnisse einer Yogalehrerin und gleichzeitig Schülerin, ihre persönlichen Erfahrungen, sie schaut, ist Teil davon und stellt auf ihrer eigenen Sinnsuche vieles infrage. Das tut sie allerdings so brillant spöttisch, mit viel Selbstironie und so viel Herz, dass es eine Wonne ist. Warum machen wir Yoga? Welchen Sinn hat es, dass man den Kopf an die Kniescheiben bekommt? Welcher Umstand im Leben könnte danach verlangen? Es gibt viele Gründe. Einer könnte sein, dass man mit einer gewissen Gelenkigkeit eleganter seine Socken anziehen kann. Einen anderen hat Bryan Kest, Poweryoga-Erfinder aus Los Angeles, bei seinem letzten Workshop in Hamburg derart anschaulich erklärt, dass ich ganz baff war.
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Bryan Kest ist einer der attraktiven Yogalehrer, was zur Folge hat, dass man pünktlich erscheinen muss, um noch einen guten Platz zwischen zweihundert attraktiven Frauen in der ersten Reihe zu ergattern. Doch, doch, das kann man so sagen: Was früher der Animateur im Club Robinson war, ist heute der Yogalehrer, der mit nacktem Oberkörper und großer Ernsthaftigkeit von dem Wert der Enthaltsamkeit spricht, während Frauen in pink Hotpants an seinen Lippen hängen. Bevor es zur körperlichen Ertüchtigung kam, sprach er allerdings eine Stunde lang schlichte, aber kluge Sätze, die mich nachdenklich stimmten. Noch nie zuvor habe ich einen Yogalehrer so oft "Shit" und "Fuckin' Shit" sagen hören, was irgendwie erleichternd wirkte. Wir verliebten uns geschlossen in ihn und turnten uns im Anschluss die Seele aus uns'ren fuckin' Leibern.
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Und während ich tief durchatmete, mein rechtes Bein nicht mehr spürte, mein Mattennachbar sich seines T-Shirts entledigte und mich das irgendwie an eine Szene aus dem Tom-Ford-Film erinnerte, die Scheiben beschlugen, sich eine Pfütze auf meiner Matte bildete, ich meinen linken Oberschenkel vermisste, verstand ich endlich, welchen Sinn es hat, den Kopf an die Kniescheiben zu bekommen: weiterzuatmen, auch dann, wenn es im Leben hässlich wird. "The Trick is to Keep Breathing" (Seite 333!) ...weiter bei WELT.de
Es ist die Welt der Verdrehten. Jeden Tag schieben und schlängeln sich Menschen erwartungsvoll in Haltungen, die Tiernamen tragen wie Hund, Cobra, Fisch, stellen sich auf den Kopf und atmen durch ein Nasenloch. Was suchen sie in dieser schwindelerregenden Disziplin? Kristin Rübesamen unterrichtet seit zehn Jahren Yoga in New York, London, Berlin und hat dabei die Menschen und ihre Sehnsüchte sehr gut kennengelernt. Manchmal zu gut.
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Immer wenn etwas schiefläuft, tauchen Yogis auf. Noch nie war es so schick, Yoga zu üben, noch nie hat die Sehnsucht nach einem friedlichen Leben so sexy ausgesehen. Yoga ist im Westen zum Mittelstandsphänomen geworden und scheint die Antwort zu geben auf die Frage nach einem Halt in unwirtlichen Zeiten.
Yoga hat Kristin Rübesamen gelehrt, genau hinzuschauen. Yoga hat ihre Aufmerksamkeit geschärft, ihr Disziplin beigebracht und Kraft gegeben. Anderen nimmt es die Rückenschmerzen und lässt sie vielleicht zum ersten Mal mit erhobenem Kopf durchs Leben gehen. Bluthochdruck, Depressionen, Impotenz - modernes Yoga soll immer helfen.
Aber Genügsamkeit und Nähe zu Gott? Macht es die Nervösen nicht vielleicht empfindlicher, die Geknickten noch wehleidiger, die Sanften debil und die Aggressiven unerträglich? Materialisten sind auch im Yoga die größten Körperfetischisten. Hat der Westen Yoga ruiniert? Kann Yoga überhaupt das erschöpfte Selbst, wie es die Soziologen nennen, retten? Oder führt es doch zur stillen Revolution? Kristin Rübesamen erzählt von ihrem Weg von New York bis Berlin-Wedding: Warum sie anfing, im Studio um die Ecke zu üben, berichtet von ihren Lehrern und ihrer Erfahrung als Lehrerin. Sie führt uns einmal um die Welt, um dann wieder beim Geheimnis des nach unten schauenden Hundes zu landen - flüchtig, staunend und voller Respekt.
Yoga ist Entspannung? Nur was für Hippies? Falsch. Aufklärung statt Erleuchtung.
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"Alle sind erleuchtet" von Kristin
Rübesamen - erschienen Sept. 2010. 256 S. 21,5 cm, Gebunden - Sprache: Deutsch - - hier portofrei bestellen bei BUCH24
Natürlich beantworte ich
alle Zuschriften persönlich. Nur wenn es von allgemeinem Interesse ist oder
ich es aus irgendeinem schrägen Grunde mit Euch teilen will, wird Rede und
Antwort hier öffentlich.
Den "Cricketschläger-Wäscheprügel" aus der letzten Ausgabe hat Peter aus Wien bis zu den alten Ägyptern zurückverfolgt
Lieber Bernd Symons, Deinen Vergleich des Cricket-Holzes mit dem traditionellen Wäscheprügel fand ich sehr witzig, gut beobachtet und verwunderlich, nämlich insofern als dass mir das bei meinen Indienaufenthalten noch gar nicht aufgefallen war.
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Umso eigenartiger hat mich das auch noch berührt, weil ich nämlich erst wenige Tage vorher auf eine ägyptische Hieroglyphe den Wäscheprügel betreffend gestoßen bin, auf: http://www.obib.de/Schriften/AlteSchriften/alte_schriften.php?Runen/Ogham/Runen.html~Text unter "Gardiner Zeichenliste", was eig. ein link zu einer gleichnamigen wikipedia-Seite ist:
Bei meinen Indienreisen und -pilgerschaften habe ich ein solches Gerät selbst bedient, obwohl ich mich lieber auf ein Wäschewaschen mit den blossen Händen beschränkt habe.
Mit dem Prügel oder durch das händische Walken wird das Stoffgewebe, beim händischen weniger, nämlich sehr strapaziert und bald brüchig, vor allem auch deshalb, weil die indischen Stoffe sowieso sehr dünn sind.
Für Waschmaschinenverwöhnte wie mich, war es eine grundlegende Erfahrung, dass das Wäschewaschen am Flussufer nur unter Zuhilfenahme eines Steines, der Hände und ev. eines Prügels eine einfache aber wirkungsvolle Angelegenheit ist, die sogar etwas Meditatives hat. (wenn man nicht gerade die Wäsche einer ganzen Familie bewältigen muss).
Das Trocknen der Wäsche war im Vergleich zu Europa auch recht einfach und rasch, indem wir die Kleidungsstücke nämlich kurze Zeit in der Hitze über Büsche breiteten.
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In Pushkar konnte ich oft die locals, die Bauern, die doodhvallahs, die Milchhändler, beim Waschen ihrer Turbane im heiligen See beobachten. Der Trockenvorgang war dann in Folge eine Angelegenheit von fünf Minuten: Die Bauern hielten die ca. sechs Meter langen Stoffbahnen einfach mit hochgestreckten Armen in den Wind. Die flatterten dann einfach so einige Zeit unter der heißen Sonne dahin und waren im Nu trocken. Die Turbane, nicht die Bauern.
Den aktuellen INNs und Deinem gleichlautenden blog-Kommentar zu Hannelore Voniers "Warum wir die Natur verloren haben" war deutlich vom Übersetzungsfehler des "Sich-die-Erde-untertan-Machens" die Rede.
Wie, bitte, lautet die korrekte Übersetzung? Und aus welcher Quelle hast Du das? Glauben tu ich das auf jeden Fall, nur würde ich es gerne belegen können, wenn ich mich mit sogenannten Christen, die eig. nur Katholiken sind, wieder mal in einem Streigespräch befinden sollte. Liebe Grüße, Peter Cermak
"Macht euch die Erde untertan." ist eine sehr problematische Übersetzung des 3-fachen Segens, dessen korrekte Übersetzung des hebräischen Urtextes so heißen könnte: "Regieret (d.h. verwaltet) die Erde weise." Ich habe das vor vielen Jahren gelernt, so dass ich erneut nach Quellen suchen musste.
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Sucht man bei Google, so findet man viele Diskussionsbeiträge, die großteils in die gleiche Richtung weisen. Auch viele Theologen sind heute der Ansicht, dass es sich - wenn schon nicht um eine Falschübersetzung - so doch zumindest um eine Fehlinterpretation des hebräischen Urtextes handelt.
Ein Beispiel - oder siehe auch (PDF)...
Ein weiteres Beispiel dafür, dass ursprüngliche Bedeutungen nicht so einfach durch den Wandel der Sprache herüber zu retten sind, ist das Wort "Furcht". Heute wird es mit "Angst" gleichgesetzt - im Mittelalter bedeutete es eher "Respekt". das zeigt sich noch heute in "Gottesfurcht" = "Ehrfurcht".
Aus dem Osten kommt das Licht (ex oriente lux) und für manche
auch die Erleuchtung. Beides ist bei der Verballhornung des alten
lateinischen Spruchs in dieser Rubrik nicht gemeint. Hier üben wir ein wenig
Umgangsenglisch mit den humorigen Beiträgen aus indischen Foren, Zeitungen
und eMails. Hierbei verhindert allerdings die Globalisierung manchmal
Rückschlüsse auf die indische Kultur, denn etliche Anekdoten stammen offenbar
von Auslandsindern (NRI) aus Amerika und England
An old man and an old woman were married for
many years, even though they hated each other.
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When they
had a confrontation, screaming and yelling could be heard deep into the
night.
The old
man would shout, ‘When I die, I will dig my way up and out of the grave and
come back and haunt you for the rest of your life!’
Neighbours feared him. They believed he
practiced black magic, because of the many strange occurrences that took
place in their neighbourhood.
The old man liked the fact that he was
feared. To everyone’s relief, he died of a heart attack when he was 98.
His wife
had a closed casket at the wake. After the burial, she went straight to the
local bar and began to party, as if there was no tomorrow.
Her neighbours, concerned for her
safety, asked, ‘Aren’t you afraid that he may indeed be able to dig his way
up and out of the grave and come back to haunt you for the rest of your
life?’
The wife
put down her drink and said,
‘Let him
dig. I had him buried upside down.’
Women !!
They think of everything!
Little
Ashok had been to a birthday party at a friends house.
Knowing
his sweet tooth, Ashok's mother looked straight into his eyes and said,
"I hope you didn't ask for a second piece of cake."
"No,"
replied Little Ashok, "but I asked Mrs. Smith for the recipe so you
could make some like it, and she gave me two more pieces without me
asking."
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|
Sign over
a Gynecologist's Office:
"Dr.
Jones, at your cervix."
**************************
In a
Podiatrist's office:
"Time
wounds all heels."
**************************
On a
Septic Tank Truck:
Yesterday's
Meals on Wheels
**************************
At a
Proctologist's door:
"To
expedite your visit, please back in."
**************************
At an Optometrist's Office:
"If
you don't see what you're looking for,
you've
come to the right place."
**************************
On a
Plumber's truck:
"We
repair what your husband fixed."
**************************
On
another Plumber's truck:
"Don't
sleep with a drip. Call your plumber."
**************************
On a
Church's Billboard:
"7
days without God makes one weak."
**************************
|
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At a Tire
Shop in Milwaukee :
"Invite
us to your next blowout."
**************************
At a
Towing company:
"We
don't charge an arm and a leg. We want tows."
**************************
On an
Electrician's truck:
"Let
us remove your shorts."
**************************
In a
Non-smoking Area:
"If
we see smoke, we will assume you are on fire and take appropriate
action."
**************************
On a
Maternity Room door:
"Push.
Push. Push."
**************************
On a
Taxidermist's window:
"We
really know our stuff."
**************************
On a
Fence:
"Salesmen
welcome! Dog food is expensive!"
**************************
At a Car Dealership:
"The
best way to get back on your feet - miss a car payment."
**************************
Outside a
Muffler Shop:
"No
appointment necessary. We hear you coming."
**************************
In a
Veterinarian's waiting room:
"Be
back in 5 minutes. Sit! Stay!"
**************************
At the
Electric Company
|
|
"We
would be delighted if you send in your payment. However, if you don't, you
will be."
**************************
In a
Restaurant window:
"Don't
stand there and be hungry; come on in
and get fed up."
**************************
In the
front yard of a Funeral Home:
"Drive
carefully. We'll wait."
**************************
At a
Propane Filling Station:
"Thank
heaven for little grills."
**************************
And don't
forget the sign at a
CHICAGO
RADIATOR SHOP:
"Best
place in town to take a leak."
**************************
Sign on
the back of another Septic Tank Truck:
"Caution
- This Truck is full of Political Promises"
While on
a road trip, an elderly couple stopped at a roadside restaurant for
lunch. After finishing their meal,
they left the restaurant, and resumed their trip. When leaving, the elderly
woman unknowingly left her glasses on the table, and she didn't miss them
until they had been driving for about forty minutes.
By then,
to add to the aggravation, they had to travel quite a distance before they
could find a place to turn around, in order to return to the restaurant to
retrieve her glasses.
All the
way back, the elderly husband became the classic grouchy man. He fussed and complained, and scolded his
wife relentlessly during the entire return drive.
The more
he chided her, the more agitated he became.
He just wouldn't let up for a single minute.
To her
relief, they finally arrived at the restaurant. As the woman got out of the car, and hurried inside to retrieve
her glasses, the old geezer yelled to her, "While you're in there, you
might as well get my hat and the credit card."
Two guys
are at the bar staring into their drinks, when one says, "Hey Harry,
have you ever suspected your wife of leading a double life?"
Harry
says, "Yeah, all the time -- her own and mine."
![]()
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Raju Vettikavumgal Sebastian ist der Kochattan, Familienvorstand und
Gastgeber der 2. Generation für unsere Südindiengäste der Kerala
Discovery auf der Dschungelfarm Vettikavumgal im Calicut-Distrikt,
Nord-Kerala. Lovely Sebastian ist Rajus Frau und Mutter seiner 4 Kinder Martin, Paul,
Jaimon & Diana. In der Nachbarschaft lebt Rajus Bruder Gilson
mit seiner FrauAnci und 4 Kindern. Auch Rajus jüngste Schwester Jessy,
die mit ihrem Mann Charly und 3 Kindern im Nachbardistrikt lebt,
treffen wir gern. (Dazu gelegentlich Rajus älteste Schwester Mercy und
sein jüngster Bruder Johnson, die in Deutschland leben) Für eine
entspannte Verlängerung am Kerala-Strand sorgt Dr. Lalitha Babu mit ihrem ruhig
gelegenen Strandresort südlich vom Kovalam Beach. Maharaj
Chandrashekhar Singh
of Raoti und seine Frau Rani Bhavna residieren mit dem Sohn Prinz Yashvardan
(Yashu) im Indrashan, Jodhpur (Rajasthan). Als seine Freunde und Gäste dürfen
wir den Fürsten Chandra nennen. Er öffnet uns die Tore zu allen
anderen Royal Hosts der Rajputana Discovery, Gujarat
Discovery und Hills Discovery Manchmal ist da auch Erwin, Kunstfigur und Pseudonym immer dann, wenn es um Leute geht, die mit ihrem Halbwissen über die Dinge des Lebens ablästern. Die heißen bei mir alle Erwin... Allgemeines zu den INN
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